Donnerstag | 31. Mai 2012 | 11:04 Uhr
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  • Ocean´s 13

    Komödie, Krimi | USA 2007
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      • | Kleiderordnung

      • Kostümbildnerin Louise Frogley stand vor der schwierigen Aufgabe, ein großes Ensemble einzukleiden, wobei die meisten Darsteller eine in den früheren Filmen bereits eingeführte Rolle spielen. „Solche Fälle sind für Kostümbildner besonders kompliziert: Jede der vielen Figuren muss einen unverwechselbaren Charakter haben“, berichtet Soderbergh, der bereits drei Filme mit Frogley gemacht hat: „The Limey“ (The Limey), „Traffic“ (Traffic – Macht des Kartells) und „The Good German“ (The Good German – In den Ruinen von Berlin).

        Beim Design der Kostüme für Oceans Team wollte Frogley ganz im Sinne von Jeffrey Kurland vorgehen, der bei „Ocean’s 11“ für die Kleidung zuständig war. Gleichzeitig musste sie dem Wandel in der heutigen Mode Rechnung tragen. Bei George Clooney und Brad Pitt waren klare Linien und ein möglichst einfacher Stil angesagt. „Für George Clooney gilt: Je einfacher, desto besser“, sagt sie. „Sein Look ist durch den ersten Film etabliert, den wir nach wie vor für wunderbar halten – also machten wir in dieser Richtung weiter. George lehnt jedes Brimborium ab. Abgesehen von seinem Smoking und einer Verkleidung trägt er vor allem dunkelgraue Anzüge mit weißem Hemd.“

        Frogley fährt fort: „Brad legte ebenfalls weiterhin auf Einfachheit wert – nur ein paar wenige Klunker durften es sein. Er fand, dass Rusty erwachsen geworden ist, dass er sich also simpler kleidet, wenn auch im Vergleich zu Danny auffälliger.“

        Laut Frogley blieb auch in Bezug auf Terry Benedict alles beim Alten: „In ,Ocean’s 12‘ trägt Andy Garcia fast immer eine Krawatte. Das passt zu ihm, finde ich. Aber diesmal wollte ich ein wenig übertreiben – in Richtung ,Tod in Venedig‘-Look.“
        An Matt Damons Kostümen kann man wohl die größten Veränderungen einer Filmfigur ablesen. Dazu Frogley: „Jerry will Linus sehr viel erwachsener zeigen. Er ist kein Junge mehr. Er will jetzt seine eigenen Gaunereien durchziehen und spielt in Oceans Organisation eine bedeutendere Rolle. Also fanden wir, er sollte häufiger Anzüge tragen. Und für seine Tarnung als Lenny Pepperidge wünschte sich Matt eine völlig andere Ausstattung – also orientierten wir uns am Mao-Look und übertrieben ihn ein wenig.“

        Carl Reiners Saul Bloom bekam ebenfalls ein unverwechselbares Outfit für sein Alter Ego, den angeblichen Hotelkritiker Kensington Chubb. „Wir kleiden Kensington wie einen falschen Briten – oder eher so, wie Amerikaner sich die typisch englische Kleidung vorstellen. Wir verwendeten etliche Tweed-Stoffe: Harris, aber auch irischen und schottischen Tweed. Entsprechend trägt Saul Moleskin-Hosen und karierte Hemden“, führt Frogley aus.

        „Don Cheadle wollte diesmal besonders amerikanisch aussehen, aber sein Bergarbeiteranzug besteht aus einer schönen Yohji-Yamamoto-Jacke, die wir reichlich zerschlissen haben. Basher trägt ganz simple Sachen – außer natürlich, wenn er sich das Kostüm des Bikers Fender Roads ,ausborgt‘“, grinst die Designerin.

        Neben den Kostümen für die Hauptdarsteller verwendete die Kostümbildnerin die meiste Arbeit auf die Kleidung der Angestellten in „Der Bank“. Dazu Frogley: „Wir stellen ein Casino vor, das das neueste und angesagteste sein soll – also tragen die Angestellten sehr coole Uniformen.“
        Soderbergh sagt: „Der Look der Mitarbeiter in ,Der Bank‘ – vom Hausmeister bis zum Portier – muss perfekt zu der Ausstattung passen, die Phil für die Sets entwarf. Ich finde, Louise hat hervorragende Arbeit geleistet und ein Design wie aus einem Guss geschaffen.“

        Um die richtige Mischung zu finden, ließ Frogley sich von Fotobänden mit Fotos und Drucken aus Asien inspirieren. „Wir gingen von ernsthaften Ideen aus und überspitzten und verdrehten sie dann ein wenig, damit die Outfits möglichst cool und schillernd wirken“, sagt sie. „Dabei verwende ich jede Menge fluoreszierendes Grün, Orange und Pink.“
        Beim Design für die Führungsriege in „Der Bank“, Willy Bank und Abigail Sponder, arbeitete Frogley eng mit Al Pacino und Ellen Barkin zusammen.
        Man entschloss sich, Ms. Sponder nicht in stereotype Managerkleider zu stecken. Stattdessen waren sich die Kostümbildnerin, die Schauspielerin und die Filmemacher darüber einig, dass Abigail immer körperbetonte Kostüme trägt, und zwar in Abstufungen der Farbe Pink. Diese Farbe ergab sich aus der Farbtonpalette in „Der Bank“, wo Ms. Sponder arbeitet und sich die meiste Zeit aufhält. Frogley erklärt: „Wir wollen Abigail eine Hauptfarbe zuordnen – das funktioniert, weil ich sie auch bei den Hoteluniformen verwende. Dadurch wird klar, dass auch sie eine Angestellte ist, selbst wenn sie keine Uniform trägt.“

        Für Pacino stellte Frogley zunächst eine Tafel mit Referenzfotos zusammen, um dem Schauspieler zu demonstrieren, „welche Vorbilder wir verwenden und an welchem Look wir uns bei Willy Bank orientieren. Er trägt Anzüge von Battaglia. Selbstverständlich trägt Bank maßgeschneiderte Anzüge, wobei er ein wenig auffällig wirken soll. Wir führten ihm eine Menge unterschiedlicher Anzüge in verschiedenen Farben vor, und er war von unseren Vorschlägen ganz begeistert.“

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