Donnerstag | 31. Mai 2012 | 11:06 Uhr
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    Drama, Komödie | Frankreich 2006
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      • | Über den Film

      • Es war der Anwalt Emmanuel Pierrat, der Claude Berri kurz nach Erscheinen von ZUSAMMEN IST MAN WENIGER ALLEIN auf den Roman aufmerksam machte. Er empfahl ihm die Lektüre, noch bevor das Buch in den Bestsellerlisten auftauchte. Claude Berri fand Gefallen daran und erwarb die Filmrechte, obwohl er zunächst nicht ganz sicher war, ob er bei diesem Film selbst Regie führen würde. Er wollte sich zunächst einmal dem Skript zuwenden, um anschließend nach einem geeigneten Regisseur für diesen Stoff Ausschau zu halten. Doch dann kam doch alles ganz anders: „Ich fing an, das Drehbuch zu schreiben“, sagt er. „Und je weiter ich vorankam, desto mehr habe ich gelacht; ich habe mich beim Schreiben dieser Szenen köstlich amüsiert. Und am Ende habe ich mir dann gesagt, dass es gar nicht in Frage käme, dass jemand anders diesen Film dreht.“

        Selbstverständlich nahm Berri auch Kontakt zu Anna Gavalda, der Autorin der Romanvorlage auf. „Anfangs, als ich mich mit Anna Gavalda traf, fragte ich sie, ob sie mit mir zusammenarbeiten wolle. Sie sagte ja, und wir kamen zwei oder drei Mal zusammen. Aber da ihr alles, was ich ihr vorschlug, gefiel, hat sie mich schließlich einfach machen lassen. Ich habe das Drehbuch ganz allein geschrieben.“


        Camille, Franck, Philibert und Paulette aus Fleisch und Blut - die Auswahl der Darsteller

        Als Darstellerin für die Rolle der Camille schwebte Claude Berri schon während des Schreibens Charlotte Gainsbourg („Golden Door“ („Nuovomondo“, 2007), „Science of Sleep – Anleitung zum Träumen“ („Science of Sleep“, 2006) vor, weil er gern einmal mit ihr arbeiten wollte. Kurz nachdem er sie für den Film auch tatsächlich gewonnen hatte, lernte er dann auf einem Flug nach New York zufällig Audrey Tautou kennen, die ihm im Nachhinein auch sehr passend für die Camille erschien. Die beiden hatten zwar nicht über diese konkrete Rolle gesprochen – schließlich war sie ja bereits vergeben – aber Tautou ließ den Regisseur einige Zeit später wissen, dass sie, sollte ihre Kollegin aus irgendeinem Grund doch verhindert sein, gern in diesem Film mitwirken wolle. Dass daraus wirklich etwas werden könnte, erschien allerdings sehr unwahrscheinlich; einige Monate später begannen die Dreharbeiten wie geplant mit Charlotte Gainsbourg. Nachdem die ersten Szenen am Gare de Lyon mit Gainsbourg gedreht waren, geschah jedoch etwas Unvorsehbares: Die Hauptdarstellerin verletzte sich beim Snowboard-Fahren und war außerstande weiterzudrehen. Natürlich verfiel Berri sogleich dem Gedanken, sich nun an Audrey Tautou zu wenden, doch hatte er wenig Hoffnung, dass sie so spontan für ihre Kollegin einspringen können würde: „Sie hatte gerade zwei Filme gedreht, darunter „Da Vinci Code - Sakrileg“, und ihr Agent teilte mir mit, dass sie erst mal pausieren wolle.“ Aber Berri gab nicht so schnell auf. „Wir trafen uns trotzdem in einem Restaurant und dabei sprang sofort der Funke zwischen uns über. Sie begriff, dass ich sie dringend brauchte, weil ja alles bereit und das Team engagiert war.“ Die Schauspielerin erbat sich eine Bedenkzeit von einigen Tagen, in denen sie sich mit dem Skript vertraut machen wollte, und sagte nach deren Ablauf dann glücklicherweise zu. Der Film war gerettet.

        Für die Rolle des charmant-ruppigen Franck hatte sich zunächst Yvan Attal („ Die Dolmetscherin“ („The Interpreter“, 2005), „München“ („Munich“, 2005), „Meine Frau, die Schauspielerin“ („ Ma Femme est une actrice“, 2001) interessiert, doch Berri fand ihn für diese Rolle nicht ideal. Als er kurz darauf Guillaume Canet spielen sah, wusste er sofort, dass er seinen Franck gefunden hatte. Ohne weitere Probeaufnahmen zu machen, engagierte er ihn für ZUSAMMEN IST MAN WENIGER ALLEIN. Nicht ganz so unkompliziert gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Darsteller für die Rolle des Philibert. „So einfach und volkstümlich die Figur des Franck ist, so aristokratisch ist Philibert.“ Zusammen mit seinem Casting- Leiter Gérard Moulévrier sah Berri sich viele Vorsprechen an, bis ihm eines Tages Laurent Stocker vorgeführt wurde, der als Mitglied der Comédie Française bislang eher dem Theater verhaftet gewesen war und erst einige wenige Filmrollen gespielt hatte. „Ich habe ihn gebeten, mir eine Kostprobe in Stottern zu geben. Und diese Aufgabe hat er mit so viel Humor erfüllt, dass ich es einfach umwerfend fand.“

        Die Rolle der Großmutter Paulette wollte der Regisseur ursprünglich mit Tsilla Chelton, u.a. bekannt als „Tante Danielle“ in Etienne Chatiliez’ gleichnamiger Komödie, besetzen. Doch nachdem die Versicherung Einwände erhoben hatte, weil sie das Risiko, mit einer Darstellerin ihres Alters zu arbeiten, nicht abdecken wollte, machte er sich auf die Suche nach einer anderen Darstellerin und wurde in Françoise Bertin bald fündig: „Als ich mit Françoise Bertin geprobt habe, wusste ich sofort, dass sie das großartig machen würde. Die Rolle passte zu ihr, und es ist sehr schwer, eine Schauspielerin für diese Art von Rolle zu finden.“ Während der Dreharbeiten wuchs seine Bewunderung für die betagte Darstellerin noch: „Sie ist eine reizende alte Dame. Ich hatte keine Großeltern in meinem Leben, und sie war auf dem Set eine ganz wunderbare Großmutter. Und es hat ihr keinerlei Probleme bereitet, dass sie in einer Szene, in der sie für Camille (Audrey Tautou) Modell sitzt, nackt gefilmt wurde.“

        Der Roman erwacht zum Leben - die gelungene Anverwandlung eines fremden Stoffes
        Obgleich Claude Berri hier keinen eigenen Stoff verfilmt hat, bescheinigten ihm nach Fertigstellung des Films viele, dies sei ein „echter Berri“, und auch das französische Presse bezeichnete ZUSAMMEN IST MAN WENIGER ALLEIN als eins seiner sensibelsten und persönlichsten Werke. Auch wenn er die Geschichte, die das Figuren-Quartett des Films erlebt, anders als bei vielen anderen seiner Werke nicht selbst durchlebt hat, so hat sie ihn doch tief berührt. Und Berri erklärt sich die persönliche Note des Films selbst vor allem durch die Sympathie und die unbewusste Nähe zu seinen Figuren: „Ich habe in diesen Film zwangsläufig Persönliches eingebracht, ohne mir dessen bewusst zu sein. Die Dinge, die man nicht bewusst macht, sind immer die, die umso profunder sind. Es passiert ganz unwillkürlich.“

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