Mittwoch | 30. Mai 2012 | 18:34 Uhr
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  • Das Vermächtnis des geheimen Buches

    Action, Abenteuer | USA 2007
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      • | Interview mit Justin Bartha (Riley Poole)

      • Worin unterscheidet sich Riley in DAS VERMÄCHTNIS DES GEHEIMEN BUCHES gegenüber dem ersten Film?

        Na ja, bei Riley kommt etwas mehr der Abenteurer durch, wobei ich in der Körpersprache eher die Darstellungsweise von Stummfilmen suche in der Art eines Charlie Chaplin oder etwa der körperlichen Ausstrahlung von Buster Keaton. Hoffentlich kommt dabei eine Menge Physical Comedy rüber. Riley ist nach wie vor der Klugscheißer, doch glaube ich, dass viele der anderen Rollen auch Comedy-Elemente haben, womit der Film insgesamt noch amüsanter und unterhaltsamer werden dürfte.

        Wann erfuhren Sie, dass Sie wieder mit von der Partie sein würden?

        Ich denke, wir rechneten alle damit, nachdem der erste Film ein derartiger Erfolg war. Es brauchte allerdings eine Weile, das Drehbuch so weit fertig zu stellen, dass auch jeder damit zufrieden war. Ich glaube, viele Sequels werden übereilt produziert, wenn der erste Film gewinnbringend ist, nach dem Motto: „Mensch, lasst uns schnell mit dem Zweiten Kasse machen“. Man muss schon Jerry, Jon und Nick zugute halten, dass sie erst dann loslegen, wenn jeder mit dem Plot und dem Drehbuch hundertprozentig zufrieden ist.

        Haben Sie diesen Prozess immer verfolgt?

        Natürlich, sie haben uns stets wissen lassen, dass sie uns alle wieder dabei haben wollten. Das war eben das Schöne am ersten Film, dass es gerade am Beziehungsgeflecht zwischen allen Rollen lag, dass der Film funktionierte. Das heißt, man weiß noch genau, wie sich die Charaktere zueinander verhalten und weniger was sie genau tun, darum geht es nicht. Ja ich glaube schon, dass ich den ganzen Prozess genau verfolgt habe, ich war scharf darauf weiterzumachen. Denn von der Arbeit am ersten Film war ich begeistert. Ich mochte die Leute, mit denen ich zusammengearbeitet habe. Ich hatte viel Spaß, es war eine tolle Zeit.

        Wie wird Riley nun in die Handlung von DAS VERMÄCHTNIS DES GEHEIMEN BUCHES hineingezogen?

        Nun, Ben braucht mich eben. Ich glaube, allen ist klar, dass zum Film unbedingt auch Riley gehört. Nein, ich bin Bens Spezialist, wenn es um Technik geht, sein bester Kumpel. Ich habe also all mein Geld aus dem ersten Schatz verspekuliert und obendrein noch Schulden beim Finanzamt gemacht, abgesehen davon, dass ich viel Geld für Klamotten ausgebe.

        Hat sich die Beziehung zwischen Ben und Riley geändert?

        Ganz erheblich sogar. Auch das Verhältnis zwischen den Rollen von Nicolas und Diane, nämlich Ben und Abigail, hat eine Wandlung durchlaufen. Riley ist indessen Schriftsteller geworden. Er hat ein Buch über Geheimbünde und den Schatz der Tempelritter verfasst und auch selber veröffentlicht. Daher hält er sich für einen Fachmann auf diesem Gebiet. Er steht jedenfalls stets auf Bens Seite und ist immer für ihn da. Die wichtigste Beziehung, die sich verändert hat, ist allerdings die zwischen Ben und Abigail.

        Konnten Sie eigene Ideen in Ihre Rolle einfließen lassen bei dieser Fortsetzung?

        Genau das ist so phantastisch an ihnen. Ich sage es, selbst wenn ich mich nicht wiederholen will, da es klingt, als ob die mich dafür bezahlen. Bevor wir anfingen, trafen wir uns zu einer ersten Leseprobe, bei der Jerry und Jon sich mit jedem zusammensetzten und uns fragten, ob wir irgendwelche Szenen vermissten oder bestimmte Aspekte unserer Charaktere vertieft sehen wollten. Sie haben daraufhin eine ganze Menge unserer Anregungen aufgegriffen. Das war prima, da es einige Kleinigkeiten gab, die ich für wichtig hielt, vor allem um Rileys Bedeutung für die Story zu unterstreichen. Mein Hauptanliegen war, dass ich in DAS VERMÄCHTNIS DES GEHEIMEN BUCHES stärker involviert sein wollte. Es geht um das Buch des Präsidenten, das alle Staatsgeheimnisse der Regierungen davor enthält, von der Ermordung JFKs bis zur Geheimbasis Area 51. Das entspricht meiner Rolle, denn Riley war schon immer für Verschwörungstheorien offen. Gerade das wollte ich stärker betonen, indem er zu einem überzeugten Verschwörungstheoretiker wird, schließlich hat er ein Buch darüber verfasst. Da sich die ganze Suche im Grunde genommen um diese Verschwörungstheorien dreht, wollte ich diesen Aspekt stärker einflechten.

        Sind Sie ein Verschwörungsnarr, glauben Sie irgendwas davon?

        Oh ja. Ein Narr bin ich zwar nicht darin, aber ich lese gerne darüber. Ich bin durchaus skeptisch gegenüber den Informationen, mit denen wir gefüttert werden, besonders bei amerikanischen Journalisten, denn uns wird eine reichlich verwässerte Darstellung der Wirklichkeit aufgetischt. Daher denke ich bei jeder Nachricht darüber nach, was wohl die ‚eigentliche Story‘ sein mag. Selbst bei BBC gewinnt man ein klareres Bild der Lage als wenn man unsere Nachrichten sieht oder unsere Regierung hört. Ich mag politische Verschwörungstheorien.
        Tatsächlich bin ich auch überzeugt, dass es Außerirdische gibt.

        Hat der erste Film Einfluss auf Ihre Karriere gehabt?

        Man ist viel stärker exponiert und sicherlich wird man von vielen Leuten erkannt. Das heißt nicht, dass ich hier im Privatjet angeflogen wäre. Vor „Das Vermächtnis der Tempelritter“ habe ich in einer von Reihe von Filmen ernstere Rollen gespielt und nur Drehbücher zu so was bekommen. Es ist interessant, wie unterschiedlich einen die Filmindustrie einstuft, je nach dem welche Rolle man gerade spielt. Zuerst dachte jedermann, ich sei dieser überaus ernste und konzentrierte Typ, der zu niemandem spricht. Tatsächlich sagten mir einige Leute: „Ich habe gehört, Du wärest ein richtiger Idiot und völlig methodischer Schauspieler“. Nach diesem Film schwang die Meinung um und jedermann sagte: „Hey, du bist doch dieser lustige Typ“, das ist eben Hollywood. Du bist halt nur so gut, wie deine letzte Rolle.

        Welches Genre ziehen Sie vor, Komödie oder Melodram?

        Ich mag beides, Komödien begeistern mich allerdings mehr. Sie haben einen ganz besonderen Reiz und eine Comedy verlangt einem im Film schon viel ab, da man nie weiß, ob es auch wirklich lustig wird. Man kann nicht absehen, ob das Publikum auf einen Witz ansprechen wird, den man vor etwa einem Jahr gerissen hat.

        Wer ist Ihr schauspielerisches Vorbild?

        Ein wirkliches schauspielerisches Vorbild habe ich nicht. Mein Vater ist sicherlich ein Vorbild für mich, doch bin ich irgendwie stolz, als Schauspieler meinen eigenen Weg zu gehen. Es gibt da draußen jede Menge grandiose Schauspieler und Nicolas gehört ganz entschieden zu meinen Lieblingsdarstellern. Viele von denen, die ich bewundere, sind bei diesem Film dabei, insofern bin ich ein Glückspilz.

        Woran lag es Ihrer Ansicht nach, dass ‚Das Vermächtnis der Tempelritter‘ so erfolgreich war?

        Ich denke an mir. Deshalb sind die auch wieder auf mich zugekommen. Das wurde mir gesagt. Und meine Mutter meint das übrigens wirklich.

        Mal im ernst, zunächst wissen Jerry Bruckheimer und Jon, wie man einen unterhaltsamen Film macht. Wenn man große Schauspieler engagiert – was Jerry übrigens immer tut – für einen Fantasy-Abenteuer-Film, dann hebt das immer die Qualität des Ausgangsmaterials, weil jeder Mensch nach der Art von Film Ausschau hält, in dem sie spielen. Wenn man dann noch einen solchen Film geboten bekommt mit einem Hauptdarsteller wie Nicolas, der ja ein gestandener Profi ist – er ist so unglaublich gut, dass er die Darstellung aller anderen steigert... Ich glaube, die Leute hängen einfach an diesen Charakteren, sie lieben sie und es ist eine feine Sache für die ganze Familie, sich mit ihnen zu umgeben. Und außerdem, sofern man ein Faible für Schätze hat, ist es die Suche des Publikums nach einem Schatz, die den Film trägt.

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