Mittwoch | 30. Mai 2012 | 18:37 Uhr
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  • FILMDETAILS | Der unglaubliche Hulk
  • Der unglaubliche Hulk

    Action, Science Fiction, Fantasy | USA 2008
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      • | Produktion: Brasilien im Sucher

      • Produktionsdesigner Kirk M. Petruccelli und sein Team bauten über 100 Sets für den Film. Am Anfang von DER UNGLAUBLICHE HULK befindet sich Banner in Brasilien, wo er unauffällig lebt und in einer Abfüllanlage arbeitet, während er unermüdlich nach einem Heilmittel sucht. Als General Ross herausfindet, wo Banner ist, flüchtet er durch Lateinamerika, die Ostküste der USA und landet schließlich in Harlem.
        Für einen Produktionsdesign-Veteranen wie Petruccelli ist ein Film mit so einer Bandbreite natürlich ein Leckerbissen. Die düstere Welt, in die Banner abgetaucht war, sollte sich auch in allen visuellen Elementen des Films wiederfinden. „Louis sagte zu mir gleich am Anfang, das Hulk auf seiner Zerstörungs-Tour durch die Welt so realistisch wie möglich wirken sollte“, erinnert sich Petruccelli. „Dies ist ein Roadmovie, ein Chase-Film. Banner ist kontinuierlich auf der Flucht, was dem Produktionsdesigner natürlich die herrlichsten Möglichkeiten eröffnet.“
        Petruccelli und seine Crew mischten echte Drehorte mit einer Handvoll Kulissensets. An vielen Straßen und in Gebäuden wählten sie die Ecken mit hohem Wiedererkennungswert. Norton war jedes Mal verblüfft über die Sets: „Die meisten von ihnen habe ich mir viel kleiner vorgestellt, aber Louis und Kirk schwebten ganz andere Dimensionen vor als mir. Die Größe war beeindruckend.“
        Leterrier wollte einen Film, der einerseits „eine gewisse Zen-Mentalität haben und andererseits extrem lebhaft sein sollte.“ Wenn Banner gejagt wird – sei es durch die Favelas Südamerikas oder die Schluchten von Manhattan – wollte ich auf ihn schneiden, um die Ruhe vor dem Sturm zu betonen, wie er versucht, die Kontrolle über sich zu behalten. Doch dazu ist Banner nicht in der Lage und Hulk bricht explosionsartig aus ihm heraus.“
        Die Filmemacher nutzten zahlreiche Schauplätze in und um Rio de Janeiro, was DER UNGLAUBLICHE HULK einen ganz besonderen Look gab, den sie mit einem künstlichen Set nie erreicht hätten. Einige der aufregendsten Szenen entstanden in einer Favela am Hang von Tavares Bastos, einem verschlungenen Irrgarten aus engen finsteren Gassen und steilen Treppen. Diese liefert auch den spektakulären Hintergrund für Banners Flucht vor Ross’ Kommando am Anfang des Films.
        Zusätzlich zu den Haupt- und Second-Unit-Actionszenen in Tavares Bastos, drehte man auch an einigen anderen Orten der geschichtsträchtigen Stadt, darunter in den alten Kolonialvierteln von Lapa und Santa Teresa. Im nahe gelegenen Tijuca-Nationalpark, dem weltgrößten Regenwald in einem Stadtgebiet, machte das Team atemberaubende Landschafts- und Luftaufnahmen.
        Während der Vorproduktion recherchierte Petruccelli vor Ort in den Favelas Brasiliens, um die Inneneinrichtung von Banners Rio-Wohnung auf einer Bühne in Toronto gestalten zu können. „Da wir auch vor Ort in Brasilien drehten, war es umso wichtiger, dass unsere Inneneinrichtung authentisch und möglichst detailreich ausgestattet war. Schließlich sollte man zwischen den Location- und Studioszenen keine Unterschiede erkennen“, sagt Petruccelli. „Die Favelas sind so individuell – ein bisschen Gips hier, ein Stein da, leuchtende Farben oder gar keine Farbe, alles ist sehr organisch gewachsen.“
        Leterrier kamen die Favelas mit ihren endlosen Treppen und wuseligen Pfaden wie „Ameisenhaufen“ vor. Der Regisseur erinnert sich: „Es war etwas schwierig, dort zu drehen. Aber als wir mit den richtigen Leuten sprachen und ihnen versicherten, dass wir nichts missbrauchen und kaputtmachen, sondern den Ort respektieren und der Welt in strahlendem Glanz präsentieren würden, gab es keine Probleme. Die meisten Menschen haben völlig falsche Vorstellungen von einer Favela. Das ist tatsächlich ein sehr sauberer Ort mit einer Kanalisation, Elektrizität, Video-Clubs, Videotheken und Friseuren. Eine Stadt innerhalb einer Stadt.“ Zu seiner Freude und seinem Leidwesen, gleichermaßen fanden die Dreharbeiten mitten in der brasilianischen Regenzeit statt. Das war gut für die düstere Stimmung des Films und schlecht für die Schauspieler und die Crew-Mitglieder, die natürlich lieber trocken geblieben wären.

        Die Abfüllanlage, in der Banner während seines selbstgewählten Exils in Brasilien arbeitet, gehörte zu den anspruchsvollsten Sets, die das Team bauen musste. Dort analysiert er Blumen und Pflanzen, um ein mögliches Heilmittel für seinen verstrahlten Körper zu finden, und dort trifft auch Blonsky erstmals auf Hulk. Die Aufnahmen des Fabrikgeländes entstanden in der früheren Behring Schokoladenfabrik in Rio de Janeiros Stadtteil Santo Cristo. Aber weil ein wesentlicher Teil des ersten Akts im Inneren der Abfüllanlage spielt, musste ein gewaltiges Set konstruiert werden. Der Dreh dieser Actionsequenzen dauerte mehrere Wochen.

        „Das war eine sehr aufwändige Sequenz mit schwierigen Raumverhältnissen“, erklärt Petruccelli. „Wir benötigten viel Platz, den wir nach unseren Vorstellungen gestalten konnten – Hulk braucht einfach viel Platz, um Dinge durch die Gegend zu schleudern.“ Nachdem sich die Filmemacher so ziemlich jede alte Fabrik in und um Toronto angesehen hatten, fanden sie die ideale Location: eine verlassene Glasfabrik in Hamilton. In einem achtwöchigen Marathon schufen Zimmerer, Maler und Monteure zusammen mit Set-Gestaltern und Requisiteuren die Illusion einer intakten Abfüllanlage. Ein Ort, der schließlich bei einer explosiven Auseinandersetzung zwischen Hulk und General Ross’ Kommando vollkommen zerstört wird.

        Damit DER UNGLAUBLICHE HULK wirklich den Zerstörungs- und Actionfaktor bekam, der den Filmemachern vorschwebte, wandten sie sich an Special-Effects-Coordinator Laird McMurray und Stunt-Coordinator John Stoneham jr.. McMurray und sein Special-Effects-Team verpassten Hulks destruktiven Wutausbrüchen den nötigen Realismus, indem sie mit ausgeklügelten Drahtseil-Mechanismen und Maschinen arbeiteten, die Zugkräfte und Druck von mehreren tausend Kilogramm aushielten. Mit diesen Apparaten war es möglich, schwere Gegenstände so schnell zu bewegen, dass es aussah, als würde Hulk sie durch die Gegend schmeißen. Stoneham und sein Stunt-Team erarbeiteten mit McMurrays Leuten Szenarien, in denen Hulk eine Schneise der Zerstörung hinterlässt, die unglaublich realistisch aussieht.

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