Mittwoch | 30. Mai 2012 | 18:38 Uhr
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  • Der unglaubliche Hulk

    Action, Science Fiction, Fantasy | USA 2008
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      • | Produktion: Hulk wird erschaffen

      • Alles begann logischerweise mit dem grünen Hünen selbst. Um das perfekte Design für Hulk zu finden, gingen die Filmemacher Hunderte von Entwürfen und Zeichnungen durch. „Die Vorproduktionphase war unendlich“, wie Produzent Arad zugibt. „Bei uns stapelten sich die Entwürfe. Jeder hatte sein eigenes Bild von Hulk im Kopf. Aber es war wichtig, das alles hinter uns zu lassen, um unseren Hulk zu finden.“

        Regisseur Leterrier wusste, was er von dem finalen Design erwartete: „Es sollte etwas Übermenschliches sein“, sagt er. „Ich wollte Gewebe, Haut und Adern. Der Feinschliff an Hulks Aussehen war sehr wichtig. Es sollte nicht einfach eine ‚aufgepumpte Version von Edward Norton’ dabei herauskommen. Hulk sollte anders aussehen, eng angelehnt an seine Ikonografie.“

        Darum wandten sich Louis Leterrier und die Produzenten an Visual-Effects-Supervisor Kurt Williams, einen Marvel-Veteranen, der schon an Blockbustern wie Fantastic Four (2005) und X-Men: The Last Stand (X-Men – Der letzte Widerstand, 2006) gearbeitet hatte. Zusammen mit der Oscar©-prämierten Trickschmiede Rhythm & Hues ging Williams – Hulk-Fan seit seiner Kindheit – an die Arbeit: Das Team war für über 900 Visual-Effects-Szenen verantwortlich, von denen allein 450 die vollständig computergenerierte Hauptfigur betrafen.

        Dabei war ihnen genauso wichtig, Hulks Wurzeln zu bewahren, wie mit allen technischen Möglichkeiten ein zeitgemäßes Update seines Looks zu schaffen. Um dem Original möglichst nahe zu kommen, nahmen sich Williams und sein Team erstmal die Comics vor. „Konzeptionell machte es natürlich Sinn, zu dem Ursprungsmaterial zurückzugehen“, sagt Williams, „zu dem klassischen Hulk mit allem, was ihn ausmacht. Wir fanden Artworks, die zu unseren Vorstellungen passten – mit längerem Haar und den Posen einer klassischen Skulptur. Die nahmen wir als Grundlage und entwickelten sie weiter. Dann versuchten wir, alles in die echte Welt zu übertragen, was bei Comics wirklich schwierig ist.“

        Williams erwartete eine monströse Aufgabe. Er wollte eine Figur schaffen, die mehr wie ein „Linebacker beim Football denn wie ein Bodybuilder“ wirken sollte, und bärenstark, Furcht einflößend und gleichzeitig gefühlvoll sein musste. Hulk-Fans haben große Erwartungen, und das Visual-Effects-Team eines Films muss sich gewaltig anstrengen, um heutige, CGI-erfahrene Zuschauer zu überzeugen.

        Visual-Effects-Supervisor Williams erklärt, am wichtigsten sei es gewesen, dass man Hulks Emotionen wahrnehmen kann: „Als Mensch scannt man ununterbrochen Gesichter ab, um Gefühle zu erkennen. Der Unterschied zwischen einem echten und einem computergenerierten Gesicht mag noch so klein sein, aber man spürt instinktiv, wenn da etwas nicht stimmt. Wenn beispielsweise die Gesichtsmuskeln nicht korrekt reagieren oder sich die Augen merkwürdig bewegen.“

        Hulk sollte nicht nur Wut und Ärger glaubhaft vermitteln, er musste damit auch neben den echten Schauspielern bestehen können. Um das zu erreichen und die Empathie des Publikums zu wecken, griff das Visual-Effects-Team auf Hilfsprogramme zurück, die darstellen sollten, was Hulk denkt und fühlt. Williams erklärt: „Wir verwendeten beispielsweise Programme, mit dem sich die Muskel- und Gefäßstrukturen vergrößern und verkleinern ließen oder der Sättigungsgrad seiner Farbgebung, um zu zeigen, wie wütend er war. So, wie jemand rot im Gesicht wird, dem etwas peinlich ist. Kleine, aber immens wichtige Details, die Hulk ausmachen.“
        Zufälligerweise kam Stan Lee vor über 45 Jahren zu einem ähnlichen Ergebnis. Dazu Lee: „Zuerst ließ ich Hulk grau aussehen, weil es meines Wissens bislang keinen grauen Superhelden oder Bösewicht gab. Doch bei der ersten Ausgabe verursachte das Grau Probleme beim Druck. Die Techniker meinten, die meisten anderen Farben wären einfacher zu drucken, und ich müsste eine andere Farbe wählen. Einen grünen Superhelden kannte ich auch nicht. Dann also grün!“

        Schließlich kümmerten sich die Designer und Animatoren um die Größe. Dazu Williams: „Die Entscheidung, wie groß Hulk sein sollte, war sehr wichtig. Wir wollten, dass er eine feststehende Größe besitzt, er sollte weder wachsen noch schrumpfen. Wir haben uns für eine Größe von knapp drei Metern entschieden, weil er damit einerseits immer noch zu den Menschen passt und glaubwürdig wirkt, also nicht unfassbar riesig oder gar wie ein Alien. Andererseits war er immer noch groß genug, um glaubhaft Autos durch die Luft zu werfen oder mit seiner Faust gewaltige Risse in die Straße zu schlagen.“

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