Alles begann mit der Winterolympiade in Salt Lake City, als Drehbuchautor Philipp Roth im Fernsehen eine Rückblende von der Entscheidung im Vierer-Bob von den olympischen Winterspielen 1952 in Oslo sah. Die Idee zu SCHWERE JUNGS war geboren: die gesehenen Bilder, das Flair und die Ästhetik der 50er Jahre faszinierten ihn so sehr, dass er sofort mit der Arbeit am Drehbuch begann, um die Geschichte ersten deutschen Teilnahme an olympischen Spielen nach dem Zweiten Weltkrieg und den sensationellen Sieg der deutschen Mannschaft im Vierer-Bob zu erzählen. Die Dreharbeiten fanden von Anfang Januar 2006 bis Ende März 2006 in Garmisch-Partenkirchen, dem tschechischen Liberec und in Sankt Moritz statt. Regisseur Marcus H. Rosenmüller (WER FRÜHER STIRBT, IST LÄNGER TOT) inszenierte in 41 Drehtagen die rasante Story um deutsche Bobfahrer bei der Winterolympiade 1952 in Oslo.
Aus der historischen Genauigkeit erwuchs auch die größte, logistische Herausforderung für das Produktionsteam von Olga Film: Anders als heute sausten Bobschlitten 1952 nicht in künstlich vereisten Betonrinnen zu Tal sondern auf eigens gebauten Natureisbahnen. Die einzige Natureisbahnanlage Europas steht in Sankt Moritz, dort wurde auch gedreht. Denn den Unterschied zwischen Kunsteis und Natureis „hätte der Zuschauer sofort erkannt“, so Produzent Harald Kügler. Für sämtliche Aufnahmen im Eiskanal der Schweizer Bahn standen nur drei halbe Drehtage zur Verfügung, pro Drehtag waren acht Fahrten auf der Bahn möglich. Diese mussten ausreichen, um in den fertigen Film als Fahraufnahmen der verschiedenen Olympiateams in allen Durchläufen zu fungieren. Mit Hilfe von zeitweilig sechs Kameras und ausgeklügelter Logistik am Drehort konnte das Problem jedoch gelöst werden. Um das echte „Bobfeeling“ zu erfahren, stürzte sich auch Regisseur Marcus H. Rosenmüller im historischen Großschlitten zu Tal. „Ein eigenartiges Gefühl, weil die altertümlichen Gefährte an den Seiten längst nicht so stabil sind wie die Modernen und man sich ganz schön festhalten muss, während der Fahrt“, lacht Rosenmüller.
Doch nicht sämtliche Fahrtaufnahmen entstanden in Sankt Moritz. Die Produktion zog weiter ins nordböhmische Liberec, das den Olympiaort Oslo, die dortige Bobbahn sowie Ziel und Start von Garmisch doubelte. Dorthin reiste dann auch der Eisbahnfachmann. Der Südtiroler, der alljährlich die Eisbahn in Sankt Moritz kreiert und einer der wenigen Natureisbahnbauer Europas ist, sorgte auch in Liberec für eine Bahn auf der die Start- und Zieleinlaufsequenzen der Rennen gedreht wurden. Um besonders diese Szenen realistisch darstellen zu können, hatten sich die Schauspieler vor Drehstart eigens einem speziellen Training auf der Bob-Anschubbahn in Oberaudorf unterzogen.
Den Darstellern blieben die Drehtage in Böhmen vor allem der deftigen Küche wegen in Erinnerung. Michael A. Grimm lacht: „Die Knoblauchfahnen am Set waren unglaublich.“ Aber anders als bei so mancher Hollywoodproduktion mussten die SCHWEREN JUNGS ja keine Kalorien zählen. „Das ist ja auch das Sympathische an der Story, dass endlich mal die Dicken die Sieger sind!“, findet Produzentin Viola Jäger, die besonders Casting-Spezialistin Nessie Nesslauer für ihre Arbeit lobt: „Sie hat eine wunderbare Truppe zusammengestellt, die hervorragend harmonierte und das hat sich auch auf die gute Laune am Set ausgewirkt.“ Das bestätigt auch Hauptdarsteller Sebastian Bezzel, der den „Gamser“ spielt: „Wir hatten jede Menge Spaß am Set. Gäb’s nicht den Dorfler, dann wäre ja auch meine Filmehe mit Liane Forestieri ausschließlich harmonisch und romantisch“, so Bezzel. „Etwas, was mir angesichts einer so hübschen und netten Kollegin wie Liane auch leicht fiel zu spielen“, erinnert er sich anerkennend.
Produziert wurde SCHWERE JUNGS von OLGA FILM, die bekannt ist für erfolgreiche und prämierte Kinofilme wie KLEINE HAIE, DER BEWEGTE MANN sowie MÄDCHEN, MÄDCHEN! und NAPOLA. Der Film wurde in St. Moritz, Garmisch-Partenkirchen, München und in der Umgebung von Liberec (Tschechien) gedreht. Gefördert wurde der Film von der FFA Filmförderungsanstalt Berlin und dem FFF FilmFernsehFonds Bayern.