Mittwoch | 30. Mai 2012 | 21:55 Uhr
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  • Mitten ins Herz ‑ Ein Song für Dich

    Komödie, Romanze | USA 2007
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      • | Über die Produktion

      • Die Inszenierung seines Drehbuchs zu „Music and Lyrics“ (Mitten ins Herz – Ein Song für Dich) sieht Filmemacher Marc Lawrence als seine ganz persönliche Chance, in eine Welt einzutauchen, die ihn schon immer fasziniert hat: die Welt der Komponisten. „Ich habe zwar mal in einer Band mitgespielt, bin aber ein ziemlich lausiger Musiker“, bedauert er. „Aber ich habe immer gern Songs geschrieben. Ich wollte zunächst einen Film über einen Schriftsteller machen – doch das Schicksal eines Drehbuchautors wäre mir persönlich und meinen schöpferischen Geburtswehen zu nahe gekommen“, lacht er. „Aber mithilfe dieser speziellen Variante konnte ich dann über den mir geläufigen kreativen Prozess schreiben und gleichzeitig meine andere große Leidenschaft mit einbeziehen: die Musik.“

        Um zu beschreiben, wie sich Fletcher & Fisher zu einem Autorenteam zusammenraufen, informierte sich Lawrence über legendäre Duos wie die Gershwins oder Elton John und Bernie Taupin: „Ich las viele Bücher und schaute mir eine Menge Dokumentationen an. Bei vielen berühmten Teams herrscht Arbeitsteilung: Der eine schreibt den Text, der andere komponiert. Sofort merkte ich, dass die Konflikte eines Teams, das jeder Person eine spezifische Rolle in einem letztlich als Teamarbeit angelegten kreativen Prozess zuteilt, viele komische Situationen bieten kann.“

        Um die Komik auf die Spitze zu treiben, sollten Lawrences Songschreiber schon von vornherein nicht zusammenpassen. „Alex gehörte einst zu einer Wham nachempfundenen Band namens ,PoP‘. Sein Partner hat dann eine steile Solo-Karriere gemacht, doch für Alex ging es nur noch bergab: Inzwischen tritt er auf Jahrmärkten und in zweitklassigen Vergnügungsparks auf, und auch damit klappt es nicht mehr richtig.“

        Doch ausnahmsweise meint es die Schicksalsgöttin gut mit Alex: Das derzeitige Girl-Wunder der Musikbranche, Cora Corman, beauftragt Alex, den nächsten Song für sie zu schreiben. „Alex bekommt die Chance, ein Duett für den an Britney Spears erinnernden Teeniestar zu komponieren“, berichtet Lawrence. „Cora fällt zunächst nur ein Titel ein: ,Way Back Into Love‘. Jetzt soll ihr jemand das Lied schreiben und es dann gemeinsam mit ihr auf der Bühne des Madison Square Garden singen, wenn in ein paar Tagen ihr neues Album veröffentlicht wird. Cora kommt auf Alex, weil sie als kleines Mädchen von seinen Songs begeistert war. Sie hält ihn für einen Retrotypen – was Alex absolut nichts ausmacht, solange ihm das einen Auftrag bringt.“

        Alex hat zu PoP-Zeiten in den 80er-Jahren zwar eine Reihe von Hits produziert, aber nie eigene Texte geschrieben. Außerdem bleibt ihm zum Schreiben sehr wenig Zeit, und er weiß genau, dass auch andere Musiker unbedingt den einzigen noch freien Platz auf Coras Album ergattern wollen. Also muss Alex innerhalb von wenigen Tagen einen Hit liefern, um seine Karriere wieder in Gang zu bringen.

        Auftritt Sophie Fisher, die zwar einst kreatives Schreiben studiert, sich aber noch nie an Songtexten versucht hat. Nachdem die Liebesbeziehung zu ihrem Professor in die Brüche gegangen ist, will sie vom Schreiben nichts mehr wissen. „Doch bald stellt sich heraus, dass ihr die Songtexte im Blut liegen“, verrät Lawrence.

        Sophie und Alex treffen sich rein zufällig, weil die völlig entwurzelte Sophie kurzfristig einer Freundin aushilft und deren Job übernimmt, anderer Leute Zimmerpflanzen zu gießen: So kreuzt sie auch in Alex’ Wohnung auf. „Alex ist mit seinem Leben eigentlich ganz zufrieden, als er Sophie kennen lernt“, sagt Lawrence. „Er hat sich mit einem bescheideneren Lebensstil arrangiert, weil er kein großer Star mehr ist. Aber das macht ihm nichts aus – er ist überzeugt, seinen Lebensweg gefunden zu haben. Doch dann öffnet er eines Tages seine Tür, und ein exotischer Vogel flattert herein und wieder hinaus, was eine unerwartet starke Reaktion in ihm auslöst: ,Was war denn das eben?‘ Durch die Begegnung mit Sophie wird sein Leben langsam, aber sicher auf den Kopf gestellt.“

        Der Regisseur fährt fort: „Sophie ist ihm ähnlich, weil auch sie jeden Ärger vermeiden will. Ihr ehemaliger Professor und Exfreund Sloan Cates hat ihr das Herz gebrochen, indem er ihre Beziehung kaum verschleiert in einem Buch beschrieben hat, das sich als Bestseller entpuppt. Sophie wird darin wenig schmeichelhaft als ,Möchtegern-Autorin ohne echtes Talent‘ beschrieben. Natürlich ist Sophie am Boden zerstört – sie kann unmöglich weiterschreiben.“

        „Als Sophie Alex kennen lernt, haben sie sich beide in der Tretmühle arrangiert, die sie überhaupt nicht weiter bringt. Beide halten sich für unfähig, etwas Außergewöhnliches zustande zu bringen“, stellt Drew Barrymore fest, die im Film Sophie darstellt. „Also treffen sich diese beiden verlorenen Seelen, um einen Song zu schreiben, und sie machen sich gegenseitig klar, dass sie der Welt durchaus etwas zu bieten haben, vor allem aber sich selbst und schließlich auch einander.“

        Hugh Grant freute sich ganz besonders darauf, den vom Schicksal gebeutelten Alex Fletcher zu spielen: „Alex hat es einst als Popstar zu Weltruhm gebracht – heute tritt er bei Ehemaligentreffen in Schulen auf. Er erträgt seine traurige Situation mit viel Humor, vielleicht sogar ein wenig zu gelassen. Er glaubt inzwischen selbst, dass er nichts mehr wert ist. Er hat einfach Angst davor, noch einmal kreativ zu arbeiten. Er braucht einen Anstoß von außen, um zu kapieren, dass er durchaus Talent hat und ein leidenschaftlicher Musiker ist. Genau das löst Sophie in ihm aus. Sie bringt ihn wieder auf Trab – kreativ und auch romantisch. Und am Ende funktioniert das umgekehrt auch für sie.“

        Doch bevor beiden klar wird, dass sie gemeinsam wunderbare Songs komponieren können, versucht es Alex mit einem anderen Texter, was völlig daneben geht. Zufällig betreut Sophie gerade Alex’ Zimmerpflanzen und schlägt ihm dabei aus dem Stegreif ein paar Zeilen vor. Alex ergreift die Gelegenheit beim Schopf und ermuntert sie zu weiteren Einfällen. Sophie will davon aber nichts wissen. Doch Alex merkt plötzlich, dass er ihr den Song unbedingt aus der Nase ziehen muss, wenn er sich selbst nicht endgültig begraben lassen will. Unversehens geraten diese beiden sich fremden Menschen in eine Situation, in der sie tagelang sehr intensiv zusammenarbeiten müssen.

        „Beide sind Künstler, doch sie arbeiten völlig unterschiedlich. Und plötzlich sind sie zusammen in ein Zimmer gesperrt. Ihre Eigenheiten und Macken werden deutlich, sie lernen sich durch die Stresssituation wirklich sehr gut kennen“, berichtet der Regisseur. „Ständig hocken sie zusammen, schreiben, streiten, gehen spazieren, essen, schreiben, schreiben um und versuchen, den Song auf die Reihe zu bekommen. Wer schon mal eine ähnliche Erfahrung gemacht, einen kreativen Schaffensprozess oder auch nur eine längere Reise zu zweit erlebt hat, der weiß, dass man sich sehr schnell auf die Nerven gehen kann… und dabei eine sehr intime Beziehung entwickelt.“

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