Mittwoch | 30. Mai 2012 | 21:56 Uhr
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  • Mitten ins Herz ‑ Ein Song für Dich

    Komödie, Romanze | USA 2007
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      • | Produktion: Die Musik

      • Von dem schwierigsten Aspekt bei der Arbeit an „Mitten ins Herz – Ein Song für Dich“ fühlte sich Marc Lawrence gleichzeitig auch am meisten herausgefordert. „Ich schrieb das Drehbuch, besetzte die Rollen und tat alles, was Regisseure bei einem Film so zu tun haben“, sagt er. „Doch in Bezug auf die Musik hatte ich letztlich nicht alles komplett in der Hand. Wir hörten uns jede Menge Songs an, um geeignete Titel auszusuchen. Die Songs sollen eingängig und melodisch sein, wobei für die Texte ganz spezifische Voraussetzungen gelten: Sie müssen stilistisch zum Charakter der Hauptfiguren passen und die Handlung vorantreiben. Solche Bedingungen sind schwer zu erfüllen.“

        Um den richtigen Sound für Alex Fletcher zu finden, musste man zunächst ein Genre für ihn festlegen. Für Lawrence boten die 80er-Jahre die perfekte Musik: „Ganz ehrlich: Zu keiner Zeit hätte Alex sich einen besseren Namen machen können. Der Musikstil passt zur Filmfigur. Dadurch wird sonnenklar, was für ein Typ er einst war, denn in gewisser Weise ist er sehr oberflächlich, was viele Leute auch von der Musik der 80er behaupten – es ging damals nur um den Aufwand und eine zündende Melodie. Und so sehr man sich über dieses Genre auch lustig macht – die Songs bekommt man nicht mehr aus dem Kopf“, berichtet der Regisseur. „Es ist schon so, wie Sophie im Film zu Alex sagt: ,Du solltest dich für diese Songs wirklich nicht schämen. Das ist Qualitätsarbeit, auf die du stolz sein kannst.‘“

        „Ich mag die Musik der 80er sehr, denn sie ist einfach köstlich – da gibt es keine zwei Meinungen“, begeistert sich Barrymore. „Wenn ich heutzutage tanzen gehe, sage ich immer: ,Spielt ihr bitte Songs aus den 80ern?!‘ Ich bin sicher, dass ich ganz heftig auf PoP abgefahren wäre.“

        Johnston ist derselben Meinung wie ihre Partnerin: „Das war genau meine Zeit… Tears for Fears, The Police. Rhonda und ich sind uns darin ähnlich, was sie als Schulmädchen für Alex empfunden hat. Ich stand damals auf Stewart Copeland, den Drummer von The Police. Und Duran Duran, die fand ich auch spitze.“

        Um Alex die Markenzeichen-Songs der Gruppe PoP auf den Leib schneidern zu lassen, engagierte Lawrence Adam Schlesinger, einen der Songschreiber der Gruppe Fountains of Wayne, der Lieblingsband des Regisseurs. Schlesinger hatte bereits den eingängigen Titelsong zu Tom Hanks’ Regiearbeit „That Thing You Do!“ (That Thing You Do!) geschrieben. Jetzt lieferte er „Don’t Write Me Off“, „Meaningless Kiss“ und „Way Back Into Love“, wobei der letztgenannte Titel im Film die erste Teamarbeit von Alex und Sophie darstellt.

        „Adam ist ein brillanter Kopf“, sagt Lawrence. „Er kann mit den wenigen Zeilen zu ,Way Back Into Love‘ genau das ausdrücken, wozu ich 120 Seiten brauchen würde. Was die Romantik des Films angeht, hat er damit den Nagel auf den Kopf getroffen.“

        „Marc begeistert sich wirklich für Musik“, sagt Schlesinger. „Schon wenn man das Drehbuch liest, wird deutlich, dass hier ein Musikliebhaber und Kenner am Werk ist. Alle Einzelheiten stimmen – bis hin zu den Songs, die ihm vorschwebten, und den Instrumenten, die am Set verwendet werden.“

        Natürlich war Schlesinger klar, dass die musikalische Umsetzung von „Way Back Into Love“ ihn ganz besonders forderte: „Marc zeigte mir eine frühe Fassung des Skripts und erklärte, dass Alex und Sophie ein Lied für Cora schreiben. Für einen Songschreiber ist das wirklich kompliziert, denn im Film schreiben zwei Leute einen Song für eine dritte Person. Und der Text muss so allgemein gehalten sein, dass er zu all den verschiedenen Filmszenen passt, ohne der Handlung in die Quere zu kommen. Laut Marc sollte er auch nicht zu sentimental sein, denn die Lovestory entwickelt sich ja nicht zwischen Alex und Cora, die aber das Lied am Ende gemeinsam singen. Marc eröffnete mir außerdem, dass die Dreharbeiten schon in ein paar Wochen beginnen würden, er aber immer noch keinen Song hatte. Doch ohne Song gibt es keinen Film. Ich stand also überhaupt nicht unter Druck“, lacht der Songschreiber. „Ich war genauso panisch wie Alex im Film.“

        Die Songschreiber Andrew Wyatt und Josh Deutsch schrieben „Pop Goes My Heart“, den Markenzeichen-Platz-eins-Hit der Gruppe PoP. „Ein toller Song“, sagt Lawrence. „Er passt stilistisch sehr genau in die Ära.“ Extra für den Film wurde ein Musikvideo zum Song gedreht – komplett mit Frisuren von der Gruppe Flock of Seagulls, Schachbrettmustern im Hintergrund, Tänzerinnen in engen Krankenschwesteruniformen und dem stereotyp blinkenden Herzen im Stil der 80er-Jahre. Das Musikvideo kommt am Anfang des Films zum Einsatz.

        Für Grant war Alex’ Rückblende in die 80er-Jahre besonders lustig: „Der Dreh für das Video hat wirklich Spaß gebracht. Es gibt jede Menge Einstellungen der Band in verschiedenen Kostümen, und wir haben bei der lächerlichen Story ordentlich dick aufgetragen. Als Vorbereitung haben wir uns massenhaft Duran Duran reingezogen. Ich trage dabei unglaublich viel Rouge im Gesicht – ich sehe etwa so aus wie eine Pariser Puffmutter“, grinst Grant.

        Der unwahrscheinlichste Zufall bei Lawrences Suche nach geeigneter Musik ergab sich, als sein zwölfjähriger Sohn Clyde dem Vater einen Song speziell für den Film schrieb. „Clyde schrieb ,Dance With Me Tonight‘, weil er meinte, PoP müssten eine Ballade singen“, sagt der Regisseur stolz. „Ich war begeistert von dem Song, bin aber natürlich voreingenommen. Deshalb spielte ich ihn auch anderen Leuten vor, ohne zu verraten, von wem er stammt. Ich wollte auf keinen Fall Zustimmung, nur weil mein Sohn ihn geschrieben hat… doch alle waren begeistert“, strahlt er. „Außerdem habe ich durch Clyde viel Geld gespart. Ein paar Karten für das Mets-Spiel, und schon war er zufrieden.“

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