Mittwoch | 30. Mai 2012 | 21:56 Uhr
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    Komödie, Romanze | USA 2007
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      • | Produktion: Design der 80er-Jahre

      • „Heute machen die Leute Witze über die 80er“, kommentiert Lawrence. „Aber gleichzeitig finden sie die Ära auch auf perverse Art richtig cool.“

        Der größte Teil des Films spielt in der Gegenwart, aber viele Einzelheiten in Alex Fletchers Leben beziehen sich auf die heute berüchtigte „Dekade der Dekadenz“. „Der Film changiert zwischen zwei unterschiedlichen Zeitebenen, weil Alex noch den alten Zeiten verhaftet ist“, sagt der Autor/Regisseur. „Und das müssen wir durch das Produktionsdesign ausdrücken.“

        „Es war gar nicht einfach, einen Rocker der 80er zu zeigen, der einst den Lebensstil eines weltberühmten Rockstars pflegte, um ihn dann in einen Typen zu verwandeln, der kaum noch seine Miete zahlen kann“, berichtet Produktionsdesignerin Jane Musky.

        Musky und ihr Team fähiger Grafiker entwarfen einen Katalog mit Erinnerungsstücken aus den 80er-Jahren. „Wir haben eine komplette Kampagne für PoP entworfen: Poster, Schallplatten und CDs. Wir haben Fotos mit der Band in ihrem 80er-Jahre-Outfit gemacht und weitere Aufnahmen mit Hugh, die wir dann per Photoshop in alle möglichen Situationen eingefügt haben“, erklärt die Designerin. „Visuell haben wir innerhalb von zwei Drehtagen seine gesamte Karriere nachvollzogen, mit vielen Kostümwechseln, Requisiten und unterschiedlichem Makeup. Mithilfe der so entstandenen Fotos fertigten wir die Memorabilien an: Poster, Titelblätter von Magazinen, Zeitschriftenartikel – so erwachte die Geschichte der Gruppe PoP grafisch zum Leben.“

        So entstanden auch Erinnerungsstücke, die Alex’ Weltreisen belegen: Auf einem Bild springt er zum Beispiel auf die Berliner Mauer, auf einem anderen ist er mit der Band in Ägypten zu sehen. Diese Zeugen der Vergangenheit tauchen im Film überall in Alex’ Apartment auf.

        Lawrence weiß, dass Kostümbildnerin Susan Lyall „selbst mal eine Art Rocker war“ – entsprechend forderte er sie auf, ihr Wissen auf Alex’ Welt anzuwenden.

        „Ich habe mich also in meine Recherchen der 80er-Jahre gestürzt“, berichtet Lyall. „In der Mode waren wattierte Schultern angesagt – an beiden Seiten 30 Zentimeter breit. Man erkennt die Zeit aber auch an den Frisuren und an den hohen Taillen der Hosen – all das kommt uns heute sehr seltsam vor, obwohl es noch gar nicht so lange her ist.“

        Als Anschauungsmaterial benutzte Lyall vor allem die 80er-Jahre-Popband Duran Duran, und dabei besonders Leadsänger Simon Le Bon. „Ich wollte Alex nicht als Karikatur eines abgehalfterten Popstars zeigen“, erklärt sie. „Mir ging es eher um den gut aussehenden, einstigen Popstar, der auf seine Chance für ein Comeback wartet und dann vielleicht auch ein neues, jüngeres Publikum anspricht. Sogar in der Gegenwart ist Alex noch vom Touch der 80er geprägt: Zum Beispiel wickelt er sich seinen Schal auf bestimmte Art um den Hals, er trägt viele Ringe, eine kleine Halskette und eine dunkle Brille. Und er ist wie anderere ehemalige Rockstars ein Turnschuh-Fetischist.“

        Dagegen muss sich Lyall bei den Kostümen für den aktuellen Popstar Cora an der Gegenwart orientieren. „Cora ist noch ein Teenager, sie soll also immer sehr jung und ,angesagt‘ aussehen“, berichtet Lyall. „Ihre Songs, ihre ganze Erscheinung sind unverhohlen sexy – also muss jedes Kostüm etwas übertrieben wirken… aber natürlich nicht für die Teenager, die selbst unbedingt auf einer Bühne stehen wollen.“

        Als auf dem Höhepunkt des Films das Duett „Way Back Into Love“ erklingt, soll die junge Popsängerin laut Lawrence ganz klassisch aussehen und dabei Grants Alex perfekt ergänzen. Zu diesem Zweck entwarf Lyall einen Kostümwechsel, der sogar auf der Bühne stattfindet. „Haley trägt für die erste Nummer ein Kostüm, um anschließend ihr kleines Kapuzentop aus Silbermaschen abzulegen – sie zieht dann ein Smoking-Jackett aus Satin an, in dem sie wie eine moderne Judy Garland wirkt. Sie trägt Hotpants, die Hosenträger hängen runter, und dazu Kniestrümpfe mit Piraten drauf. Bei dem Song steht sie direkt neben Hugh in seinem schwarzen Samtanzug – zusammen sehen die beiden toll aus.“

        Lawrence ist überzeugt, dass der Song „Way Back Into Love“ das Thema des Films auf den Punkt bringt. „In einer Zeile heißt es: ,Ich suche nach Inspiration, ich bin die ewigen Kompromisse leid‘“, stellt er fest. „Wahrscheinlich ist das ganze Leben mehr oder weniger ein ständiger Konflikt zwischen diesen beiden Polen. Wir alle hoffen auf Inspirationen, auf jene erhabenen Momente, in denen Märchen oder unsere Fantasien wahr werden.“

        Und er fährt fort: „Tatsächlich haben wir es in unserem Leben aber meist mit Kompromissen zu tun… vor allem in den banalen Aspekten unseres Alltags. Im Grunde wissen wir natürlich, dass nicht alles Inspiration sein kann. Und wir hoffen einfach, dass wir uns nicht allzuviel anpassen müssen. Im Spannungsfeld der beiden Extreme entwickelt sich dann irgendwo die Magie. Alex und Sophie erleben diesen Zauber. Und ich finde, wir alle haben ebenfalls mehr davon verdient.“

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