FILMDETAILS | Die drei ???: Das Geheimnis der Geisterinsel
Die drei ???: Das Geheimnis der Geisterinsel
Abenteuer,
Jugendfilm
| Deutschland / Großbritannien 2007
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| Das erste Mal - Regisseur Florian Baxmeyer
Wie war es, als Sie das erste Mal „Die drei ???“ gelesen haben?
Florian Baxmeyer: Wir hatten zuhause die Bücher, und ich kann mich erinnern, dass ich mir als Sechsjähriger immer die Cover angeguckt habe. Allerdings war ich mehr ein Kassettenmensch und habe mir die Geschichten deshalb gemeinsam mit meinem Bruder auf unserem uralten Rekorder angehört. Das Tolle an den Geschichten war, dass sie alle wahnsinnig spannend und immer ein bisschen gruselig waren. Außerdem fand ich die drei Jungs klasse und die Vorstellung, eine Detektivagentur zu haben. Wir haben natürlich sofort unsere eigene gegründet. Ich kann mich da sogar noch an einen sehr lustigen Fall erinnern: Wir haben behauptet, einer Autoschieberbande auf der Spur zu sein, und haben uns bei einer armen Dame aus der Nachbarschaft eingeschlichen unter dem Vorwand, ein Interview für eine Schülerzeitung führen zu wollen. Einer war dann in der Küche, der andere hat versucht, Beweise in der Wohnung zu finden, was natürlich nicht geklappt hat.
Wann haben Sie das erste Mal von dem Filmprojekt erfahren?
Florian Baxmeyer: Ich war damals noch Filmhochschüler in Hamburg und gerade auf dem Gelände von Studio Hamburg unterwegs. Dort hat mir Ronald Kruschak erzählt, dass sie die Bücher verfilmen wollten. Daraufhin habe ich gleich eine Stelle aus dem Band „Der grüne Geist“ zitiert. Das hat wohl großen Eindruck hinterlassen. Außerdem hatte Studio Hamburg mir, nach dem Gewinn des Studio Hamburg Nachwuchspreises, schon meine ersten Regiearbeiten für das „Großstadtrevier“ angeboten. Die „Geisterinsel“ war mein erstes Kinoprojekt und deshalb ein sehr verlockendes Angebot, weil es eine Geschichte ist, die ich kenne, von der ich als Kind großer Fan war und immer noch bin.
Wie war es, als Sie die drei Jungs erstmals gemeinsam sahen?
Florian Baxmeyer: Dem ging eine sehr aufwändige Suche voraus. Wir haben in Los Angeles alles abgegrast. Als wir sie beisammen hatten, waren wir sehr erleichtert. Die ersten Szenen haben auf Anhieb wunderbar geklappt. Jeder war perfekt in seiner Rolle, wahnsinnig talentiert und sehr professionell. Das hat Riesenspaß gemacht.
Wie war der erste Besuch in Südafrika?
Florian Baxmeyer: Wir haben intensiv gescoutet und sind erst ein paar verschiedene Wege gegangen. Die Geschichte sollte nämlich ursprünglich in Südamerika spielen. Entsprechend haben wir in Südafrika nach Locations gesucht, die nach Südamerika aussehen. Wir sind sogar mit einem Flugzeug übers Land geflogen und haben Stellen gesucht, die passen könnten. Und so habe ich ganz sensationelle Locations entdeckt. Wir haben uns dann aber entschlossen, die Geschichte einfach in Südafrika stattfinden zu lassen, weil sich so viel mehr Möglichkeiten ergaben. So durfte man zum Beispiel auch den Tafelberg mit einbeziehen und musste nicht drumherum filmen.
Welches Gefühl hatten Sie, als die erste Klappe fiel?
Florian Baxmeyer: Die Nacht vor Drehbeginn war ich schon etwas nervös, nicht nur, weil viele Leute von Studio Hamburg vor Ort waren. Die Vorbereitungen für einen Kinofilm sind sehr langwierig. Da ist man am ersten Drehtag dann natürlich nicht so locker. Allerdings hat alles wunderbar geklappt. Das war eine große Erleichterung. Komischerweise habe ich das gar nicht als surreale Erfahrung empfunden. Das kam eigentlich eher an freien Tagen, beziehungsweise als die letzte Klappe fiel. Wenn man mittendrin steckt, führt man sich das Große und Ganze gar nicht so vor Augen. Es ist besser, wenn man nicht ständig an die Größe des Projekts denkt. Das macht nur nervös. Besser ist es, die kleinen Probleme des Tages zu lösen. Dabei lief der ganze Dreh von Anfang an sehr gut. Wir waren einfach gut vorbereitet und haben mit den Kids ausführlich geprobt. Das war sehr hilfreich. Es war mein entspanntester Dreh, den ich bislang hatte. Zum Schluss wurde das Wetter ein bisschen schlecht. Außerdem mussten wir ein Stück des Townships auf dem Studiogelände nachbauen, was ursprünglich natürlich nicht so geplant war.
Wie haben Sie sich nach der letzten Klappe gefühlt?
Florian Baxmeyer: Einerseits erleichtert, weil man es geschafft hat. Andererseits auch traurig, weil man doch mit den Leuten, mit denen man über einen so langen Zeitraum eng zusammenarbeitet, auch zusammenwächst – gerade mit den Jungs. Allerdings kommt ja bald Teil 2. Und da sehen wir uns alle wieder.
Wie war es, als Sie zum ersten Mal das Material gesichtet haben?
Florian Baxmeyer: Unser Cutter Ueli Christen war mit vor Ort und hat während des Drehs auch schon angefangen zu schneiden. Nach Drehende haben wir gemeinsam in Südafrika einen ganz groben Rohschnitt gefertigt. Anschließend habe ich eine Woche Pause gemacht. Das finde ich wichtig, um ein wenig Abstand zu gewinnen und mit frischem Blick an das Material herangehen zu können. Als ich mich dann wieder darangesetzt habe, kamen mir manche Szenen vor, als hätte ich sie vor unendlich langen Zeiten gedreht. Am längsten und intensivsten haben wir an der Flugsequenz am Ende gearbeitet. Das war schon beim Dreh die größte Herausforderung gewesen. Wir hatten uns dafür etwas völlig Unmögliches vorgenommen, nämlich eine Hangglider-Verfolgung durch Kapstadt. Und Kapstadt ist bekannt für seinen völlig unberechenbaren Wind. Es sollte viel live geflogen werden. Nur leider funktionierte das nicht wie gewünscht. Das war vor allem für das zweite Drehteam ein Problem. Das zog sich endlos hin.
Mittlerweile haben Sie den Film ja bereits ein erstes Mal mit Publikum gesehen. Wie fühlte sich das an?
Florian Baxmeyer: In München habe ich den Film in der endgültigen Fassung in zwei Vorführungen vorgestellt, einmal vor einem eher älteren Publikum, dann vor Familienpublikum mit vielen Kindern. Das war wahnsinnig interessant, weil man unmittelbar erlebt, wie der Film ankommt. Bei dem Erwachsenen-Screening war ich überzeugt, dass wir geschlachtet werden würden. Das Gegenteil war der Fall. Die Kritik, die kam, war ausgesprochen konstruktiv und hilfreich. Und die Vorführung vor Kindern war ein Fest. Da weiß man dann, wofür man sich die ganze Zeit geplagt hat.
Für den zweiten Film sind Sie wieder als Regisseur an Bord. Freuen Sie sich auf die bevorstehende Arbeit?
Florian Baxmeyer: Und wie. Wir legen los, bevor DAS GEHEIMNIS DER GEISTERINSEL in die Kinos kommt. Dabei handelt es sich um eine so genannte Haunted-House-Geschichte, die gerade in Deutschland als Buch sehr erfolgreich war. Ging der erste Film mehr in die Abenteuerrichtung, so kommen jetzt zum Abenteuer noch ein bisschen Grusel und Horror dazu – genau das, was ich an den Büchern und Hörspielen so gern mochte. Gespannt bin ich vor allem, die drei Jungs wiederzusehen: Die habe ich vor einem halben Jahr zum letzten Mal getroffen. Ich bin gespannt, wie sie sich verändert haben.