SUPERHERO MOVIE führt den Regisseur und Drehbuchautor Craig Mazin erneut mit den Produzenten Bob Weiss und David Zucker zusammen. „Ich habe das Glück, wieder mit Bob Weiss und David Zucker arbeiten zu dürfen“, sagt Mazin. „Ich habe SCARY MOVIE 3 und 4 mit ihnen gemacht und es ist toll, mit Leuten zu kooperieren, die auch deine Freunde sind. Man versteht sich beruflich fast blind.“ Mazin war Co-Autor bei SCARY MOVIE 3 („Scary Movie 3“, 2003) und SCARY MOVIE 4 („Scary Movie 4“, 2006), Regie führte damals Zucker, während Weiss produzierte.
Aber ein Genre zu parodieren ist nicht so leicht wie es aussieht. David Zucker, der AIRPLANE! („Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“, 1980), THE NAKED GUN („Die nackte Kanone“, 1988), THE NAKED GUN 2 1⁄2 („Die nackte Kanone 2 1⁄2“, 1990) sowie SCARY MOVIE 3 und SCARY MOVIE 4 inszenierte, weiß, dass das Publikum bei Parodien auf ganz bestimmte Art amüsiert werden will: „Es gibt da einen gemeinsamen Nenner. Jeder mag Superhelden-Filme. Ich auch. Mir gefiel beispielsweise in den 80er Jahren diese AIRPORT-, diese Katastrophenfilm-Serie. Obwohl ich sie mochte, waren da diese Typen, die von Robert Stack, Peter Graves oder Charlton Heston gespielt wurden und mit bierernster Miene todernste Sätze von sich gaben. Das war einfach witzig und das drängt sich geradezu auf, parodiert zu werden.“
Darüber hinaus hatten die Produzenten ein Genre gefunden, das noch nicht durch den Kakao gezogen worden war. „Schon vor ein paar Jahren unterhielten wir uns darüber, welches Genre wir noch nicht parodiert hatten“, erinnert sich Produzent Bob Weiss. „So kam schließlich SUPERHERO MOVIE zustande. Wir hatten einfach noch keine richtige Persiflage der Gattung gesehen.“ „Ich liebe Superhelden-Filme. Ich habe sie immer schon gemocht. Seit meiner Kindheit verschlinge ich auch Comics“, erzählt Mazin, „Zwischen diesen gezeichneten Geschichten und den Filmen des Superhelden-Genres gibt es Parallelen. Viele der Filmhelden sind Outsider, Geächtete, die eigentlich nur Teil der Gesellschaft sein wollen. Aber sie sind anders, verfügen über übernatürliche Kräfte und müssen sich riesigen Herausforderungen stellen. Da stirbt jemand, den der Superheld liebt – weil er falsch gehandelt hat oder auch gar nicht. Da ist dieses Mädchen, das er liebt, aber seine geheime Identität verbietet es ihm, sich ihr anzuvertrauen. Es läuft alles irgendwie immer nach demselben Muster ab...“
Als Mazin sich während des Schreibens immer tiefer ins Material einarbeitete, bemerkte er weitere Motive, die stets in Superhelden-Filmen auftauchen: „Alle Superhelden-Filme drehen sich auch darum, dass der Held allmählich lernt, ein erfolgreicher Superheld zu werden. Zuerst lernt er einmal, mit seinen Kräften richtig umzugehen und lernt sich dabei gleichzeitig selbst kennen. Ein schwieriger Prozess. Und auch kein ungefährlicher. Denn der größte Feind ist oft nicht der Gegner, sondern man selbst. Erst wenn man das realisiert hat und sich richtig einzuschätzen vermag, ist man ein Superheld. Und genau so ergeht es auch unserem Rick. Auch er begibt sich auf eine Reise zu sich selbst.“
Rick, gespielt von Drake Bell, ist der zentrale Charakter von SUPERHERO MOVIE, Rick und natürlich sein Alter Ego Dragonfly. Mazin beschreibt die Figur und was sie so lustig macht: „Er ist superstark und superbeweglich. Er kann Wände hinaufklettern und ist auch ein vorzüglicher Straßenkämpfer. Seine Haut ist gepanzert. Er ist, wenn man von Titanklingen absieht, eigentlich unverwundbar. Und er trägt, wie jeder ordentliche Superheld, schöne grüne Kostüme.“ „Nur gibt es da dieses kleine Problem. Immer wenn Dragonfly Leute zu retten versucht, bringt er sie dabei um“, fährt Mazin fort. „Er besitzt ein großes Herz, aber die Dinge laufen oft nicht so wie er möchte.“
Eine gute Persiflage bedingt, dass die Figuren ordentlich ihr Fett abbekommen. Davon ist Zucker überzeugt: „Die verschiedenen Charaktere des Films wissen ja nicht, dass sie in einer Parodie spielen. Sie müssen ganz geradlinig agieren. Die Zuschauer sind im Prinzip auf ihrer Seite, wollen, dass ihre Helden gewinnen oder Gutes tun. Das habe ich schon bei AIRPLANE! gelernt. Robert Hayes lenkt da dieses Flugzeug und die Zuseher wollten, dass er es sicher landet. Das war uns ursprünglich gar nicht bewusst. Wir hatten zunächst jede Menge blöder Witze eingebaut, die wir dann jedoch entfernten. Das Publikum wollte den Helden einfach reüssieren sehen.“
Obwohl die Filmemacher viel Spaß daran hatten, die diversen Superhelden zu verulken, besteht Mazin darauf, dass das alles frei von jedweder Bosheit geschah: „Man kann eigentlich nichts richtig veralbern, was man nicht wirklich liebt. Wir mögen all die Filme, die wir in der SCARY-MOVIE-Serie verulkten.“
Regina Hall, die schon für zahlreiche Lacher der SCARY-MOVIE-Serie verantwortlich war, bemerkt, dass Imitation eigentlich die ehrlichste Form der Schmeichelei ist: „Alles ist gut gemeint. Wir machen uns nur über das Genre lustig, weil es so erfolgreich ist. Man kann nichts veralbern, was das Publikum nicht kennt. Wenn wir damit beginnen etwas zu veralbern, ist es längst ein Hit. Eine Parodie ist eine Art Ehrerbietung.“