Regisseur Mike Newell vergleicht das Meisterwerk von Gabriel García Márquez „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“, das ein halbes Jahrhundert Krieg und Frieden, vor allem aber Liebe beschreibt, mit einem Ozeanriesen. So sei diese Geschichte, die Wahrheiten über Menschen erzählt, von ihrer Jugend bis hin ins hohe Alter. „Ich sehe meine Eltern darin, mich selbst, als ich jung war, und meine Freunde und mich heute.“ „Diese Geschichte ist einmalig und ursprünglich“, fügt Produzent Scott Steindorff hinzu. „Sie ist eine der größten Liebesgeschichten, die je erzählt wurde. Allein der Schreibstil und die historische Epoche, die Márquez in seinem Buch beschreibt – diese unglaublich epische Liebesgeschichte musste auf die Leinwand gebracht werden!“
Der Schriftsteller Gabriel García Márquez, 1982 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, schrieb den Roman 1985 – und wenige Jahre später gehörte „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ zu den Weltbestsellern. Florentinos Werben um die schöne Fermina, eine unendliche Geschichte, die sich über fünf Jahrzehnte hinzieht, berührt jeden. Sie beginnt 1879 in der kolumbianischen Hafenstadt Cartagena, einer erwachenden Metropole, die Krieg und den Choleraepidemien trotzt, und sich auf das kommende Jahrhundert vorbereitet, auf das alle Hoffnungen gerichtet sind.
Nachdem Produzent Scott Steindorff vor Jahren den Roman auf Empfehlung von Dylan Russell gelesen hatte und wusste, dass diese großartige Geschichte auf die Leinwand gehörte, begann der unermüdliche, geduldige Versuch seiner Firma Stone Village Productions, die Rechte dafür zu erwerben. „Wir blieben beharrlich“, erklärt Steindorff. „Ich wurde wie Florentino, der keine Ablehnung akzeptiert. Nach einem Jahr voller Zurückweisungen gab es ein ‚Vielleicht’. Und es dauerte noch einmal ein Jahr, dem Autor zu versichern, dass wir uns genau an sein Buch halten würden und einen großen Film ohne Zugeständnisse machen würden.“ Am meisten überzeugten Márquez die Leidenschaft und Entschlossenheit von Steindorff, der gleich nach der Zustimmung des Autors Oscar-Preisträger Ronald Harwood (DER PIANIST) gewinnen konnte, das Drehbuch zum Film DIE LIEBE IN DEN ZEITEN DER CHOLERA zu schreiben. Steindorff erinnert sich: „Das ist nicht nur eine Geschichte über die Liebe, sondern über das Leben. Ronald Harwood verstand das. Er schrieb eine brillante Adaption dieses reichen, viele Dekaden umspannenden Romans voller Figuren und Details, der sich über Zeiten von Krieg und Frieden und der heftig wütenden Cholera hinzieht – eine der längsten Liebesgeschichten der Weltliteratur.“
„Nachdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen hatte, glaubte ich nicht an eine Filmfassung“, erzählt Harwood. „Ein großer Teil der Reise und Entwicklungen des Protagonisten findet im Innern statt. Und alles ist sehr unkonventionell über viele Jahre verteilt. Dennoch arbeiteten wir voller Begeisterung an der Idee, einen Film daraus zu machen.“ Nach Abschluss der Rohfassung konsultierten Harwood und Steindorff den Autor, auch um sicher zu gehen, dass die Adaption dem Geist seines Buchs entsprechen würde. „Márquez sagte von der ersten Drehbuchfassung: Euer Problem ist, dass ihr euch bei der Adaption zu sehr an das Original gehalten habt. Ihr müsst euch vom Roman entfernen“, erzählt Steindorff. „Márquez hat einen großartigen Sinn für Humor, wir haben viel gelacht.“
Steindorff fand in Regisseur Mike Newell einen weiteren idealen Partner, der gerade sein Abenteuer mit HARRY POTTER UND DER FEUERKELCH hinter sich gebracht hatte. Newells Filme wie VIER HOCHZEITEN UND EIN TODESFALL beschreiben immer unkonventionelle, romantische Geschichten. Ihm erging es nicht anders als seinem Produzenten: Er liebt das Buch und lässt diese Leidenschaft bei seiner Version des Films verspüren. „Er versteht die Personen“, sagt Steindorff. „Er versteht die Schattierungen ihrer Charaktere, die Veränderungen im Leben dieser Menschen, und er versteht den großen Bogen, den Márquez zur Beschreibung der kleinen, intimen Entwicklungen seiner Figuren schlägt.“ „Ich wollte einen Film machen, der den Reichtum des Buchs wiedergibt. Ein Buch, das Liebe in all ihren Komplikationen, Nuancen und ihrer Macht beleuchtet“, sagt Newell. „Diese Dreiecksgeschichte birgt Liebe in jeder Form, die vom Protagonisten erlebt und erlitten wird und bestimmt jedem vertraut ist, der je geliebt hat. Müttern, Vätern, Freunden – und einem selbst.“
Florentino Arizas über 50 Jahre anhaltende Sehnsucht nach der Liebe seines Lebens ist zwar in Südamerika angesiedelt, ist aber auch eine Geschichte, die universelle, menschliche Erfahrungen mit den Launen der Liebe vermittelt, von Márquez ungewöhnlich und einzigartig erzählt. „Man blickt immer auf die selbst erfahrene erste ‚große Liebe’ zurück und fragt sich, wie das Leben geworden wäre, hätte sie sich erfüllt“, sagt Newell. „Und dann gibt es jemanden, der genau diese Frage zum Thema macht. Unglaublich.“