Donnerstag | 31. Mai 2012 | 08:55 Uhr
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  • FILMDETAILS | Die Liebe in den Zeiten der Cholera
  • Die Liebe in den Zeiten der Cholera

    Drama, Literaturverfilmung, Romanze | USA 2007
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      • | Hintergrund: Das Land

      • Kolumbien ist das einzige Land Südamerikas, das von zwei Ozeanen begrenzt wird: dem Pazifik im Westen und dem Atlantik (Karibik) im Norden. Durch die Anden, die fast 6.000 m aufragen, hat das am Äquator liegende Land praktisch alle Klimazonen: von den tropischen feuchten Regionen im Amazonas-Tiefland und an den Küsten über die gemäßigte Zone Tierra templada und die kühle Tierra fria bis zur Tierra nevada mit ewigem Eis und Schnee. Kolumbien grenzt an Panama, Venezuela, Brasilien, Peru und Ekuador.

        Hauptstadt: Bogotá
        Fläche: 1.141.748 km² Einwohnerzahl: 42,8 Mill (Volkszählung 2005)
        BIP/Einwohner: 3.600 US$ (2006) Amtssprache: Spanisch
        Inflation: 4,3% (2006) Wirtschaftswachstum: 6,8 % (2006)
        Staatsform: Präsidialrepublik Staatsoberhaupt und Regierungschef:
        Alvaro Uribe Vélez


        Geschichte und Politik:

        Bereits lange vor der Ankunft der Spanier lebten im Gebiet des heutigen Kolumbiens indianische Hochkulturen. Aufgrund der komplexen Topographie entwickelte sich im vorkolonialen Kolumbien jedoch nie ein einheitliches Staatsgebilde, wie dies das Reich der Inka in Peru darstellte.
        „Entdeckt“ wurde Kolumbien 1502 von dem Mann, der dem Land seinen Namen gab: Christoph Kolumbus. Er setzte jedoch nie einen Fuß auf kolumbianischen Boden und überließ dies nachfolgenden Conquistadoren, die angelockt von Gold und Smaragden in rascher Folge das Land besetzten. Aufgrund seiner zentralen Bedeutung für die spanischen Besitzungen im nördlichen Südamerika wurde Bogotá zum Sitz des „Vizekönigreichs von Neu-Granada“ erhoben. Cartagena de Indias entwickelte sich während der Kolonialzeit zu einem der wichtigsten – und bestgeschützten – Häfen der neuen Welt.

        Die zunehmende Herausbildung einer selbstbewussten Oberschicht in den Kolonien, gepaart mit der Schwächung Spaniens zur Zeit Napoleons, führte zur Unabhängigkeitsbewegung. Angeführt von Simón Bolívar gelang es Kolumbien, seine Unabhängigkeit zu erringen. Der Traum Bolívars von einem „Groß-Kolumbien“, das Kolumbien, Venezuela, Ekuador und Panama vereinte, währte jedoch weniger als zehn Jahre. Das Gebilde zerfiel 1830 in seine Einzelteile und der Befreier verstarb verbittert in Santa Marta.

        In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte Kolumbien eine Blütezeit, die eng verbunden war mit dem Aufstieg eines Exportprodukts: Kaffee. In den 1920er-Jahren machte Kaffee bis zu 90% der kolumbianischen Exporte aus und ermöglichte es dem Land, in den Ausbau der Infrastruktur zu investieren und die staatlichen Institutionen zu stärken. Die Schattenseite dieses Booms waren zunehmende soziale Spannungen zwischen einer immer reicher werdenden Oligarchie und einer verarmten Landbevölkerung. Die Ermordung des linkspopulistischen Präsidentschaftskandidaten Jorge Eliécer Gaitán am 9. April 1948 in Bogotá war der Funke, der das Pulverfass zur Explosion brachte. Der bereits seit 1946 in ländlichen Gebieten zwischen Liberalen und Konservativen tobende Bürgerkrieg (La Violencia) wurde nun auch in die Städte getragen. Als Folge der Violencia, die sich noch bis etwa 1963 hinzog, wurde die so genannte „Nationale Front“ (1958 bis 1974) etabliert, ein paritätisches Regierungssystem, bei dem sich die beiden Traditionsparteien im Wechsel von vier Jahren an der Macht ablösten.

        Nach den liberalen Wahlsiegen von Alfonso López Michelsen (1974) und César Turbay Ayala (1978) nahmen Korruption und Misswirtschaft zu. Die unterdrückte Opposition und die politische Abhängigkeit von Polizei und Justiz führten zu einer Aushöhlung des Rechtsstaates. Vor allem linksgerichtete Akteure (FARC, ELN, M-19) sahen sich daher geradezu herausgefordert, mit Gewalt am politischen Prozess teilzunehmen. Paramilitärische Verbände hielten Teile des Landes im Auftrag von Militär und Großgrundbesitzern besetzt. Die zeitgleich zunehmend an wirtschaftlicher Macht gewinnende Drogenmafia sah sich seit Anfang der 90er Jahre durch das Eingreifen der USA in den lokalen Drogenkrieg bedroht. Zeitweise kooperieren Guerilla und Paramilitärs mit den Drogenkartellen gegen Regierungstruppen. Nach der Zerschlagung der großen Netzwerke Cali-Kartell und Medellín-Kartell im Drogenkrieg sind es mittlerweile kleinere dezentrale Netzwerke, die das Rauschgift, meist in den USA vertreiben.

        Dem 2002 gewählten und 2006 wiedergewählten Präsidenten Alvaro Uribe gelang es durch konsequentes Vorgehen die Guerilla zurückzudrängen und gleichzeitig einen Demobilisierungsprozess für die Paramilitärs einzuleiten. Parallel dazu sorgte eine liberale Wirtschaftspolitik für ein starkes Wirtschaftswachstum. Das führte dazu, dass das Vertrauen der Bevölkerung in eine bessere und gewaltfreie Zukunft stark angestiegen ist. Verglichen mit der Stimmung Ende der 90er wird Kolumbien regelrecht von einer Welle von Optimismus getragen. Städte wie Bogotá und Medellín gehören mittlerweile bezüglich Lebensqualität zu den attraktivsten Städten Lateinamerikas. Überlandreisen sind inzwischen entlang der Hauptachsen problemlos möglich.


        Die Kultur:

        Bekanntester kolumbianischer Schriftsteller ist der Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez, der mit Werken wie „Hundert Jahre Einsamkeit“ oder „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ Weltruhm erlangt hat. Andere berühmte Schriftsteller sind Jorge Isaacs, Alvaro Mutis, Tomás Carrasquilla, Fernando Vallejo und José Eustasio Rivera.

        Bogotá ist von der UNESCO zur Welthauptstadt des Buches 2007 gewählt worden. Die kolumbianische Hauptstadt überzeugte durch ein umfassendes kulturelles Programm rund um das Buch, kreative Aktivitäten und eine rege Beteiligung öffentlicher und privater Akteure des Buchsektors.

        Die traditionelle kolumbianische Musik ist sehr vielfältig. Die Musik der Karibikküste, wo viele Afro-Kolumbianer leben, ist stark von afrikanischen Rhythmen geprägt, wie man es in Stilen wie der Cumbia und dem verwandten, aber melodischeren Vallenato hören kann. Salsa ist in Kolumbien, wie auch im Rest Südamerikas ebenfalls sehr beliebt. Berühmte kolumbianische Salsa-Interpreten sind die Grupo Niche, Fruko y sus Tesos und Joe Arroyo. Die bekannteste Musikerin Kolumbiens ist die Sängerin Shakira. Mittlerweile haben es auch der Pop-Sänger Juanes und der Vallenato-Interpret Carlos Vives zu internationaler Berühmtheit gebracht.

        Der kolumbianische Film ist zwar international nicht so bekannt wie die Filmindustrie Brasiliens oder Kubas, hat aber mit Vertretern wie Sergio Cabrera Anerkennung auf Filmfestivals in Europa gefunden. In diesem Zusammenhang sind auch seichtere kolumbianische TV-Produktionen zu nennen, wie das Telenovela-Format „Yo soy Betty, la Fea“, das rund um den Globus kopiert wird und Vorlage für „Verliebt in Berlin“ war.


        UNESCO Weltkultur-Erbe

        - Hafen, Befestigungen und Baudenkmäler der Kolonialzeit in Cartagena (K/1984)
        - Nationalpark Los Katios (N/1994)
        - Historisches Zentrum von Santa Cruz de Mompox (K/1995)
        - Archäologischer Park Tierradentro (K/1995)
        - Archäologischer Park San Agustín (K/1995)
        - Naturreservat Malpelo (N/2006)

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