Die Kurzgeschichte „3:10 to Yuma“ von Elmore Leonard erschien erstmals 1953 in der Zeitschrift „Dime Western Magazine“ und kam schon vier Jahre später als Film 3:10 to Yuma (Zähl bis drei und bete, 1957) von Delmer Daves nach einem Drehbuch von Halsted Welles in die Kinos. Die Handlung ist einfach: Der Rancher Dan Evans ist knapp bei Kasse und meldet sich freiwillig, den gefürchteten Banditen Ben Wade zu einem Gefängniszug zu eskortieren.
Der Regisseur James Mangold war siebzehn, als er den Western das erste Mal sah – der Film beeindruckte ihn nachhaltig: „Er hat mich so beschäftigt, weil die Fragen über Moral, Courage, Ehre und Familie, die der Film stellte, so anspruchsvoll waren. Die Figuren Ben Wade und Dan Evans waren viel komplizierter als in den üblichen Schwarzweiß-Malereien und die Geschichte bot nicht nur Potenzial für Action, sondern auch für eine Art Klaustrophobie – das ist sehr unüblich im Western-Genre. Diese Klaustrophobie zwang diese beiden gegensätzlichen Charaktere dazu, eine sehr enge und intensive Bindung einzugehen.“
Beim Schreiben und Inszenieren seines zweiten Films Cop Land (Cop Land, 1997), dem hoch gelobten Drama mit Sylvester Stallone als unterschätztem Kleinstadt-Sheriff, der sich gegen eine Gruppe korrupter New Yorker Cops auflehnt, ließ sich Mangold von 3:10 to Yuma inspirieren. „Ganz klar: Cop Land ist nach 3:10 to Yuma modelliert“, gibt der Regisseur zu Protokoll. „Ich habe sogar meine Hauptfigur, Sheriff Freddy Heflin, nach Van Heflin benannt – jenen Schauspieler, der im Original Dan Evans gespielt hat.“
Mangold begann erstmals über ein Remake von 3:10 to Yuma nachzudenken, als er mit den Dreharbeiten zu Identity (Identität – Identity, 2003) für Columbia Pictures beschäftigt war, die auch die Rechte an dem Western besaßen. „Es hat mich gereizt: Warum sollte man nicht den Originalfilm und die Originalgeschichte aus einer modernen Perspektive erzählen?“, sagt Mangold. „Manchmal ist das attraktivste Land das, was man lange nicht beackert hat – und der Western erschien mir in den letzten zehn Jahren zu sehr vernachlässigt worden zu sein. Und dennoch ist das Genre ein so integraler Bestandteil des amerikanischen Filmschaffens.“
Mangolds langjährige Produzentin Cathy Konrad, die seit Cop Land an allen Filmen des Regisseurs beteiligt war, zeigte ebenfalls Begeisterung bei der Idee eines Remakes. Sie sah 3:10 to Yuma erstmals während der Produktion von Cop Land und wusste, dass ein zeitgenössisches Publikum die Geschichte eines ganz normalen Mannes, der von widrigsten Umständen gezwungen wird, an seine Grenzen zu gehen, zu schätzen wissen würde. „Ich glaube, die Zuschauer können sich am besten mit Figuren identifizieren, die authentisch und lebensnah sind“, kommentiert sie. „Es gibt auch andere Perspektiven auf die Welt und auf Konflikte als in Superhelden-Geschichten. Das Fesselnde an den Kämpfen, die die Menschen in Western ausfechten müssen, ist, dass sie sich selbst finden, Land bezwingen, Familien gründen müssen. Es gibt keine einfache Lösung für diese Probleme. Man muss tief in sich selbst suchen und herausfinden, wer man ist und was einem wichtig ist. Der Hintergrund unserer Geschichte mag in der Vergangenheit liegen, aber die Themen sind sehr modern.“
Als sich Mangold dem Drehbuch von Walk the Line (Walk the Line, 2005) widmete, beauftragten er und Konrad das Autoren-Team Michael Brandt und Derek Haas damit, das Drehbuch von 3:10 to Yuma zu überarbeiten. Mangold und Konrad waren beide tief inspiriert von dem Original-Skript von Halsted Welles, einem renommierten Autoren, der unter anderem den Gary-Cooper-Klassiker The Hanging Tree (Rivalen am Goldriver, 1959) und über 100 Stunden Live-Fernsehen während des „Goldenen Zeitalters“ geschrieben hatte. Dennoch wollten sie den langen Weg von Bisbee nach Contention, der im Original nur angedeutet wurde, in ihrer Produktion deutlich ausbauen. Sie arbeiteten eng mit Brandt und Haas zusammen, um die Route von Wade und seinen Wachen sorgfältig auszuarbeiten – den Weg durch das Territorium der Apachen und in die Berge, wo Arbeiter sich durch den Fels sprengen, um die transkontinentale Eisenbahnstrecke zu bauen. Sie entwickelten neue Figuren, unter anderem Byron McElroy (Peter Fonda), einen Kopfgeldjäger, der schon vorher die Bekanntschaft von Wade gemacht hatte.
„Wir lieben alle das Original und wir wollten einen Weg finden, es für das heutige Publikum attraktiv zu machen“, sagt Brandt. „Jims Vorgaben waren: ,Seien wir mutig. Machen wir es real.‘“
TODESZUG NACH YUMA beschreibt eine Welt, in der Gewalt ebenso alltäglich ist wie Korruption. Der Film spielt an einem Ort, in dem Ben Wade, dieser charismatische, aber gnadenlose Killer, nicht nur aufblüht, sondern sogar zu einer Legende wird. Er ist jene Art von Outlaw, der in den Groschenromanen, die Dans ältester Sohn Will so gern liest, romantisiert wird. „Wade ist hart und hat eine starke Ausstrahlung, das Äquivalent eines modernen Rockstars“, sagt Haas. „Er ist der Typ, der jeder gern sein will – es sei denn, du bist derjenige, auf den er seinen Colt richtet.“
Wades gefährlicher Reiz ist zentral für das Thema des Films: die Verehrung von Helden – und Anti-Helden. Als dieses Thema weiter ausgearbeitet wurde, erweiterten die Filmemacher ebenfalls die Rolle von Will Evans, der im Original nur in wenigen Szenen zu sehen ist. Im Remake ist der 14-Jährige geradezu gefesselt von Wade und reißt von zu Hause aus, um sich den Wachen anzuschließen, der den Verbrecher nach Contention begleiten soll. „Es handelt sich fast um eine Dreiecksbeziehung“, kommentiert Mangold, „Dan Evans und Ben Wade buhlen beide um die Zuneigung dieses Jungen, der von dem Killer fasziniert ist – obwohl er so wohl erzogen und hoch intelligent, vielleicht sogar brillant ist. Wade verkörpert auf vielerlei Weise eine männliche Fantasie: Er ist ein übermenschlicher Charakter, der sowohl todbringend als auch sanft ist. Dadurch, dass Will den ganzen Film über präsent ist, können wir Fragen nach der Realität der Vaterschaft verfolgen, nach der Realität der Absicherung und der Gesetzestreue, die im Widerspruch mit einem Lebens, wie es Ben Wade führt, steht.“
Ebenso zielstrebig wie bei der Modernisierung des Westerns in Bezug auf Action und Atmosphäre war Mangold bei der Besetzung von Schauspielern, die die Autorität klassischer Westernhelden und -schurken besitzen mussten. „Uns war diese Art Maskulinität, Kraft und Tüchtigkeit wichtig, die jedem klassischen Western inne wohnt“, sagt Mangold. In diesem Sinne war der Oscar®-Gewinner Russell Crowe, Hauptdarsteller aus Gladiator (Gladiator, 2000), eine geradezu zwangsläufige Besetzung für den gerissenen, charismatischen Ben Wade. „Russell hatten wir von Anfang an für die Rolle von Wade im Auge, und er ging mit einer kernigen und sehr männlichen Hingabe an seine Rolle“, bemerkt Mangold. „Es ist sehr schwer, in einen historischen Film zu springen, sich zu überlegen, wie man sich wohl in einer anderen Zeit verhalten würde und dabei die Szenerie und die Fassade dieser Welt nicht zum Einsturz zu bringen. Russell hat in L.A. Confidential (L.A. Confidential, 1997) und in Gladiator diese Sensibilität bewiesen und auch in TODESZUG NACH YUMA ist er ganz er selbst, bleibt aber gleichzeitig der vorgegebenen Ära treu.“
Crowe selbst fiel die Entscheidung nicht schwer, diese Rolle anzunehmen. „Ich wollte schon immer mit Jim arbeiten und die Rolle von Ben Wade hatte eine Energie als Basis, die ich sehr mochte“, erklärt der Schauspieler. Wade ist ein Mann der unerbittlichen Entschlossenheit und blitzschneller Urteile – ein Mann, der keine Gnade walten lässt, wenn man ihm Unrecht tut. Crowe ist sicher, dass die strikte Perspektive dieser Figur schwer erarbeitet ist und jede seiner Handlungen unterstreicht. „Es gibt eine Szene, in der Wade über eine Zeit spricht, in der er die Bibel von vorne bis hinten durchgelesen hat – und die Gründe, warum er das getan hat. Das ist für mich der Kern dessen, was Ben ausmacht. Es war keine besonders erfreuliche Erfahrung für ihn, die Bibel komplett durchzulesen und ich nahm seine Einstellung als Grundlage, dass er nicht an einen gütigen Gott glaubt. Er ist irgendwo im Alten Testament stecken geblieben und hat sich dort nicht herausgearbeitet.“
Christian Bale, der Star aus Rescue Dawn (2006) und Batman Begins (Batman Begins, 2005), verkörpert Dan Evans, einen bankrotten Rancher und Bürgerkriegsveteran, der seine Stärke und moralischen Ansprüche neu entdeckt, als er sein Versprechen einlöst, Wade bis zu dem titelgebenden Zug zu begleiten. Mangold beschreibt den Helden wider Willen folgendermaßen: „Dan Evans ist ein Mann, der ein hartes Leben führt und von den Hürden, die ihm im Weg stehen, fast überwältigt worden ist. Es war interessant für uns, diese Figur mit jemandem zu besetzen, der die Stärke von Christian besitzt. Schon aus seinen Augen drücken eine unglaubliche Intensität und Integrität aus. Ich glaube, das macht Dan zu einem sehr edlen Charakter, mit dem man sich leicht identifizieren kann.“
Und Bale stürzte sich mit Begeisterung in die Rolle. „Ich mag es, jede Menge Drehbücher zu lesen, aber nur selten bleibe ich an einem hängen“, erinnert sich der Schauspieler. „Hier passierte es. Es hatte eine großartige Geschichte und eine klassische moralische Fabel, wie es in den meisten Western der Fall ist.“ Ihn reizte besonders die Dynamik zwischen Evans und Wade, die auf ihrer dreitägigen Reise eine einzigartige Freundschaft schließen. „Zwischen den beiden tobt eine grandiose mentale Schlacht, in der zwei Philosophien aufeinander prallen. Und es gibt ein unausgesprochenes Einverständnis über das Wesen der Gesellschaft. Aber natürlich hat jeder von ihnen einen absolut gegensätzlichen Zugang, wie man mit dieser Gesellschaft umgehen soll.“
Ben Foster aus X-Men: The Last Stand (X-Men – Der letzte Widerstand, 2006) und der Serie „Six Feet Under“ wurde als Wades loyale, außergewöhnlich ruchlose rechte Hand Charlie Prince besetzt. Konrad preist den Schauspieler als jemanden, der es geschafft hat, genau die richtigen Töne kindlicher Hingabe und Stolz in dem jungen Revolverhelden zu finden: „Man könnte das Drehbuch lesen und meinen, Charlie Prince wäre der finsterste Schurke aller Zeiten. Aber Ben brachte eine unglaubliche Verletzlichkeit in die Figur. Charlie liebt seinen Boss und er liebt es, für Ben Wade zu arbeiten. Durch Ben kommt eine neue Dynamik in die Beziehungen, der der Film sehr viel verdankt.“
Für Foster selbst ist die Gewalttätigkeit von Prince nicht nur Teil von dessen Natur. Seiner Meinung nach ist sie Folge der Umstände seiner Zeit. „Ich spiele einen Mann, der jemanden retten will, der ihm alles bedeutet“, erläutert er. „Das alles spielt im alten Westen und die Moral des Überlebens war damals einfach rauer. Ein Leben war nicht viel wert.“
Die Oscar®-nominierte Hollywood-Legende Peter Fonda (Ulee’s Gold – Ulees Gold, 1997) stieß als Kopfgeldjäger Byron McElroy zur Besetzung. Zwischen dem Kopfgeldjäger und Wade herrscht eine Spannung, die tiefer geht als ein simpler Konflikt zwischen Autorität und Kriminellem. „Ich glaube, die beiden sind die zwei Seiten einer Münze“, bemerkt Fonda. „Sie sind beide Killer – nur arbeitet McElroy dabei auf der Seite des Gesetzes und Wade arbeitet für sich selbst, wenn er die Beute aus den Eisenbahnzügen einsackt.“
Fonda, der sein Debüt als Regisseur mit dem Western The Hired Hand (Der weite Ritt, 1971) gegeben hatte, lobt Mangold für dessen Zugang, der dem Genre und der Story selbst gerecht wird. „Natürlich gibt es viel Action, denn das schätzen wir heutzutage an Filmen. Aber ich meine, dass man die Geschichte von TODESZUG NACH YUMA besser mit dieser Figurenzeichnung erzählen kann. Und zwar in Form eines epischen, eindrucksvollen Westerns.“
Neben der gelungenen Kombination aus Filmemacher, Geschichte und Stars weist der Film auch ein superbes Ensemble von Nebendarstellern auf; darunter Gretchen Mol aus The Notorious Bettie Page (2005) als Alice Evans, Logan Lerman aus The Number 23 (Number 23, 2007) als Will Evans, Dallas Roberts aus Walk the Line als Grayson Butterfield, Alan Tudyk aus Knocked Up (Beim ersten Mal, 2007) als Doc Potter, Kevin Durand aus Wild Hogs (Born to be Wild – Saumäßig unterwegs, 2007) als Tucker und Vinessa Shaw aus The Hills Have Eyes (The Hills Have Eyes – Hügel der blutigen Augen, 2006) als Emmy, eine Saloon-Dame, die die Aufmerksamkeit von Wade erregt.
Die Produktion von TODESZUG NACH YUMA begann in New Mexico am 23. Oktober 2006 und dauerte 54 Drehtage, bis am 26. Januar 2007 die letzte Klappe fiel.
Der Film markiert nach Identity und Walk the Line die dritte Zusammenarbeit von James Mangold mit dem preisgekrönten Kameramann Phedon Papamichael. Regisseur und Kameramann strebten einen modernen, unaufgeregten Stil an, der ihrer Meinung nach die Spannung und Körperlichkeit des Films unterstreicht. „Dieser Film ist ganz anders als beispielsweise Dances With Wolves (Der mit dem Wolf tanzt, 1990)“, sagt Papamichael. „Es geht nicht um die Szenerie, die Landschaft und Reichweite. Wir wollten ein raueres, erdigeres Gefühl erzeugen. Menschen werden unerwarteterweise Schicksalsschlägen ausgesetzt. Also wollten wir die besonderen Aufnahmen oder Set-ups, in denen ein Stunt vorkommt, nicht besonders aufwendig gestalten. Eine meiner Inspirationen waren die Schlachtszenen aus Saving Private Ryan (Der Soldat James Ryan, 1998). Wir haben viel mit einer Handkamera gearbeitet und sind neben den Schauspielern hergerannt.“
„Uns war wichtig, dass der Film ein sehr aggressives, sehr lebendiges und sehr spontanes Gefühl erzeugt – wir wollten keinesfalls den Anschein erwecken, einen alten Film zu imitieren“, erläutert Mangold. „Ich habe sogar versucht, alles zu vergessen, was ich über die alten klassischen Western weiß, bis zu dem Punkt, dass ich TODESZUG NACH YUMA filmte, als sei ich in New Jersey, New York City oder Los Angeles. Ich habe gefilmt, als würde es tatsächlich gerade passieren – der Film hat einen natürlichen Groove, dem man folgen wird, so, wie sich bei einem Feuergefecht die Figuren zu einer Art vorgegebenen Rahmen formieren. Wir wollen die Welt nicht neu erfinden. Aber wenn man andere Filme nicht zitiert, hat man einen besseren Ausgangspunkt.“
TODESZUG NACH YUMA bietet einen treffenden Einblick in das Leben im alten Westen und zeigt eine rohe, gefährliche Welt, die kurz vor einem einschneidenden Wandel steht – dank der Konstruktion der transkontinentalen Eisenbahnstrecke. Der Produktionsdesigner Andrew Menzies überwachte den Aufbau von vier verschiedenen Szenarien: die Ranch der Evans’, die Grenzstadt Bisbee, die Stadt Contention, den Ort des Bahnhofs und den Bahnhof selbst samt seiner Umgebung. Der Look der beiden Städte Bisbee und Contention reflektiert die besonderen Umstände, die die Nähe zur neuen Eisenbahnstrecke mit sich bringen. Bisbee liegt der Evans-Ranch näher und ist ein einfaches, bäuerliches Dorf, in dem ein schäbiger Unterstand eine Gelegenheit zum Essen bietet. Contention auf der anderen Seite ist eine Stadt im Aufbau mit eigenem Bahnhof, einem schicken neuen Hotel und Telegrafenleitungen.
„Die Recherche war faszinierend“, sagt der gebürtige Engländer Menzies. „Ich habe so viel über den Westen und die Anstrengungen der Menschen, die sich dort ansiedeln wollten, gelernt. Es waren Menschen, die das Jahr nicht überstehen konnten, wenn sie nicht genug Lebensmittel oder Geld für den Winter zurückgelegt hatten. Es ist erstaunlich, wenn man realisiert, wie schnell das Land im späten 19. Jahrhundert gewachsen ist.“
Für die Kostüme des Films wandten sich Mangold und Konrad an ihre langjährige Kollegin Arianne Phillips, die für ihre Arbeit an Walk the Line eine Academy Award®-Nominierung bekommen hatte. Die erfahrene Designerin stellte eine Kostüm-Abteilung zusammen, die über eine enorme Erfahrung bei der Produktion von Western verfügte. Diese Abteilung erschuf über achtzig Prozent der Garderobe, die von den Hauptdarstellern getragen wurde. Während ihrer Recherchen sammelte Phillips Informationen und Ideen nicht nur von traditionellen Quellen, sondern auch von Aufzeichnungen und Briefen, die Soldaten nach Hause geschickt hatten. Bei der Herstellung der Kleidung benutzte sie verschiedene Techniken, um die Kostüme altern zu lassen und den Look von Stoffen und Oberflächen zu verändern, um die Einflüsse des damaligen Lebensstils und der Landschaft auf die Kleidung zu verdeutlichen.
Dabei spielten die Persönlichkeiten und die eigene Geschichte der Figuren natürlich auch eine Rolle. Weil Dan Evans einen Fuß verloren hatte, schuf Phillips ein orthopädisches Stück, das einer Prothese ähneln musste, die der Rancher selbst hätte herstellen können. Außerdem hat sie eng mit Russell Crowe zusammengearbeitet, um die Garderobe für Ben Wade zu gestalten. Dabei griff sie dessen Hinweis auf, dass ein Outlaw wie Ben Wade sicher schwarze Kleidung bevorzugt hätte. „Ich sah Wade als einen Mann, der bestimmt ein bisschen Geld in der Tasche hat und einen Sinn für Kultiviertheit besitzt“, sagt Phillips. „Seine Kleidung ist definitiv maßangefertigt. Wade ist kein Dandy, aber er ist ein Mann von großer physischer Präsenz. Also haben wir Stickereien benutzt, Leder und Samt. Aus der Distanz heraus sieht es einfach aus wie eine schwarze Silhouette, aber wenn man näher an ihn herankommt, bemerkt man die Persönlichkeit, die Struktur und Tiefe. Und diese Subtilität und – mir fällt einfach kein besseres Wort ein – diese Coolness ist genau das, worum es bei Ben Wade geht.“
Genau diese Subtilität zieht sich durch TODESZUG NACH YUMA, einen kraftvollen, aufregenden Western, der alles andere als klischeehaft ist. Für Christian Bale ist der Reiz von TODESZUG NACH YUMA ebenso aktuell wie zeitlos – so, wie die Geschichte selbst. „In einem Western wird alles auf eine einfache Formel reduziert: die Geschichte von einem Mann gegen die Elemente, von Mann gegen Mann, von einem Mann gegen sich selbst“, schließt er. „Und dann gibt es das fundamentale, großartige Vergnügen, wenn ein Haufen harter Kerle aufeinander schießt.“