Der Begriff der „Ehre“ und die damit verbundenen grundlegenden Werte sind in der heutigen Welt, die politisch immer komplizierter und zunehmend korrupter wird, zu einer seltenen Ausnahme geworden. Doch der Ehrenkodex ist die Leitlinie im Leben des ehemaligen Scharfschützen Bob Lee Swagger, dem Helden in „SHOOTER“, der sich inmitten seines allerschlimmsten Alptraumes wieder findet, nachdem man ihm eine Falle gestellt hat und er nun als mutmaßlicher Attentäter gejagt wird. Niemand vertraut ihm; er wird von einem gestressten und verängstigten Staatsapparat, von einer ganzen Nation verfolgt und von seiner eigenen Vergangenheit eingeholt; so muss Swagger all seine militärischen, ballistischen und psychologischen Talente einsetzen – nicht nur, um zu überleben, sondern auch, um seine Ehre, die ihm so viel bedeutet, wieder herzustellen. Auf dem Spiel steht jedoch weitaus mehr als sein eigener Ruf: Er kämpft auch für die Ehre des Landes, das er so liebt, und verstrickt sich immer tiefer in ein düsteres Netz aus Verrat und Verschwörung, dass sich bis in den innersten Kern der Macht der US-amerikanischen Regierung erstreckt. Die Regierung wird von einem geheimen Bündnis kontrolliert, dessen Gier nach Macht unersättlich ist und das für seine Zwecke auch das Vertrauen der Öffentlichkeit skrupellos missbraucht.
„Bob Lee Swagger ist eine phänomenale amerikanische Persönlichkeit, die uns an große Kinohelden wie John Wayne und andere klassische Westernhelden denken lässt“, sagt Produzent Lorenzo di Bonaventura, zu dessen vielen Filmerfolgen u.a. der Science-Fiction-Thriller „Matrix“, aber auch die Action-Komödie „Ocean`s Eleven“ sowie Antoine Fuquas Oscar-preisgekrönter „Training Day“ zählen. „Bob verfügt über genau die gleiche Tugend wie John Wayne, nämlich niemals an der falschen Stelle Kompromisse zu machen. Sein ausgeprägter Sinn für Richtig und Falsch, sein Gerechtigkeitssinn überhaupt, sind Merkmale, mit denen man sich in diesem mitreißenden Verschwörungsthriller emotional identifizieren kann.“
Die Figur von Bob Lee Swagger trat zum ersten Mal in dem Roman-Bestseller „Point of Impact“ des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Autors Stephen Hunter auf, der auch als Filmkritiker für die The Washington Post arbeitet. Sein packender Roman wurde begeistert aufgenommen, besonders aufgrund des intelligent aufgebauten, beängstigend realistischen und Nerven aufreibenden Spannungsbogens. Die Figur des Bob Lee Swagger wurde von Publishers Weekly als „Rambo für Intellektuelle“ beschrieben. Die große Beliebtheit des Buchs brachte eine Swagger-Trilogie hervor, seine Geschichte wurde in den Folgeromanen „Black Light“ und „Time to Hunt“ fortgesetzt.
Hunter, der in „SHOOTER“ selbst eine kleine Rolle übernahm, hatte schon immer den Verdacht, dass Swagger eine gute Filmfigur abgeben würde – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass man für die Story die richtige Herangehensweise wählte. „Bob Lee Swagger ist einer dieser extrem talentierten, selbstlosen und unglaublich mutigen Männer, die in Filmen nie wirklich richtig porträtiert werden, obwohl gerade diese Charaktermerkmale bei den jeweiligen Helden immer eine große Rolle spielen“, meint Hunter. „Ich wollte Swagger aber so dargestellt wissen, wie er wirklich sein würde – um die Seiten seiner Persönlichkeit vermitteln zu können, die großartig und inspirierend sind, dabei aber gleichzeitig auch seine Menschlichkeit und Vielschichtigkeit, seine Zweifel und Ängste darzustellen. Meiner Meinung nach wirft diese Geschichte die Fragen auf: Was ist Loyalität? Was ist Ehre? Was ist Mut?“
Genau diese Fragen brachten den Drehbuchautor Jonathan Lemkin („Lethal Weapon 4 – Zwei Profis räumen auf“, „Im Auftrag des Teufels“) dazu, einen Versuch zu starten, um Hunters Geschichte über einen aufrechten Mann, der sich in einem düsteren Netz aus Lüge und Korruption verstrickt sieht, für die Kinoleinwand zu adaptieren. Viele etablierte Schriftsteller hatten dies bereits zuvor erfolglos versucht, doch Lemkin fand seinen eigenen kreativen Weg, um aus dem 550seitigen Roman, der mit unzähligen Details das Leben eines Scharfschützen und seine Gedankenwelt beschreibt, ein schlankes Drehbuch von knapp 120 Seiten zu machen.
Bei dieser Arbeit stammte Lemkins Inspiration nicht nur aus Hunters präzise gezeichneten Figuren und dessen Insiderwissen über Männer mit Kampferfahrung, sondern auch aus einer anderen Quelle: Lemkin orientierte sich an den beliebten und erfolgreichen „Mann-auf-der-Flucht“-Verschwörungsthrillern der 70er Jahre, die auf ihre Weise das tiefe Misstrauen widerspiegelten, das man damals gegen Regierung und Behörden hegte – und das angesichts aktueller Ereignisse erneut spürbar und relevant geworden ist.
„Wir haben viel Zeit damit verbracht, frühere Verschwörungsfilme anzusehen und darüber nachzudenken, wie man diesen Stil in die heutige Zeit übertragen könnte“, erklärt Lemkin. „Ich weiß gar nicht, wie oft wir uns „Die drei Tage des Condor“ oder „Zeuge einer Verschwörung“ angeschaut haben – jedenfalls wollten wir mit „SHOOTER“ unbedingt diese klassischen Thriller auf zeitgenössische Weise neu beleben.“
Lemkin tauchte so tief in den Schreibprozess und in den Geist von Bob Lee Swagger ein, dass er sich sogar selbst einem Kurs als Präzisionsschütze unterzog. "Ich habe mit den Marines im Schlamm gelegen – bei der Scharfschützen-Ausbildung auf einem privaten Stützpunkt, wo auch die Einsatzkräfte trainiert werden, die jetzt gerade im Irak sind“, erklärt er. „Ich lernte zu schießen, durch das Gebüsch zu kriechen, eine Waffe zu reinigen, und hoffentlich auch ansatzweise so zu denken wie ein Scharfschütze. Ich habe auch Zeit beim FBI verbracht und viel zum Thema Notfallmedizin recherchiert; so habe ich z.B. erfahren, dass man seit den Napoleonischen Kriegen Zucker einsetzt, um Infektionen zu bekämpfen.“
Neben seinen breit angelegten Recherchen lag Lemkins Augenmerk hauptsächlich auf den Motiven, die einen Mann wie Swagger antreiben: „Bob Lee Swagger tut niemals etwas, nur weil ihm irgendjemand sagt, er solle es tun, oder weil er denkt, er müsse es für jemand anderen tun. Vielmehr glaubt er wirklich an die Ehre und daran, sein Leben nach diesem Ehrenkodex auszurichten“, fasst der Autor zusammen.
Schließlich erregte die Authentizität und das schnelle Tempo in Lemkins Drehbuch die Aufmerksamkeit von einem der wagemutigsten und vielseitigsten Darsteller der Gegenwart: Mark Wahlberg, der für seine Darstellung als beinharter und unflätiger verdeckter Ermittler in Martin Scorseses „Departed: Unter Feinden“ vor kurzem begeistert gefeiert und mit Preisen ausgezeichnet wurde. Lemkins Drehbuch interessierte auch einen Regisseur, der sich durch sein Gespür für intensive, von mitreißenden Hauptfiguren angetriebene Action-Filme einen Namen gemacht hat: Antoine Fuqua, der mit dem Polizei-Drama „Training Day“ internationale Erfolge feierte und Denzel Washington den Oscar in der Kategorie Bester Schauspieler einbrachte.
Produzent Lorenzo di Bonaventura hatte zuvor bereits bei „Training Day“ mit Fuqua zusammengearbeitet und war sich sicher, dass dieser aufstrebende Regisseur genau der richtige Mann für alle Wendungen in diesem politisch raffinierten Verschwörungs-Thriller wäre. „Antoine trägt genau die richtige Dosis Intensität bei, die dieser Film benötigt“, meint di Bonaventura. „Als Regisseur verschreibt er sich seiner Vision mit Haut und Haaren. Wenn Antoine bei einer emotional aufwühlenden Geschichte Regie führt, dann wird sie wirklich emotional; wenn es eine gewalttätige Geschichte ist, wird der Film wirklich gewalttätig, und wenn es eine geheimnisvolle Geschichte ist, dann wird der Film sehr, sehr geheimnisvoll. Durch ihn wird der gesamte Film in seiner Wirkung noch intensiviert und gesteigert.“
Für Fuqua beinhaltete die Geschichte von „SHOOTER“ genau die Mischung von Zutaten, aus denen seiner Meinung nach seine bisher größte Herausforderung entstehen sollte: „Diese Story hat für mich einfach alles: Verschwörung, Korruption der Regierung, Action, und insbesondere Mark Wahlberg. Jonathan Lemkin hatte ein großartiges Drehbuch verfasst, mit einem tollen Plot, tollen Figuren und einer umwerfenden Weitsicht. Es ist ein großes Thema, bringt viel Spaß und ich glaube sogar, dass es das Publikum zum Nachdenken anregen wird. Man muss als Zuschauer wirklich aufpassen, um keine der vielen Wendungen des Film zu versäumen.“
Ausschlaggebend für Fuqua war seine Faszination für die Figuren, besonders für den Protagonisten Bob Lee Swagger und die Feuerprobe, die er innerhalb weniger Tage bestehen muss und die sein Leben vollständig verändern wird – denn alles, was er einst über sein Land und sich selbst zu wissen glaubte, wird nun abrupt in Frage gestellt. „Bob ist ein Mann, der aus Patriotismus und für die Ehre schon immer bereit war, sogar sein Leben zu opfern – doch nun ist er verraten und völlig allein gelassen worden. Jede seiner Bewegungen muss jetzt strategisch geplant sein; man kann jedoch auch beobachten, wie er im Laufe des Films als Mann weiter heranreift“, meint Fuqua. „Ich glaube schon, dass die Zuschauer die coolen Actionszenen sehen wollen, aber sie wollen auch von großartigen Charakteren wie Swagger begeistert werden.“