Es ist Bob Lee Swagger, der die treibende Kraft des Films ist und für jede Menge Action sorgt. Er gehörte einst zu den absolut tödlichsten Scharfschützen der Welt und verbrachte sein Dasein damit, höchst gefährliche Missionen auszuführen und für seine Überzeugungen auch mit seinem Leben einzustehen. Nun aber muss dieser stoische, mit tödlichen Fähigkeiten ausgestattete Held all seine Intelligenz, seine Talente und seine Erfahrung einsetzen, um sich selbst zu retten – und um die Verschwörung aufzudecken, die aus ihm den Attentäter machen will, der einen Mordanschlag auf den US-amerikanischen Präsidenten verübt haben soll.
Gespielt wird dieser Charakter von einem Darsteller, der sowohl athletische Höchstleistungen vollbringen als auch psychologisch äußerst intensiv agieren kann: Mark Wahlberg. Er ist seit seinen herausragenden Rollen in „Boogie Nights“, „Three Kings – Es ist schön König zu sein“, „Der Sturm“, „Unbesiegbar“ und „Departed: Unter Feinden“, für den er jüngst für den Golden Globe und für den Oscar nominiert wurde, zu einem der begehrtesten Schauspieler in Hollywood geworden.
Die Rolle als Swagger interessierte Wahlberg gerade weil er genau wusste, dass dies eine neue und aufregende Aufgabe werden würde: „Sowohl körperlich als auch geistig war „SHOOTER“ eine echte Herausforderung“, berichtet Wahlberg. „Es ist ein sehr intelligenter Film, der auch viel Action beinhaltet. Die Hauptfigur muss viel durchmachen, um die eigene Unschuld zu beweisen und den Menschen die Augen zu öffnen. Swaggers Geschichte ist eine atemberaubende Achterbahnfahrt.“
Laut Wahlberg liegt der Kern der Figur im Zusammenbruch seines Wertesystems – und in der Reise, die er durchlebt, um wieder Vertrauen zu fassen in seine Fähigkeit, in dieser korrupten Welt dennoch etwas bewirken zu können: „Dieser Mann hat sein gesamtes Leben dem Kampf für sein Land und für die Freiheit verschrieben – er ist aber schon einmal verraten worden. Doch als man ihm klar gemacht hat, dass unschuldige Menschen und unser Präsident in Gefahr schweben, ist er sofort wieder einsatzbereit und fragt nur noch, wo genau er eingreifen soll. Dann wird er erneut verraten – und von gerechtem Zorn gepackt. Er ist von allem und jedem abgeschnitten, befindet sich in dieser unmöglichen Situation – aber wenn er sein Ziel wirklich erreichen will, muss er erkennen, dass er eben doch nicht ganz allein auf der Welt ist.“
Wahlberg porträtiert auf subtile und spannende Art einen Mann, dessen ruhige, zurückhaltende und scheinbar unerschütterliche Fassade unmittelbar vor dem Zusammenbruch steht – aus Enttäuschung wird seine Wut überkochen und sich im Kampf für die Wahrheit Bahn brechen. Der gesamte Stab der Filmemacher war überaus beeindruckt von der Intensität, mit der sich Wahlberg der Rolle als Swagger hingab, um ihn auf möglichst vielschichtige Weise darzustellen. Lorenzo di Bonaventura, der bereits bei vier vorherigen Filmen mit Wahlberg zusammengearbeitet hat, erzählt: „Mark verfügt über ein unglaubliches Konzentrationsvermögen. Wenn er sich einer Sache widmet, dass mit ganzer Kraft – er wird nicht nachlassen, bevor es nicht sitzt. Der Rolle von Bob Lee Swagger verleiht er besonders viel Authentizität, weil er schon in die Vorbereitung so viel Arbeit investiert hat.“
Di Bonaventura fährt fort: „An Mark liebe ich auch die Tatsache, dass er keine Angst davor hat, ein Mann zu sein. In dieser Hinsicht erinnert er sogar an die Hauptdarsteller aus einer früheren Ära.“
Während sich Wahlberg wie gewohnt dem strengen körperlichen Training unterwarf, das für die komplexen und realistischen Action-Szenen des Films notwendig war, konzentrierte er sich gleichermaßen darauf, Bob Lee Swaggers unglaublich harte Schale zu durchdringen, um einen Weg zu dessen innerer Verletzbarkeit zu finden. Diese offenbart sich besonders in den Szenen, in denen Swagger Kontakt zu der Person hat, in die er als einzigen Menschen auf der Welt vertrauen kann: Sarah, die reizbare Witwe seines ehemaligen Kameraden, wird im Film von der Newcomerin Kate Mara gespielt.
„Sarah ist praktisch der einzige Mensch auf der ganzen Welt, der Bob helfen kann“, sagt Wahlberg. „Ich denke, unsere Chemie trägt dazu bei, den Film viel zugänglicher zu machen, auch für Frauen, gerade angesichts dieser extrem harten Geschichte eines Überlebenskampfes. Zwischen Bob und Sarah geht es aber nicht wirklich um Sex – sie verstehen sich auf einer tieferen Ebene und brauchen sich gegenseitig. Ihre Beziehung ist sehr unschuldig und liebevoll; damit steht sie im scharfen Gegensatz zu allem anderen, was Bob gerade zustößt. Es ist einfach eine Figur, die eine beeindruckende Entwicklung durchmacht.“