Donnerstag | 31. Mai 2012 | 09:03 Uhr
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  • Die Vorahnung

    Thriller, Mystery | USA 2007
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      • | Die Besetzung

      • Als das fertige Drehbuch vorlag, begaben sich die Filmemacher auf die Suche nach einem Regisseur, der ein sicheres Händchen für Atmosphäre und Schauspieler sowie einen Faible für das Reale ebenso wie für das Irreale mitbringen würde. „Er sollte aus DIE VORAHNUNG mehr als nur einen Thriller machen“, erläutert Amritraj. Mehr als 35 Regisseure nahmen die Produzenten unter die Lupe, bevor sie sich für den Deutschen Mennan Yapo entschieden. Yapo hatte zuvor den unkonventionellen Thriller Lautlos (2004) gedreht, in dem ein Auftragskiller an einen Scheideweg seines Lebens gerät. „Lautlos beeindruckte uns ungemein“, erinnert sich Amritraj. „Mennans Ideen für Lautlos waren goldrichtig – von der Besetzung bis zur Beleuchtung.

        Das waren genau der Look und die Atmosphäre, die wir uns auch für unseren Film wünschten.“ Perkash stimmt ihm zu: „Der Film wirkte frisch, interessant und hatte Stil. Und fast noch wichtiger: Er wirkte nicht ‚hollywoodisiert’. Mennan hatte ganz eigene Ideen und eine hollywoodfremde Art zu denken.“ Auch Mennan Yapo begeisterte sich sofort für das Projekt: „Die nichtlineare Struktur der Geschichte war sowohl eine technische als auch eine kreative Herausforderung – ich hätte am liebsten sofort angefangen.“

        Nachdem Yapo als Regisseur gefunden worden war, erwies sich die Besetzung der Linda als Dreh- und Angelpunkt des Projekts. Es musste jemand sein, mit dem sich die Zuschauer sofort identifizieren konnten. Das Publikum sollte sich leicht in sie einfühlen können und zugleich musste sie emotional sehr vielseitig sein. „Für mich war die Besetzung von Sandra Bullock mit entscheidend“, konstatiert Yapo: „Sie ist eine der glaubwürdigsten Schauspielerinnen, die ich kenne und genau das war der entscheidende Punkt. Sie verkörpert ihre Figuren im wahrsten Sinne des Wortes, und für mich war sie deshalb eine von wenigen Darstellerinnen, der ich diese Rolle zugetraut habe.“

        Auch Sandra Bullock hatte gerade „Lust auf einen Film, der zwar kein Horrorfilm war, aber einen schon durch die Themenstellung Angst einflößt und in dem selbst das Knarren einer Treppenstufe zum Schockeffekt wird. Schon nach den ersten Seiten des Drehbuchs hatte ich mich in DIE VORAHNUNG verliebt!“ Auch für Produzent Amritraj war Sandra Bullock die Idealbesetzung für die komplexe Figur der Linda: „Sie war sowohl Mennans als auch meine erste Wahl. Sandra ist unglaublich begabt und hat die verschiedensten Rollen gespielt. DIE VORAHNUNG ist voll und ganz ihr Film – von der ersten bis zur letzten Szene. Es ist zwar ein Thriller, verfügt aber trotzdem über großartige dramatische Momente. Beides wollte wohl ausbalanciert sein und Sandra Bullock kann zugleich sehr subtil und dabei sehr dramatisch sein. Sie ist eine normale Frau, die aber trotzdem frühmorgens aus dem Bett steigt und aussieht wie das blühende Leben.“

        Sandra Bullock selbst bot die Rolle der Linda verschiedene reizvolle Möglichkeiten: „Linda ist der fleischgewordene, amerikanische Traum – ein Haus, zwei Kinder, verheiratet mit der Jugendliebe – sie verkörpert exakt jenes idealisierte Leben, das wir glauben, führen zu wollen. Aber dann gibt es da auch die Ratenzahlungen für das Haus, die Monotonie des Alltags und die Entfremdung vom Partner. Das passiert ja vielen Leuten, wenn die Anforderungen des Lebens an der Liebe zehren. Genau an diesem Punkt beginnt unsere Geschichte, passieren Linda die seltsamen Dinge.

        Der Film wirft die Frage auf: Wenn man die Chance zu einer Kehrtwende hätte, um Weichen neu zu stellen, würde man diese Chance ergreifen und versuchen sein Leben en passant zu ändern oder so weitermachen wie vorher? Völlig neu anzufangen oder seinem Partner wieder näher zu kommen, das sind die Wahlmöglichkeiten, vor die Linda gestellt wird.“

        Nachdem Sandra Bullock sich das erste Mal mit Mennan Yapo getroffen hatte, war ihr sofort klar, dass sämtliche Elemente, die sie am Drehbuch begeistert hatten, auch umgesetzt werden würden. „Er ist wie ein großer Maler und versteht es, eine Geschichte auf eine einzigartige, überraschende Weise zu erzählen.“ Im Verlauf ihrer Karriere spielte Sandra Bullock überragende komische Rollen, wie zum Beispiel die unscheinbare, kratzbürstige FBI-Agentin in der Miss Undercover-Filmreihe. Aber es ist dennoch eine gewisse Melancholie, die Sandra Bullock innewohnt und die wichtig war, um der Figur der Linda Leben einzuhauchen. „Sandra ist zwar schön und begabt, aber da ist noch etwas Anderes in ihren Augen. Man merkt, dass sie in ihrem Leben mehr erlebt hat als sie preisgibt“, betont Mennan Yapo. Diese Eigenschaft zeichnet Linda und Sandra aus – und genau das wollten wir von ihr.“ Yapo spricht seiner „Leading Lady“ noch ein weiteres Kompliment aus: „Neben der Tatsache, dass man mit ihr ebenso wunderbar arbeiten wie Spaß haben kann ... spricht sie auch noch fließend Deutsch!“, lacht der Regisseur.

        Die Rolle des Jim Hanson musste mit dem perfekten Kontrapunkt besetzt werden. Jim ist ein guter Ehemann und Vater. Aber auch er ist ermüdet von der gar zu perfekten Familie, bleibt aber dennoch bis zum Schluss sehr praktisch orientiert. Diese Figur besetzten die Filmemacher mit dem australischen Darsteller Julian McMahon. „Also zuallererst bin ich ein ganz großer Fan der Fernsehserie ’Nip/Tuck’“, so Mennan Yapo. „In seiner Altersgruppe gehört Julian mit zu den besten Darstellern, die es gibt. Er kann alles spielen, alles tun und man nimmt es ihm ab.“

        McMahon war von der Komplexität des Drehbuchs zu DIE VORAHNUNG beeindruckt: „Beim ersten Durchlesen faszinierte mich die Nebeneinanderstellung von Zeit, die inneren Reisen, die die Figuren unternehmen und was die Figuren einander bedeuten. Dann begann ich die ganze Psychologie, die dahinter steht, überhaupt erst zu begreifen. Nach der fünften oder sechsten Lektüre des Buchs wurde mir klar, was für ein packender und schockierender Psychothriller DIE VORAHNUNG eigentlich ist.“ Für McMahon stellt Jim Hanson den Katalysator für alle Geschehnisse im Film dar. „Er ist eine Figur, die ich so noch nie gespielt habe: Ein Durchschnittsamerikaner mittleren Alters, der einfach sein Leben lebt, während seine Frau eine ziemlich außergewöhnliche Erfahrung macht. Es reizte mich so vieles, Figur, Drehbuch, Regisseur und natürlich... Sandy.“

        Über die Zusammenarbeit mit Sandra Bullock sagt er: „Ich habe sie seit langem schon aus weiter Ferne verehrt. Als sich hier die Chance zur Zusammenarbeit bot, war ich Feuer und Flamme. Und siehe da: Sie war genau so wie ich das erwartet hatte: witzig, humorvoll, liebenswert, gut aussehend und eine wunderbare Schauspielerin.“ Sandra Bullock war gleichermaßen angetan von ihrem Leinwand-Ehemann: „Ich habe sehr gerne mit ihm zusammen gearbeitet, er kannte seine Figur gut und was wir beide nicht wussten, das haben wir uns zusammen erarbeitet. Außerdem war jeder traurig, wenn Julian nicht am Set war. Er war wie das Salz in der Suppe...“ Die Rolle von Lindas bester Freundin Annie wurde mit Nia Long besetzt, die ebenfalls von der Unvorhersehbarkeit des Drehbuchs schwärmte. „Mir gefiel das Verwirrende an der Geschichte, bei der man immer am Ball bleiben muss, um den Faden nicht zu verlieren. In jedem von uns wird doch die Neugier geweckt, wenn es um Dinge geht, die wir nicht erklären können. Es gibt eben den schmalen Grat zwischen Sehen und Glauben, Wissen und ‚Wahrhaben wollen’. Daran schließt sich die Entscheidung an: Akzeptiere ich das jetzt so oder hinterfrage ich es?“

        Kate Nelligan spielt die Schlüsselrolle von Lindas Mutter Joanne. Joanne weiß zwar, dass ihre Tochter eine schwere Zeit durchmacht, aber sie hat keine Ahnung wie absonderlich Lindas Erlebnisse sind. Auch sie war vom ausgefeilten Drehbuch begeistert: „Dank der ineinander verwobenen Handlungsstränge und dem Wechsel der Zeitebenen weiß man nie, ob man sich jetzt gerade in der reellen Zeit oder in der Zukunft befindet. Das Skript ist sehr clever, fast wie ein Puzzle.“ Aus genau diesem Grund durfte auch Kate Nelligan etliche Szenen in verschiedenen Varianten spielen: „Für alle außer Linda ist ja ihre Realität die einzige, die sie kennen.“ Deshalb beeindruckte Kate Nelligan auch die Herkules-Aufgabe, die ihre Filmtochter zu bewältigen hatte, indem sie die Verwirrung und das Drama eines Menschen darstellen musste, der sich ganz allein in einer unerklärbaren Wirklichkeit befindet. „Zum Glück verfügt Sandra über enormes Stehvermögen sowohl körperlich als auch emotional. Eigentlich ist mir noch nie jemand begegnet, der so ein Stehaufmännchen ist wie Sandra. Ich war sehr erstaunt.“

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