Ursprünglich war als Drehort New Orleans / Louisiana für DIE VORAHNUNG vorgesehen. Doch dann zerstörte Hurrikan „Katrina“ die Stadt und die Produktion wurde um einige Monate nach hinten verschoben. Schließlich entschieden sich die Filmemacher, zwar im Staat Louisiana zu bleiben, aber in der Ortschaft Shreveport zu drehen. „Wir hätten zwar auch auf andere Staaten ausweichen können, aber der Gouverneur von Louisiana bat uns persönlich um unsere Unterstützung und da blieben wir. Shreveport war eine tolle Stadt, deren Einwohner uns sehr unterstützten,“ erinnert sich Produzent Amritraj. Die meisten Mitglieder der Filmcrew waren erfahrene Filmleute aus New Orleans, die der Hurrikan aus ihrer Heimat vertrieben hatte. Glücklich darüber, dass trotz der verheerenden Schäden der Film in ihrem Staat gedreht wurde, organisierten sie eine spontane Mardi Gras Party (Kostümfest) am Set.
Bereits sehr früh fiel die Entscheidung, dass DIE VORAHNUNG im Alltagsleben angesiedelt sein sollte – ohne jeden magischen Hokuspokus. Für Mennan Yapo war klar, dass er sich „auf die Figuren konzentrieren und in der Realität bleiben“ wollte. „Es sollte sich alles innerlich entwickeln und nicht von außen übergestülpt werden. Dieser Film sollte möglichst real wirken.“ Szenenbildner Dennis Washington sollte eine Kleinstadtatmosphäre zum Leben erwecken, die gleichermaßen wiedererkennbar und düster sein sollte. Der Film entstand an realen Schauplätzen und sollte wirken, als sei er an einem beliebigen Ort in den USA angesiedelt. „Mit Art Director Tom Taylor arbeite ich schon seit Jahren zusammen. Wir haben viele unserer Locations ein wenig verändert, ergänzt und angepasst, um unsere Realität möglichst echt zu gestalten,“ betont Produzent Ashok Amritaj die besondere Bedeutung der Atmosphäre, „es sollte nicht zu klaustrophobisch wirken, deshalb gibt es zwar genügend Raum zum Atmen, aber dennoch kann das Publikum mitfühlen, was Linda gerade durchlebt.“
Regisseur Mennan Yapo brachte den deutschen Kameramann Torsten Lippstock mit ins Team. Lippstock zeichnete bereits für die Bilder von Lautlos verantwortlich. Er sollte ihm helfen, den Look des Films zu erschaffen, der ja eng mit Lindas jeweiligem psychologischen Zustand zusammenhängt. Yapo erklärt: „Immer wenn Linda etwas Seltsames widerfährt, wechselten wir zur Handkamera. Einige Szenen wirken so alptraumartiger und die Atmosphäre einer Szene ändert sich auf der Stelle. Man springt aus einer klassischen Bildaufteilung zur Handkamera. So
verstärkt man die Erfahrung und lässt das Publikum dichter an Linda heran.“ Die Kamera ist es, die bei DIE VORAHNUNG die Führung des Publikums übernimmt, ihm zugleich aber auch Dinge zeigen muss, die Linda im Film vielleicht nicht wahrnimmt. „Alles dreht sich um den emotionalen Trip, den Linda durchleidet und den wir mit allen Mitteln deutlich machen mussten“, erläutert Yapo sein Konzept.
Eine der wenigen Szenen, in denen sich Mennan Yapo erlaubte, die Grenzen der Realität zu sprengen, war der Autounfall. „Der Film dreht sich um Verlust und Trauer. Eine Frau verliert ihren Mann bei einem Autounfall. Wenn man also diesen Unfall zeigt, dann muss es auch der schrecklichste Autounfall sein, den man jemals im Film gesehen hat. Das war die einzige Stelle, bei der wir bei diesem Film übertreiben durften.“ Die Szene wurde auf einem abgelegenen Highway außerhalb von Shreveport gedreht, unterstützt vom erfahrenen Stuntkoordinator Joel Kramer und dessen Ko-Koordinator Steven Ritzi.