Donnerstag | 31. Mai 2012 | 09:03 Uhr
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  • Die Vorahnung

    Thriller, Mystery | USA 2007
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      • | Hintergrund: Vorahnungen

      • Premonitions: Im Deutschen weist das altmodische Wort für „warnend“, nämlich „prämonitorisch“, auf die Herkunft aus dem Lateinischen hin. Dort bedeutet das Verb „praemonere“ jemandem im Voraus zu warnen. Vorahnungen, zweites Gesicht, Wahrträume und „sechster Sinn“ gehören tatsächlich zu den am häufigsten geschilderten „paranormalen Erfahrungen“. Sie können als Traum, als unbestimmtes Gefühl, als Wach-Halluzination oder Vision (wie in einem Film) auftreten. Die Parapsychologische Beratungsstelle in Freiburg, die einzige staatlich geförderte Einrichtung dieser Art in der Bundesrepublik, schätzt, dass ungefähr 70 Prozent der Bevölkerung wenigstens einmal im Leben ein solches Erlebnis gemacht hat. Diese Zahl deckt sich mit einer Repräsentativumfrage, die das Gallup-Institut in Amerika vor einigen Jahren durchgeführt hat.

        Vorahnungen sind für die Betroffenen einschneidende, verwirrende und oft verängstigende Erlebnisse, die sie ihr Leben lang nicht vergessen und über die sie meist nicht sprechen wollen, aus Angst für „verrückt“ gehalten zu werden. Manchmal zweifeln sie selbst an ihrem Verstand. Der Physiker und Psychologe Dr. Dr. Walter von Lucadou, Leiter der Parapsychologischen Beratungsstelle, schildert den Fall einer 90-jährigen Dame, die ihn anrief um über ein Erlebnis zu sprechen, das sie als junge Frau vor über 70 Jahren hatte, und über das sie bisher mit niemandem zu sprechen gewagt hatte. Sie hatte den plötzlichen Tod einer Bekannten vorausgeträumt, obwohl sie diese nur flüchtig kannte und keinerlei Veranlassung für deren plötzliche Erkrankung und Tod bestand. Häufig plagen die Betroffenen Schuldgefühle, weil sie meinen, die Vorahnung könnte das Unglück herbeigeführt haben. Dies gilt vor allem für Menschen, die häufiger solche Erlebnisse haben.

        Dass Menschen tatsächlich auch heute noch aufgrund von Vorahnungen psychiatrisiert werden, zeigt der folgende Fall aus der Parapsychologischen Beratungsstelle: Ein junger Mann träumt im Detail, wie sein Vater einen Autounfall hat und berichtet seiner Mutter am nächsten Morgen davon – ohne, dass die beiden etwas unternehmen. Am Nachmittag des gleichen Tages – der Vater ist auf einer Geschäftsreise – passiert der Unfall, und zwar genau so, wie es der Sohn geträumt hat. Der junge Mann ist total verzweifelt, weil er glaubte, er sei schuld an dem Unfall, denn er hätte seinen Vater ja warnen können. Daraufhin wandte er sich nach jedem Angsttraum an die Polizei, um diese eindringlich zu bitten etwas zu unternehmen, weil er nicht wieder schuld an einem Unfall sein wollte. Die Polizei hörte sich das eine Weile an und da seine „Voraussagen“ nie eintraten, wurde er – gegen seinen Willen – in die Psychiatrie eingewiesen. Obwohl der junge Mann sein Erlebnis den Ärzten schilderte, kam niemand auf die Idee, die Mutter zu fragen, ob er wirklich von dem Traum berichtet hatte. Vielmehr ging man davon aus, dass er an Wahnvorstellungen litt und „Tötungsphantasien“ in Bezug auf seinen Vater hätte.

        Walter von Lucadou hat mit Kollegen zusammen eine Theorie entwickelt, die „Präkognition“ (so der Fachausdruck) erklären soll. Früher glaubte man in der Physik, dass die Welt einem gigantischen Uhrwerk gleiche, in dem man alles präzise vorausberechnen kann. Menschen mit präkognitiven Fähigkeiten wären danach besonders begabte „Super-Vorausberechner“. Heute weiß man aus der Quantenphysik, dass die Welt für längere Zeiträume im Prinzip nicht präzise vorausberechnet werden kann und somit wäre eine solche Erklärung des Phänomens nicht möglich. Ist also doch alles nur ein erstaunlicher Zufall? Lucadous Theorie geht hingegen davon aus, dass es Wahrträume und Vorahnungen tatsächlich gibt und sie keine Einbildungen oder Zufälle darstellen. Allerdings sind sie auch keine photographisch genauen Abbildungen der Zukunft, sondern eher so etwas wie Musterübereinstimmungen (Korrelationen), von denen man im Allgemeinen immer erst im Nachhinein mit Sicherheit sagen kann, was sie bedeuten.

        Die Frage, ob man aufgrund solcher Vorahnungen gezielt in den Lauf des Geschehens eingreifen kann, ist ein Mysterium und beschäftigt die Menschen bis heute. Fest steht, dass Vorahnungen uns auf Neues einstimmen, warnen oder vorbereiten. Wenn wir sie dazu verwenden, unseren Blick für die Vielfältigkeiten des Schicksals zu erweitern, anstatt sie auf eine Interpretation einzuschränken, gehen wir sachgerecht mit solchen Erfahrungen um. Keinesfalls sollten wir bestimmte Dinge erwarten oder uns gar auf eine einzige Interpretation der Wahrträume festlegen; dadurch würden wir unsere Unbefangenheit der Zukunft gegenüber verlieren und sogar möglicherweise falsch reagieren.

        Selbstverständlich sind solche teilweise spektakulären Fälle von Vorahnungen auch in den USA bekannt: So hatte die junge Vertriebsangestellte Sunna Roulston eine Reise nach Thailand gebucht, als sie plötzlich schreckliche Vorahnungen überfielen. Unter anderem sah sie sich selbst in einem Flüchtlingscamp, umgeben von ausgehungerten, durchnässten und erschöpften Menschen. Sie trat die Reise dennoch an, hinterließ ihrer Familie aber einen Abschiedsbrief. Sunna befand sich auf einem kleinen Holzboot vor der thailändischen Küste, als Thailand 2004 vom Tsunami getroffen wurde. Nachdem sie sich eine Zeitlang in den Wellen über Wasser gehalten hatten, sollte ein großes Fischerboot sie an Bord nehmen und an Land bringen. Einer inneren Stimme folgend, weigerte sich Sunna an Bord zu gehen. Als das größere Boot sich entfernte, wurde es von einer großen Welle zum Kentern gebracht und alle Passagiere an Bord ertranken.

        David Booth hat von vielen Flugzeugabstürzen geträumt, von denen einige später tatsächlich stattfanden. Die Vorahnungen des ehemaligen Piloten hatten ihren Höhepunkt in den späten 80er Jahren. Zehn Tage lang träumte David Booth immer wieder, dass ein Flugzeug der American Airlines sich drehte und umgekehrt über niedrige Gebäude fliegen würde, um dann als Feuerball einen Flughafen zu treffen. Er rief bei American Airlines an, die ihn weiter an die Flugbehörde FAA verwiesen. Die FAA dokumentierte zwar die Details seines Traums, konnte aber keine präventiven Maßnahmen ergreifen, weil in seinem Traum keine Flugnummer auftauchte. Drei Tage später verlor eine DC-10 beim Start vom Chicagoer Flughafen O’Hare eines ihrer Triebwerke. Die Maschine drehte sich, trudelte über die flachen Flughafengebäude und explodierte auf der Startbahn. Es war eines der schwersten Flugunglücke in den USA, bei dem alle 271 Passagiere an Bord ums Leben kamen.

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