„Shari und Bob haben mit diesem Film einen Liebesbrief an New York geschrieben ... “ (Laura Linney) NANNY DIARIES wurde zur Gänze in New York und so oft wie möglich an Originalschauplätzen gedreht. Executive Producer Dany Wolf: „Wir suchten in ganz Manhattan nach außergewöhnlichen Drehorten. Glücklicherweise konnten wir im Museum of Natural History, im Metropolitan Museum, im Central Park und bei Bergdorf Goodman drehen. New York hat uns wirklich mit offenen Armen empfangen.― Linney ergänzt: „Shari und Bob haben mit diesem Film einen Liebesbrief an New York geschrieben und seine Verrücktheiten, die großartigen Plätze und die amüsanten Menschen eingefangen.
New York ist einmalig. Produzent Gladstein sagt: „Allein der Gedanke, New York an einem anderen Ort nachzubauen, wäre vollkommen absurd gewesen.― Gemeinsam mit dem Kameramann Terry Stacey (mit sie bereits bei AMERICAN SPLENDOR („American Splendor―, 2003) gearbeitet hatten) wollten Springer Berman und Pulcini New York mit einer quasi überhöhten Wahrnehmung fotografieren und ein urbanes Märchen schaffen. „Wir dachten in die Richtung eines modernen ‚Frühstück bei Tiffany’―, sagt Springer Berman. „Das war so eine Vergleichsgröße, mit der wie anfingen und Terry musste es dann umsetzen.―Nicht alle Pracht von New York konnte jedoch an Originaldrehorten gefunden werden. „Wir haben unglaubliche Apartments besichtigt―,erinnert sich Pulcini. „Man hat keine Ahnung, was sich hinter manchen Türen in Manhattan verbirgt. Ich entsinne mich eines Apartments,das so groß war, dass ich bei der Besichtigung die anderen aus den Augen verlor.
Und Springer Berman fügt an: „Danach sieht man sein eigenes Leben und die Wohnung, in der man lebt, mit anderen Augen.― Die meisten Innenaufnahmen wurden an Originalschauplätzen gedreht, aber Production Designer Mark Ricker schuf das riesige, luxuriöse Apartment von Familie X in den Steiner Studios in Brooklyn. Ricker betonte die Förmlichkeit der Wohnung durch Symmetrie. „Es gibt von allem ein Gegenstück: Zwei Spiegel, zwei Lampen, zwei Türen – und es gibt keinen Platz für Unordnung. Hier muss alles an seinem Platz stehen. Und wenn das nicht der Fall ist, fällt es sofort auf.― Kostümdesigner Michael Wilkinson hatte ebenfalls an AMERICAN SPLENDOR („American Splendor―, 2003) mit Springer Berman und Pulcini gearbeitet, wo es mehr um ein schäbiges Outfit gegangen war.
Pulcini lächelt: „Wir waren wirklich aufgeregt, als wir ihm einen Film anbieten konnten, für den er richtig shoppen gehen durfte. Und: Junge, Junge, das hat er dann auch getan!― Unter anderem musste Wilkinson eine große Menge Outfits quer durch die Gesellschaft (vom Broker bis zu Putzfrau) vorbereiten, aber auch ethnische Kostüme für die im Museum gezeigten Namibier, Samoaner, weiterhin zwei französische Pierrot-Clowns-Anzüge und ein Betsy-Ross-Kostüm für Scarlett Johansson. (Betsy Ross war der Legende nach die Näherin der ersten Flagge der USA). „Im Kleiderschrank dieser Produktion ist alles, was man sich nur vorstellen kann―, so Pulcini.
Bei den Kostümen für Annie und Mrs. X arbeiteten Wilkinson, Springer Berman und Pulcini sehr eng mit den Schauspielerinnen zusammen. „Alles, was Scarlett in dem Film trägt, hätte sie auch privat getragen. Mit Ausnahme des grauen Business-Kostüms, das sie so hasste wie Annie im Film es hasst―, sagt Springer Berman. „Wir wollten, dass Annie jemand war, der einen eigenwilligen, unkonventionellen Stil hat, der einmalig für sie ist. Es ging um den größtmöglichen Unterschied zwischen ihr und Mrs. X, die sich problemlos den angesagtesten Designer kaufen kann. Annie kann sich so was zwar nicht leisten, aber sie würde in einem Second-Hand-Laden mit schlafwandlerischer Sicherheit ein altes Kleid für unter 100 Dollar finden und darin aussehen, als trüge sie ein Designer-Stück.
Die luxuriöse Garderobe von Mrs. X war nicht der einzige Ausdruck ihrer privilegierten Welt. Pulcini: „Gemeinsam mit Laura und Michael arbeiteten wir heraus, dass Mrs. X erfüllt ist von einer gewissen Unsicherheit. Sie kommt zwar aus einer betuchten Familie, aber dieser Wohlstand kann sich offensichtlich nicht mit dem Reichtum der Familie ihres Mannes messen. Das will sie kompensieren und schießt dabei über das Ziel hinaus. Sie ist der Typ, der einen Look ausprobiert und dabei einfach zuviel des Guten tut. Mit anderen Worten: Sie versucht ständig, ein bestimmtes Bild von sich abzugeben, das ihr vielleicht gar nicht entspricht.
Wilkinson beschreibt Mrs. X als „einen Pfau. Sie will die anderen Frauen zu Komplimenten über ihren extravaganten Stil zwingen. Ich habe das Shari und Bob einmal so erklärt: Wenn Mrs. X einen Raum betritt, sollte sie sich fühlen wie ein Blumenstrauß. Deswegen verwendeten wir viele florale Farben.