Was Gould, Goyer und der zweite Drehbuchautor Jim Uhls begonnen hatten, erweiterten Liman, Kinberg und Foster zu einer gewaltigen, uraltenEvolutionsgeschichte der „Jumper“, deren Fähigkeit, mit ihrem Willen Raum und Zeit zu beherrschen,seit Jahrtausenden an die nächste Generation weitergegeben wird. Das Team begann, intensiv über den Teleport-Mythos zu recherchieren und alles darüber herauszufinden, von den Anfängen bis zu modernsten, wissenschaftlichen Theorien, die das Phänomen durchaus für vorstellbar halten. „Wir haben mit vielen Physikern gesprochen, um die wissenschaftlichen Hintergründe zu verstehen, wie Teleporten funktionieren könnte. Die Ergebnisse haben wir in die Story einfließen lassen, um ihr einen möglichst realen Anstrich zu geben. Aber wir haben uns auch mit dem Mythos des Teleportens auseinandergesetzt, der die Phantasie der Menschheit seit Tausenden von Jahren anregt“, erklärt Kinberg.
„Sufi- und Hindu-Mystiker sollen das Teleporten angeblich bereits vor Jahrhunderten praktiziert haben. Die Vorstellung, sich auf der Stelle auf einen Berg versetzen zu können, den sonst niemand besteigen kann, oder ganz banale, alltägliche Dinge zu tun, wie die Warteschlange an der Ausweiskontrolle zu überspringen, regt die Phantasie ungemein an. Wer würde sich nicht gern solche Wünsche erfüllen?“ Aber Teleporten verschafft natürlich auch Bösewichten ungeahnte Möglichkeiten. „Statt das Jumpen für einzigartige, schöne Dinge zu nutzen, wie beispielsweise oben auf der Sphinx zu frühstücken und gleich danach in Australien zu surfen, könnte jemand mit bösen Absichten zum Beispiel eine Atomwaffe klauen und über dem Weißen Haus abwerfen. Wenn man darüber nachdenkt, kann das Jumpen auch ein Fluch sein“, merkt Foster an. „Gerät die Macht in die falschen Hände oder wird von jemandem benutzt, der einen ‚Jumper’ manipuliert, könnte das fatale Folgen haben.“
Diese nüchterne Tatsache führte zur Idee der „Paladinen“, das sind geheime Elite-Kämpfer, die seit vielen tausend Jahren versuchen, „Jumper“ daran zu hindern, dass sie ihre heiklen Kräfte mit böser Absicht benutzen. „Jumper“, die das Erwachsenenalter erreichen, werden von der Organisation der „Paladinen“ gnadenlos aufgespürt, gejagt und vernichtet, ohne Wenn und Aber. Trotz dieser ganzen phantasievollen Elemente wollte man die Geschichte so gut es ging in einer möglichst realistischen Welt verankern. „Die Story sollte wirken, als könne sie sich so bei uns zutragen“, sagt Kinberg. „David Rice trägt keinen Umhang, er hat keinen Code-Ring. Im Großen und Ganzen ist er ein ganz normaler Typ mit einer einzigen, unglaublichen Fähigkeit – und wie er mit ihr umgeht, ist der Kern unseres Films. Wie würden wir reagieren, wenn wir plötzlich feststellen, dass wir über eine Kraft verfügen, die unser Leben aufregend macht und von allen Fesseln befreit? David folgt dem ganz natürlichen Impuls, mit Teleporten sein eigenes Leben zu verbessern. Erst im weiteren Verlauf der Geschichte lernt er, dass er damit viel mehr anstellen kann, als Banken auszunehmen und in einem Penthouse zu wohnen. Er realisiert, dass er Freunden und Fremden helfen kann.“
Ebenso wichtig für die Story ist auch, wie ein „Jumper“ wie David mit der Liebe umgeht. Dazu Kinberg: „Durch die ‚Jumping’-Idee kam eine Frage zum Tragen, die für jede gute Liebesgeschichte von immenser Bedeutung ist: Ist eine gute Beziehung überhaupt möglich, bevor man nicht komplett ehrlich zu seinem Partner ist? Auf andere Art haben wir uns damit auch schon bei Mr. & Mrs. Smith (2005) beschäftigt. Zum Zeitpunkt dieser Überlegungen waren die Produzenten schon ganz versessen darauf, Doug Liman mit der Leitung dieses einzigartigen Projekts zu betrauen. Seine spontane, kreative und entfesselte Guerilla-Taktik des Filmemachens schien wie geschaffen für eine Story über grenzenlose Mobilität. „Entscheidend für diese Geschichte ist nicht nur die Idee, die dahinter steckt, sondern auch ihre Umsetzung: die Tonalität, der Look, das Rohe, Grimmige, und die echten Gefühle“, fasst Kinberg zusammen. „So etwas hat es in der Welt der Superhelden noch nie gegeben. Der Film ist fernab vom strahlenden Spider-Man-Universum und genauso weit entfernt von Batmans düsterer Gothic-Welt. Doug pumpt mit seinem Sinn für Realismus viel frisches Blut ins Superhelden-Genre und mischt es auf spielerische Art gehörig auf.“ Foster ergänzt: „Doug hat mit der Bourne Identität den Spionage-Thriller wiederbelebt und mit Mr. & Mrs. Smith die Messlatte für Actionkomödien höher gelegt, dasselbe macht er jetzt mit dem Superhelden-Film.“