| Produktion: Hayden Christensen und Jamie Bell werd
Die Rolle des David Rice besetzten die Filmemacher mit einem Schauspieler, der in kürzester Zeit einen kometenhaften Aufstieg zum angesagten Hauptdarsteller hingelegt hat: Hayden Christensen. Sein Weltruhm begann, als ihm George Lucas die heißbegehrte Rolle des Anakin Skywalker in den beiden Star-Wars-Filmen Episode II – Angriff der Klonkrieger (2002) und Episode III – Die Rache der Sith (2005) gab. Doch auch mit dramatischen Rollen wiebeispielsweise in Das Haus am Meer (2001) und Shattered Glass (2003) überzeugte er. Sein Charisma und seine Glaubwürdigkeit machten ihn zur ersten und einzigen Wahl für den Part. „Nachdem Hayden sein Interesse an der Rolle bekundete, haben wir gar nicht weiter gesucht“, erinnert sich Foster. „Er ist perfekt als David Rice. Ein sehr intuitiver Schauspieler mit einer aufrichtigen, überwältigenden Leinwandpräsenz.“ Doug Liman ergänzt: „Ich bin ein großer Fan von Hayden Christensen. Er ist unglaublich talentiert, arbeitet hart, und er stellt in dem Film wirklich ein paar ziemlich verrückte Dinge an. Er ging körperlich und emotional an seine Grenzen und hat uns tausendprozentig zufriedengestellt. Die Zuschauer werden denken: Wow, so haben wir ihn noch nie gesehen! Er ist wirklich ein toller David Rice.“
Christensen wusste, dass diese Rolle ihm etwa bot, was er auf der Leinwand bislang noch nichtgespielt hatte, was genau der richtige Anreiz für einen Schauspieler ist, der erst zur Hochform aufläuft, wenn er richtig gefordert wird. „David Rice ist anders als alle Figuren, die ich bisher gespielt habe. Es war toll für mich, etwas völlig neues kennenlernen zu können“, sagt Christensen. „David machteine interessante Entwicklung durch und das ganze Konzept des Teleportens ist einfach saucool. Am besten gefällt mir, dass die Story diese ganzen ‚was wäre, wenn...’-Momente enthält, diese ‚Büchse der Pandora ’-Fantasien. Genauso einen Film würde ich als Zuschauer sehen wollen.“ Zusätzlich zum Box- und Tauchunterricht bereitete sich Christensen auf den Film vor, indem er intensivüber die Möglichkeiten des Teleportens grübelte. „Ich würde sonst was anstellen, wenn ich teleporten könnte. Der Gedanke, nie wieder ein Flugzeug besteigen zu müssen und trotzdem in der ganzen Welt herumreisen zu können, ist ausgesprochen verlockend“, sagt er. „Ich habe auch viel darüber nachgedacht, wie es wohl wäre, wenn ich von einem hohen Gebäude springen würde, mich kurz vor dem Aufprall wieder nach oben teleporten würde und permanent im freien Fall wäre. Der Phantasie sind bei dieser ganzen Geschichte wirklich keine Grenzen gesetzt.“
Trotzdem war Christensen bewusst, dass die unerschöpflichen Möglichkeiten nur David Rice’ innere Zerrissenheit kaschieren. „Obwohl sich David an sein Leben als ‚Jumper’ gewöhnt hat, ändert es nichts an der Tatsache, dass er sehr einsam ist, weil er dieses Geheimnis mit niemandem teilen kann“, erklärt er. „Er besitzt jedes erdenkliche Spielzeug, das man sich nur wünschen kann, aber er ist dennoch unsicher und fühlt sich allein. Er redet sich aber ein, dass er in Ruhe gelassen werden möchte. Das Spannende ist, wie er sich verändert. Er verwandelt sich langsam in einen Helden, obwohl er sich die ganze Zeit hartnäckig dagegen sträubt. Das macht ihn so interessant. Die Ereignisse um ihn herum zwingen ihn dazu, erwachsen zu werden, zu reifen, Farbe zu bekennen und sich seiner Vergangenheit und ungewissen Zukunft gleichermaßen zu stellen.“ David Rice fühlt sich zutiefst isoliert, weil er seine Teleport-Begabung für eine zufällige Laune des Schicksals hält.
Doch als er auf Griffin trifft, einen anderen „Jumper“, der sich auf dieselbe Art in Millisekunden um die ganze Welt schießen kann, erkennt David, dass zu seiner Identität mehr gehört als er dachte. Christensen hat die Arbeit mit dem britischen Star Jamie Bell sehr genossen, der in dieser schönen neuen „Jumper“-Welt gleichzeitig Davids Rivalen und Mentor verkörpert. „Jamie hat in dieser Rolle wahre Wunder vollbracht“, so Christensen. „Er verfügt über eine spontane Kreativität undkam jeden Tag mit neuen Ideen für seine Rolle. Er hat aus Griffin diesen liebenswürdigen Punkgemacht, der jegliche Autorität verachtet, aber mit einem Augenzwinkern und Grinsen handelt. Für mich war das großartig, weil man sofort versteht, warum sich meine Figur unbedingt mit diesem Typen zusammentun will. Gemeinsam erleben sie die unglaublichsten Dinge, die ohne Teleporten natürlich unmöglich wären. Beide stacheln sich gegenseitig zu neuen Höhenflügen an, um mit dem anderen Schritt halten zu können.“
Außerdem gefiel es Christensen, dass ihn diese Rolle erneut mit Samuel L. Jackson zusammenbrachte, mit dem er bereits in den beiden Star-Wars-Filmen vor der Kamera gestanden hat. Hier spielt Jackson eine Figur namens Roland, einen „Paladinen“, der „Jumper“ wie David Rice für immer zu vernichten versucht. „Sam hat mir sehr geholfen und Tipps gegeben. Es war klasse, wieder mit ihm zu drehen. Er hat seiner Rolle so viel Tiefe und Gewicht verliehen, dass er alle um sich herum anspornte“, sagt Christensen.
Die sensationellen Teleport-Actionszenen sind eine Sache, eine andere ist es, die verletzliche Seite einer Figur zu zeigen. Eine Herausforderung, die Christensen meistert, als sich David in seine Schulfreundin Millie (gespielt von Rachel Bilson) verliebt, die eines Tages wieder in sein Leben tritt.
„Die Liebe zwischen David und Millie ist sehr außergewöhnlich“, sagt er. „David versucht, sie an seinem abenteuerlichen Leben teilhaben zu lassen, bekennt sich ihr gegenüber aber nicht wirklich. Außerdem befindet er sich in der schwierigen Situation, eine Romanze zu führen und gleichzeitig vor Leuten flüchten zu müssen, die ihn töten wollen – und dabei zu verhindern, dass sich diese beiden Wege kreuzen.“ Christensen stellt fest, dass man ausgesprochen unvoreingenommen und anpassungsfähig sein muss, um das grenzenlose Leben eines „Jumper“ spielen zu können. „Sechs Monate lang war meine Figur permanent auf der Flucht, wurde zusammengeschlagen, herumgestoßen und ständig misslang ihr was“, erklärt er. „Wir wurden ganz schön durch den Wolf gedreht, aber es hat dennoch viel Spaß gebracht.“
Für Jamie Bell war die packende Action von JUMPER ein gewaltiger Schritt nach vorn. Weltberühmt
wurde Bell durch die berührende Titelrolle des für den Oscar® nominierten Indie-Hits Billy Elliot – I
Will Dance (2000). Darin spielt er einen britischen Jungen aus der Arbeiterklasse, der unbedingt Tänzer werden möchte. Danach spielte Bell unterschiedlichste Rollen – vom Diener Smike in Nicholas Nickleby (2002) über einen jungen Seemann in Peter Jacksons King Kong (2005) bis zu einem US- Marine in Clint Eastwoods Flags of Our Fathers (2006) – aber seine Rolle als Griffin war anders als alle anderen.
Das war der Schlüssel für die Filmemacher: Griffin, der trotzige „Jumper“, sollte Unberechenbarkeit ausstrahlen, wenn er David Rice in die ganze Mythologie der „Jumper“ einführt und erklärt, welche Gefahren auf ihn zukommen. Dabei hat Griffin seine ganz eigene Geschichte von Verlust und hasserfüllten Rachegedanken, die Davids Kampf ums Überleben zutiefst beeinflusst. „Griffin ist so etwas wie ein gaunerhafter, quasselnder, verschmitzter, verrückter Vogel, der den Film gleichzeitig mit manischer Energie und Humor versorgt“, erklärt Simon Kinberg. „Aber durch seinen persönlichen Hintergrund, der ihn im Kampf gegen die „Paladinen“ antreibt, wirkt er dennoch lebensecht und aufrichtig. Jamie besitzt die Fähigkeiten, das alles glaubwürdig rüberzubringen.“ Lucas Foster ergänzt: „Wir hatten großes Glück, dass wir die Rolle mit einem so unglaublich vielseitigen Schauspieler wie Jamie besetzen konnten, der in Griffin komplett aufgegangen ist. So wie er ihn spielte, wussten wir tatsächlich nie, was er als nächstes tun würde. Sein Improvisationstalent zwang uns praktisch dazu, wie die Irren umzuschreiben, nur um mit ihm Schritt halten zu können. Er hat diese Figur in etwas verwandelt, das wir uns in unseren kühnsten Träumen nicht haben vorstelle können.“
In erster Linie fühlte sich Bell allein von dem Konzept von JUMPER schon magisch angezogen. „Das Drehbuch hat mich sehr angesprochen, weil es mich daran erinnerte, wie es ist, als Jugendlicher nach Auswegen zu suchen“, erklärt Bell. „Und Teleporten ist der ultimative Ausweg. Man kann jederzeit überallhin gehen. Wer hat davon nicht schon einmal geträumt? Und was Griffin betrifft, der ist ziemlichwild, schrill und witzig und besitzt diese wuchtige, intensive Kraft. Dafür fehlt ihmjegliche Beständigkeit. Er hat überhaupt keinen Sinn für Familie oder ein soziales Umfeld. Eigentlich verfügt er über keinerlei soziale Kompetenz, aber ich finde, gerade diese Mischung macht ihn alsFigur so interessant und dynamisch.“
Aber nicht nur Griffins Psyche sprach Bell an, sondern auch, dass er körperlich gefordert wurde, um dessen Bewegungsstil zu gestalten. Zusammen mit den Filmemachern entwickelte er Griffins persönliche Art sich zu bewegen und ganz besonders natürlich, seine Art zu „jumpen“. „Mir war es wichtig, dass seine rasante, energetische Persönlichkeit beim Jumpen zum Ausdruck kommt“, erklärt Bell. „Seine Sprünge sind sehr intensiv, fast brutal, und genau das wollte Doug sehen.“ Auch die Beziehung zwischen Griffin und dem noch unerfahrenen David Rice, die anfangs auf sehr wackeligen Füßen steht, empfand Bell als große Herausforderung. „Jede echte Freundschaft beginnt mit einem Knall“, lacht Bell. „Seit seine Eltern von Roland getötet wurden, führt Griffin ein Leben als Herumtreiber und Einzelgänger. Deshalb empfindet er David zuerst als schwere Last. Aber ich glaube, insgeheim bringt es ihm mächtig Spaß, dass er David die Regeln beibringen kann, wie er sich verteidigen muss, und wie das ganze Universum des Jumpens funktioniert.“
Zwischen Bell und Christensen entstand so eine aufregende, natürliche Wechselbeziehung. Bell sagt: „Hayden hat sich voll darauf eingelassen, so dass wir wunderbar aufeinander reagieren konnten.“ Doug Liman fügt an: „Hayden und Jamie haben sich so klasse aufeinander eingespielt, dass wir letztlich ganze Szenen umgeschrieben haben, um noch mehr davon im Film unterbringen zu können. Wir gestalteten die Kolosseum-Kampfsequenz so, dass beide im wahrsten Sinne des Wortes aneinander gebunden waren und in diesem Kampf ihre Freundschaft auf dem Prüfstein steht. Außerdem ließen wir uns ständig witzige Dinge für Griffin einfallen, mit denen er Hayden herausfordern konnte.“ Bell ergänzt, dass Limans spontane Ideen beim Dreh großen Spaß machten. „Doug steckt wirklich voll überschäumender Kreativität“, fasst Bell zusammen. „Das konnte ich mir bei meiner Rolle zunutze machen.“