Mittwoch | 30. Mai 2012 | 22:16 Uhr
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  • Die Queen

    Drama, Biografie | Großbritannien 2006
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      • | Archivmaterial

      • An einigen Stellen jedoch mussten sich Boyle, Macdonald und Beato streng an die historische Realität halten, nämlich dort, wo der fiktionale Teil mit Archivmaterial angereichert wurde.

        Wie schon in „The Deal“ wollte Frears auch für THE QUEEN Archivmaterial einsetzen. Dabei half ihm Adam Curtis. Der bekannte Dokumentarfilmer geriet 2005 in die Schlagzeilen, als seine kontroverse Untersuchung zum Thema Al-Kaida und der Krieg der amerikanischen Regierung gegen den Terror im offiziellen Programm der Filmfestspiele in Cannes lief. Nach „The Deal“ und LADY HENDERSON PRÄSENTIERT, arbeitete Curtis für THE QUEEN zum dritten Mal mit Stephen Frears zusammen.

        „Wir wollten eine Vorstellung davon vermitteln, dass Diana, obwohl bereits tot, ständig präsent war“, erläutert Frears. „Es gibt im Film nur wenige Szenen, in denen kein Fernseher läuft. Adam Curtis bringt nicht nur eine ganz eigenen Sensibilität bei der Auswahl der Archivszenen mit sondern auch ein unglaubliches Wissen darüber, wo er gutes Material herbekommt. Wir brauchten einige vertraute Bilder, an die wir uns alle erinnern können, wie zum Beispiel Cherie, die am Tag nach dem Wahlsieg im Morgenrock die Tür öffnet. Wir wollten das Publikum aber mit einigen der Bilder, die Adam fand, auch überraschen. In zwei oder drei Sequenzen ist das Archivmaterial ineinander geschnitten, damit ein ziemlich lückenloses Verständnis der Ereignisse möglich wird.“

        Harries war sich sehr wohl bewusst, dass der Film womöglich kontroverse Diskussionen auslöst. Harries, sein Regisseur und der Autor betonen aber, dass sie keinerlei subversive Absichten hegen. „Wir haben immer mit offenen Karten gespielt, nichts verheimlicht. Es steckte auch kein republikanischer Geheimplan zur Abschaffung der Monarchie hinter dem Drehbuch. Die Kraft dieser Filmidee liegt in ihrem Mut – einen Film zu drehen über eine lebende Monarchin.“

        „Natürlich wird der Film als kontrovers gelten, einfach weil es ihn gibt“, konstatiert Frears. Die Ungehörigkeit unseres Unterfangens liegt schlicht darin, diesen Film überhaupt gedreht zu haben. Er hat keine schockierende oder skandalöse Aussage, die nicht schon vorher in der Öffentlichkeit kursierte. Der Schockeffekt liegt schlicht darin, die Queen wie eine normale Frau zu behandeln, und nicht als einen über allem stehenden Souverän.“

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