FILMDETAILS | Mimzy ‑ Meine Freundin aus der Zukunft
Mimzy ‑ Meine Freundin aus der Zukunft
Abenteuer,
Familie,
Drama
| USA 2007
WERBUNG
| Die Darsteller
Es ist immer schwierig, Kinder, besonders kleine Kinder, zu finden, die genug Schauspieltalent mitbringen, um ihre Rollen überzeugend auszufüllen und den weit reichenden Anforderungen einer Filmproduktion gerecht zu werden. Das gilt bereits für Nebenrollen – umso wichtiger ist es, wenn sie den gesamten Film dominieren. Deshalb baten Shaye und Phillips Besetzungschefin Margery Simkin um Unterstützung – sie hat besonders mit Kindern viel Erfahrung.
„Margery ermunterte mich, das Spektrum zu vergrößern, meiner Fantasie freien Lauf zu lassen und wirklich hochklassige Schauspieler zu suchen“, sagt Shaye. „Ich sollte mir richtig Mühe geben und ein Ensemble zusammenstellen, das der Story die nötige Herzenswärme, Komik und Tiefe verleiht.“
In vier Großstädten richtete Simkin Casting-Zentren ein, überwachte die Vorauswahl und präsentierte die Besten dann Shaye und Phillips. „Von Anfang an profilierte sich Rhiannon als Spitzentalent“, erinnert sich Shaye. „Sie hatte das gewisse Etwas – nicht nur in ihrem körperlichen Auftreten, sondern mir gefiel das Koboldhafte an ihr.“
Auf der Suche nach Rhiannons Filmbruder entdeckten die Filmemacher den filmisch noch unerfahrenen Chris O’Neil. „Das war offenbar ein Schicksalsmoment“, sagt Shaye. „Wir hatten uns schon eine Reihe von Jungen angesehen und wählten vier von ihnen für eine letzte Leseprobe aus. Am Tag vor diesem Termin berichtete Margery, dass sie gerade einen Jungen praktisch auf der Straße kennen gelernt hatte – den sollten wir uns mal anschauen. Chris kam also herein und hatte bereits seinen gesamten Dialog auswendig gelernt – er sagte, er hätte dafür nur 20 oder 30 Minuten gebraucht, weil er ein sehr gutes Gedächtnis hat. Ich merkte also gleich, dass er kein gewöhnlicher Junge ist. Seine Testszene beeindruckte wirklich sehr. Auch die anderen waren durchaus überzeugend, aber am nächsten Tag hat er sie alle ausgestochen – er bekam die Rolle.“
Shaye weiter: „Chris spielt hier seine allererste Rolle. Er bringt keinerlei Erfahrung mit, hat bisher nur einen Schulwettbewerb mit einem dramatischen Monolog gewonnen. Zufällig hat eine Hollywood-Managerin das miterlebt – die war von Chris derart begeistert, dass sie seinem Vater vorschlug, mit ihm nach Los Angeles zu kommen. Am Tag vor unserem letzten Vorsprechen hatten sie einen Termin mit einem sehr bekannten Kinderagenten, der daraufhin Margery anrief und sagte: ,Du musst dir unbedingt diesen Jungen ansehen.‘ Und damit war die Sache gelaufen.“
Doch O’Neils eigenes Talent war nur die halbe Miete – er musste auch gut zu Wryn passen. Dazu Produzent Michael Phillips: „Sie sind wie füreinander geschaffen. Während des Vorsprechens ließ Bob sie eine der schwierigsten Szenen spielen – wir waren hingerissen. Wir schauten ihnen einfach mit offenem Mund zu.“
Ähnliches berichtet Regisseur Shaye: „Diese Kids sind geborene Schauspieler. Einfach verblüffend, wenn man so junge, unerfahrene Kinder erlebt, die absolut lebendige Emotionen und Charaktereigenschaften ausdrücken können.“
Die Arbeit mit den Kinderdarstellern an solchen Schlüsselszenen war auch für ihre erwachsenen Kollegen eine interessante Erfahrung. „Ich bin schon in etlichen Filmen mit Kindern aufgetreten, aber noch nie standen sie derart unter Druck wie bei diesem Film“, sagt Joely Richardson. „Aber ich kann ehrlich behaupten, dass Rhiannon und Chris phänomenale Profis sind, wie man es von Kindern nie erwarten würde. Sie haben ihre Aufgabe unglaublich gut gemeistert. Wenn Kollegen über die Arbeit mit Kindern sprechen, geht es eigentlich nie um die positiven Aspekte: Kinder haben einen unfassbaren Instinkt, auf den man wunderbar reagieren kann. Dadurch wirken die Szenen sehr natürlich – von Technik ist dann keine Rede mehr. Das ist ein riesiges Plus und einer der Gründe, warum ich persönlich sehr gern mit Kindern arbeite.“
Die Familiendynamik zahlte sich auch in der Beziehung zwischen Timothy Hutton und Joely Richardson aus. „Die Eltern haben sehr schwierige Rollen, weil sie immer nur auf das reagieren, was den Kids passiert“, kommentiert Rainn Wilson, der Noahs Naturwissenschaftslehrer spielt. „Sowohl Joely als auch Tim sind sehr komplexe Persönlichkeiten, die den Figuren durch ihre Arbeit viel mehr Substanz geben, als sie im Drehbuch haben. Man spürt förmlich, was sie hoffen, wovon sie träumen, was sie antreibt.“