„Die Stadt Sarajevo ist eine Hauptdarstellerin des Films, also mussten wir auch dort drehen, und uns war genauso wichtig, den Rest des Films in Kroatien aufzunehmen“, sagt Shepard. „Es ist ein Riesenunterschied, ob man an Originalschauplätzen arbeiten kann oder nicht. Die Distanz zur Heimat verändert alles: die Art, wie man dreht, die Art, wie die Darsteller spielen. Sie können sich ganz auf das konzentrieren, weswegen sie hier sind und die Reiseerfahrung des Films selbst machen, weil sie tatsächlich auf einer Reise sind.“
„Wenn man ein Road Movie macht, und darum geht es in gewisser Weise, dann machen die verschiedenen Stationen den ganzen Film aus“, sagt Shepard. „Wenn diese Orte nicht einzigartig, seltsam und furchteinflößend wirken, als wäre man unterwegs in einer Welt, die man nie zuvor betreten hat, dann funktioniert gar nichts. Wir gehen mit diesen Jungs auf eine Reise, die wir durch deren Augen sehen. Unser Ziel der Arbeit mit Jan und Kameramann David Tattersall war, dem Zuschauer so gut wie möglich zu vermitteln, er sei tatsächlich dort. Es geht zu düsteren, mysteriösen und interessanten Orten: Aber die gibt es wirklich.“
„Wir haben ein sehr internationales Team bei dieser Produktion“, sagt Mark Johnson. „Mit unserem Produktionsdesigner Jan Roelfs, der Niederländer ist, habe ich bereits gearbeitet. Er versteht die Welt von THE HUNTING PARTY und kann sie hervorragend wiedererschaffen. Wir haben in diesem Fall keine Welt entworfen und aufgebaut, sondern haben recherchiert, haben herausgefunden, wie es damals ausgesehen hat und uns davon leiten lassen. Jan tat dies in einem sehr ernsthaften, schlichten Stil, so dass der Film ein sehr funktionales, fast utilitaristisches Design hat.
Unser Kameramann David Tattersall ist Brite und unsere Kostümdesignerin Beatrix Pasztor stammt aus Ungarn. Wir sind also die UN der Filmproduktion.“
Der renommierte Kameramann David Tattersall (STAR WARS: EPISODES I, II und II [„Star Wars“: Episoden I, II und III, 1999, 2002, 2005], DIE ANOTHER DAY [„James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag“, 2002]) zeichnete bereits in Shepards letzten Film THE MATADOR für die Kamera verantwortlich. „Er ist wunderbar als Mitarbeiter, mit ihm kann man Pferde stehlen“, sagt Shepard. „Er hat deutlich mehr Erfahrung als ich und ist ein außergewöhnlicher Künstler und Gentleman. Wir hatten eine Menge Spaß zusammen. Bei THE HUNTING PARTY wollten wir die Dinge anders angehen, als wir es jemals zuvor getan hatten. Wir haben viel mit der Handkamera gedreht, mit schnellen Bewegungen und anderen Mitteln, um einen dokumentarischen Stil zu finden. Es sollte weniger geleckt aussehen, damit der Film realer wirkt. Darum waren wir auch an den Originalschauplätzen, damit sich dieses Gefühl auf die Zuschauer überträgt. Dieser spezielle Look und die besondere Atmosphäre, wie man sie an einem Ort verspürt, an dem man nie zuvor gewesen ist, verdanken dem Auge von David sehr viel.“
Abgesehen von den Aufnahmen in Sarajevo wurde der Film aus logistischen Gründen in Kroatien gedreht, das für Bosnien einstehen sollte. Das war kein Problem. „Die Landschaft, die Umgebung, alle Details sind sehr ähnlich, es war ja vor dem Krieg auch alles ein Land“, sagt Roelfs. „Das Schwierige war, dass das Drehbuch an manche Locations sehr spezifische Anforderungen stellt und wir nur wenig Zeit und ein knappes Budget hatten. Also musste alles in der Nähe von Zagreb stattfinden, wo wir unsere Zelte aufgeschlagen hatten. Wir haben keine größeren Sets nachbauen müssen, aber doch einige kleinere.“
Dazu gehörten New York City, Washington, D.C., Gaza, Sierra Leone und Somalia. „Wir haben Innenaufnahmen, Außenaufnahmen, Explosionen, Kämpfe, es gibt Panzer und brennende Gebäude“, sagt Roelfs. Wir mussten sogar eine muslimische Stadt mitten in Kroatien errichten, weil es dort keine gibt. In den Flashbacks sieht man Städte, die wir erst gebaut und dann zerstört haben.“
Glücklicherweise gab es viel Zuspruch und Unterstützung von den Einheimischen, die an den Film glaubten und ihn fertiggestellt sehen wollten. „Wir haben ganze Dörfer dichtgemacht, Autobahnen geschlossen und Kleinstädte übernommen“, sagt Roelfs. „Dann haben wir alles mit Einschlagslöchern zugekleistert und das Straßenpflaster aufgerissen. Die Armee war uns eine große Hilfe, sie gab uns Panzer, Jeeps und andere Fahrzeuge – auch in dieser Hinsicht also eine wundervolle Erfahrung.“