Mittwoch | 30. Mai 2012 | 22:22 Uhr
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    Abenteuer, Drama, Komödie | USA 2007
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      • | Über die Wahl der Drehorte

      • Zu diesem Zeitpunkt war auch schon Adam Merims, ausführender Produzent von THE MATADOR, mit an Bord. Er hatte mit Scott Kroopf zuvor schon an BREACH („Enttarnt – Verrat auf höchster Ebene“, 2007) gearbeitet. Merims stieß im May 2006 zum Team und trug die wichtige Entscheidung mit, wo HUNTING PARTY gefilmt werden sollte. Die Filmemacher dachten logischerweise an osteuropäische Schauplätze, in der Tschechischen Republik, Ungarn, Bulgarien oder Rumänien. Doch schon bald wurde beschlossen, dass der Film in Bosnien und Kroatien gedreht werden sollte.

        Der entscheidende Punkt für Shepard und die Produzenten war, die Authentizität des Drehbuches zu bewahren. Sarajevo rahmt den Film als Schauplatz ein, während in der Zwischenzeit die Reise bis in die Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb führt. „Da der Film im früheren Jugoslawien angesiedelt ist, wollten wir auch dort drehen“, sagt Merims. „Zu Beginn und am Ende mussten wir natürlich in Sarajevo sein, ein unnachahmlicher Ort, der sich nicht rekonstruieren lässt. Aber der Rest spielt im ländlichen Bosnien, wo es keinerlei filmische Infrastruktur gibt. Also ließen wir uns in Zagreb nieder, wo wir von der örtlichen Filmszene unterstützt wurden, und suchten uns die Drehorte innerhalb eines Radius’ von anderthalb Stunden Fahrtzeit aus.“

        Nach seinem Besuch auf dem Balkan gab es für Richard Shepard keinen Zweifel mehr daran, dass der Film vor Ort gedreht werden musste. Er war, wie Kroopf es ausdrückt, „ziemlich angeheizt“. Kroopf und Johnson dachten gemeinsam über ihre Möglichkeiten nach.

        Michael Winterbottom hatte schon kurz nach dem Krieg WELCOME TO SARAJEVO („Welcome to Sarajevo“, 1997) in der Stadt gedreht, also müsste man 2006 dort relativ sicher sein. Dennoch gab es einige nervöse Momente. „Wir waren unsicher, was den Dreh in Bosnien betraf“, sagt Scott Kroopf. „Der Krieg war noch nicht wirklich lange vorbei und uns war bewusst, dass die Menschen noch sehr empfindlich sein konnten oder viel Wut im Bauch hätten. Zu unserer Überraschung gab es aber keinerlei Probleme. Die Leute waren unglaublich freundlich. Womöglich bedeutete ihnen die Geschichte etwas, weil der Film wieder auf diesen Konflikt aufmerksam macht. Wir hatten jegliche Unterstützung von der dortigen Bevölkerung, und das Gleiche gilt für Kroatien. Sicher ist die filmische Infrastruktur nicht mit der unsrigen zu vergleichen, aber das hat uns überhaupt keine Zeit gekostet.“

        Mit Shepard als Autor und Regisseur und Richard Gere und Terrence Howard in den Hauptrollen einigte sich Intermedia recht schnell mit QED International, die den Film international vertreiben wollten. Die Firma wurde vor kurzem von Bill Block gegründet, einem alten Freund Scott Kroopfs. „Das Drehbuch nahm mich sofort gefangen“, sagt Block. „THE HUNTING PARTY mit seinem Mix aus menschlichem Drama, Komödie und Abenteuer entpuppte sich als genau das Projekt, nach dem QED International gesucht hatte. Mit Stars vom Kaliber Richard Geres und Terrence Howards war der Film für den internationalen Markt äußerst erfolgversprechend.“ So konnte Bill Block durch die Sicherstellung des weltweiten Vertriebs den Löwenanteil zu den Produktionskosten beisteuern.

        Dann wandte Intermedia sich an die Weinstein Company als amerikanischen Verleih. „Zu deren Filmen hatte schon THE MATADOR gehört und sie waren riesige Fans von Richard Shepard“, sagt Scott Kroopf. „Das Projekt hatten sie bereits eine Weile im Auge und hofften, an Bord geholt zu werden. Mit ihrer Zusage war die Umsetzung des Films gesichert.“

        Alles war also bereit. Ein neunwöchiger Dreh in Sarajevo und Zagreb, eine Besetzung, für die man sterben möchte und ein originelles Drehbuch. „Ich schreibe Filme über Menschen, und letztendlich geht es in THE HUNTING PARTY um Erlösung“, sagt Shepard. „Richard Gere spielt einen Charakter, dessen Karriere im Krieg in die Brüche ging und der seitdem beruflich und emotional am Ende ist.

        Er bekommt einen Tipp, wo dieser Kriegsverbrecher versteckt ist und sein Weg dorthin ist für ihn eigentlich der Weg zur Erlösung. Terrences Figur hingegen hat sich verkauft und eine gegensätzliche Entwicklung durchgemacht. Für ihn geht es darum, wieder zu sich selbst zu finden. Und Jesse ist ein großes Kind, das sich für allwissend hält, aber natürlich weiß er am Anfang gar nichts und wird zu einem echten Mann.

        Der Hintergrund ist das Nachkriegs-Bosnien, aber im Wesentlichen geht es im Film um diese drei Menschen, ihren Weg und ihre Erfahrungen.“

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