Mittwoch | 30. Mai 2012 | 22:22 Uhr
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    Abenteuer, Drama, Komödie | USA 2007
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      • | Benjamin - Jess Eisenberg

      • Mit den Zusagen von Gere und Howard in der Tasche machte Shepard sich auf die Suche nach dem dritten und letzten Mann seiner Crew: dem unerfahrenen Neuling Benjamin.

        Hunderte sprachen in den USA und Europa für diese Rolle vor. „Jesse Eisenberg war einer der letzten, die wir sahen“, sagt Shepard. „Aber er hat sofort in den Charakter hineingefunden. Jesse ist ein unglaublich schlauer Bursche, viel schlauer, als ich in seinem Alter war. Er fügte Benjamin etwas hinzu, das ich noch nie gesehen hatte und das diese Figur wirklich erdete. Obwohl wir mit Simon und Duck unterwegs sind, erleben wir die Geschehnisse doch durch Jesses Augen. Er ist wie wir, stellt die Fragen, die wir selbst stellen wollen: Was passierte dort eigentlich? Was geschieht im Moment gerade? So wird die Geschichte noch ein gutes Stück spannender.“

        „Jesse Eisenberg war unser absoluter Favorit“, sagt Scott Kroopf. „Wir hatten ihn alle in THE SQUID AND THE WHALE („Der Tintenfisch und der Wal“, 2005) und ROGER DODGER („Rodger Dodger“, 2002) gesehen und hielten ihn für ein außergewöhnliches Talent.

        Richard Shepard war es wichtig, jemanden zu haben, der wirklich erst 21 Jahre alt ist – ein halbes Kind, das von zwei altgedienten Journalisten direkt aus dem College ins Herz der Finsternis geführt wird. Dafür war Jesse die ideale Besetzung.“

        Der gebürtige New Yorker Eisenberg war kürzlich in dem hoch gelobten und Oscarnominierten Drama THE SQUID AND THE WHALE zu sehen. Als er von THE HUNTING PARTY hörte, war er sofort interessiert. Zufällig erfuhr er genau an dem Tag, an dem er das Drehbuch las, durch das Radio von einem Kriegsverbrecher, der vom Balkan nach Den Haag überführt wurde. Freilich fürchtete er, seine Chancen auf die Rolle schon früh vertan zu haben. „Ich nahm ein Video auf und schickte es der Verantwortlichen für das Casting“, sagt er. „Eine Woche später rief sie mich an und sagte mir, sie werde es auf keinen Fall dem Regisseur vorführen, es sei nicht angemessen. Zum Glück kamen die Filmemacher in der entscheidenden Woche nach New York. Ich war auf einem Dreh etwa drei Stunden von der Stadt entfernt, aber ich habe mich in den Zug gesetzt, vorgesprochen und noch am selben Tag erfahren, dass ich die Rolle bekomme.“

        Eisenberg hat schon viele Reisen unternommen, auch in gefährliche Gegenden der Welt. Als er erfuhr, dass THE HUNTING PARTY an Originalschauplätzen gedreht werden sollte, äußerten seine Freunde Bedenken. War der Krieg wirklich vorbei? Gab es nicht überall noch Landminen? „Es ist dort überhaupt nicht mehr gefährlich. Ich war sehr aufgeregt, einen so außergewöhnlichen Ort erleben zu können, den Amerikaner selten besuchen. Meine Freundin hat sich genauso gefreut, ihr eröffnete sich ja dadurch die Möglichkeit, mich dort zu besuchen.“

        Er las sich in die Materie ein, sprach mit einem befreundeten Journalisten in New York, der schon aus Krisengebieten berichtet hatte, studierte die Biographie von John Falk und verbrachte einige Zeit mit Philippe Deprez. „Ich hatte einige Gespräche mit ihm. Er würde alles wieder tun, nicht für Geld oder Ruhm, sondern um an eine Story zu kommen. Dafür setzt er oft seine Gesundheit und seine Finanzen aufs Spiel.“ Bereits zehn Tage vor Drehbeginn reiste Eisenberg nach Sarajevo, um mit einem dortigen Freund zu sprechen. All diese Recherche fand Eingang in seine Interpretation des Charakters Benjamin, des Anfängers unter den Kriegsreportern.

        „Es ist sein erster Job als Fernsehreporter in Übersee“, sagt Eisenberg. „Er ist naiv, sowohl was die Historie des Balkans als auch sein Handwerk betrifft. Als Reporter ist er nicht wie Simon und Duck, die aggressiv jede Fährte verfolgen und dabei ihr Leben aufs Spiel setzen. Ganz im Gegenteil: Seinem Vater gehört der Sender, also ist Benjamin bequem in diesen Job hineingeflutscht. Aber seine Erfahrungen mit Duck und Simon verändern ihn, obwohl er wahrscheinlich dennoch in irgendeinem gemütlichen Büro landen wird.“

        Während des Drehs tat Eisenberg sich mit Richard Shepard zusammen, um seinen Charakter Benjamin zu erkunden. „Schon beim ersten Lesen war mir klar, dass der Autor sehr genau wusste, wie er die Geschichte umsetzen wollte“, sagt er. „Am Set wurde diese Hoffnung nicht nur bestätigt, sondern übertroffen. Ich bin noch nie einem Regisseur begegnet, der mit einem so klaren Stil und auf so einzigartige Weise filmt und dabei stets seiner Story treu bleibt. Er fügt einem Thema, das gegen Humor immun zu sein scheint, dennoch eine gehörige Prise hinzu. Und er begegnet jedem Mitglied des Teams mit Respekt. Ich bin sicher, dass ich mit dieser Rollenwahl eine richtige Entscheidung getroffen habe.“

        Nun hatte Shepard drei begabte Darsteller versammelt. Doch die Chemie zwischen ihnen ist es, was THE HUNTING PARTY einzigartig macht. „Wenn drei Menschen interessante Rollen
        spielen, und das so gut wie diese es tun, dan entsteht eine wunderbare Dynamik“, sagt er. „Man könnte der beste Autor der Welt sein – und das bin ich ganz sicher nicht –, aber ohne Schauspieler, die deine Worte kraftvoll zum Leben erwecken, wird der ganze Film schal. Wenn sich gute Darsteller des Materials annehmen, dann ist das wirklich beeindruckend und sorgt für einen sehr unterhaltsamen Film.“

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