FILMDETAILS | Things We lost in the Fire - Eine neue Chance
Things We lost in the Fire - Eine neue Chance
Drama
| Großbritannien / USA 2007
WERBUNG
| Produktion: Die Besetzung der Rollen
Susanne Bier war begeistert, dass sie für die beiden Hauptrollen die Oscar®-Preisträger Benicio Del Toro (2000 Bester Nebendarsteller in „Traffic“) und Halle Berry (2002 Beste Schauspielerin in „Monsters Ball“) verpflichten konnte.
„Halle und Benicio sind zwei großartige Schauspieler”, sagt Bier. „Man sieht ihnen gerne zu und beide sind sehr einzigartig. Ich fand es eine aufregende Idee, sie gemeinsam zu engagieren. Ich habe mir vorgestellt, dass die Chemie zwischen den beiden sexy, vielleicht sogar aggressiv ausfallen könnte. Zugleich versprach ich mir eine Atmosphäre der Entspanntheit und der gegenseitigen emotionalen Anerkennung.“
„Wir hatten großes Glück, dass wir mit Benicio ein echtes Genie bekamen und mit Halle eine großartige Schauspielerin, die diese Rolle mit großer Leidenschaft ausfüllte“, erläutert Mendes. „Und dann ist da natürlich noch David Duchovny, der überzeugend den Brian verkörpert, jene Figur, die zum Ausgangspunkt der Geschichte wird.“
Die Schauspieler löcherten Drehbuchautor Loeb ständig mit Fragen über ihre Figuren. „Benicio wollte einfach alles wissen”, berichtet Loeb. „Er interessierte sich für alle Details. Das gleiche gilt für Halle. Sie wollte alles erfahren über die emotionale Reise von Audrey. Die Gespräche mit den Schauspielern waren sehr interessant, schließlich ging es darum, die Wahrheit zu finden. Wer sind diese Figuren wirklich? Welche Gefühle bewegen sie tatsächlich?“
Trotz Oscar® und ihrer großen Popularität musste Berry um die Rolle der Audrey Burke kämpfen, wie sie offen zugibt. „Ich glaube, die meisten Schauspieler müssen um die guten Rollen kämpfen“, erläutert sie. „Schließlich sind starke Rollen Mangelware, das gilt ganz besonders für Frauen.“
„Audrey wurde nicht als schwarze Figur geschrieben”, fährt Berry fort. „Deswegen war ich für keinen die erste Wahl. Aber ich sagte schon früh zu meinem Manager: ‚Ich weiß, dass das Studio nicht an mich denkt. Deshalb sollte ich unbedingt die Regisseurin treffen…’“
Der Wunsch von Berry ging in Erfüllung, als Bier auf ihrem Weg nach Dänemark einen Zwischenstopp in New York einlegte und sich beide auf einen Kaffee trafen. „Ich hoffte, dass Susanne über den Tellerrand hinaus sieht”, erläutert Berry.
Die Regisseurin wusste um die Schönheit von Berry und erinnert sich lachend an die Begegnungen am Drehort: „Halle trug kein Make-up, ihre Haare waren noch nass von der Dusche – und dennoch sah sie aus wie eine Göttin.“
Den nachhaltigsten Eindruck machte das große Talent der Schauspielerin. „Halle ist eine großartige Schauspielerin, die eine starke Intensität und große Energie in die Rolle einbringt“, erläutert Bier. „Dabei geht sie nie den bequemen Weg bei ihrer Darstellung“.
Über ihr Interesse an dem Thema sagt Berry: „Wie fassen unser Leben oft wie eine Selbstverständlichkeit auf. Wir streben nach materiellen Dingen. Aber was wirklich wichtig ist, kann man nicht anfassen. Wirklich wichtig ist unsere Haltung und sind die Menschen, die wir in unserem Leben lieben.“
Auf seine Rolle des Drogenabhängigen bereitete sich Del Toro sehr intensiv vor. Er traf sich dazu mit medizinischen Fachleuten, die Treffen der Anonymen Drogenabhängigen leiten. „Er konnte sich sehr überzeugend in diese Figur hinein versetzen“, erläutert Produzent Sam Mercer. „Er hat verstanden, dass Drogenabhängige Menschen sind und als solche behandelt werden müssen. Sie leiden an einer Krankheit und man muss human mit ihnen umgehen.“
Seine Rolle des Jerry beschreibt Del Toro als kindlich und fürsorglich gleichermaßen. „Ich glaube, Kurt Cobain hat einmal gesagt, dass Leute deshalb Drogen nehmen, um damit wieder die Begeisterung eines Kindes zu erlangen“, erläutert Del Toro.
Dank dem guten Verhältnis zu den Kindern seines besten Freundes gelingt es Jerry, sein Leben langsam wieder in den Griff zu bekommen. „Kinder können, ohne es zu wissen, anderen Menschen wieder ein Ziel geben“, sagt der Schauspieler. „In diesem Fall geben sie Jerry dieses neue Ziel.“
Über die ungewöhnliche Beziehung, die sich zwischen Audrey und Jerry entwickelt, sagt Del Toro: „Das sind zwei Menschen mit Handicap. Es ist, als würde ein Blinder einem anderen Blinden den Weg weisen. Audrey versucht, ihren Schmerz zu bewältigen und ihr Leben weiter zu leben. Jerry versucht, mit seiner langjährigen Drogenabhängigkeit fertig zu werden. Dabei gibt es Höhen und Tiefen – es ist eine emotionale Achterbahn.“
Trotz des dramatischen Themas und der emotional aufgeladenen Szenen wollte Bier auf Humor und Leichtigkeit nicht verzichten. In Del Toro fand sie dabei große Unterstützung: „Benicio ist von Natur aus sehr komisch“, erläutert sie. „Ganz gleichgültig, was er tut, er verliert nie seinen großartigen Sinn für Humor. Man kann jede Szene mit Humor etwas farbiger gestalten - und darin ist Benicio unschlagbar.“
Für die Schlüsselrolle des Brian, dessen Tod die Geschichte vorantreibt, wandte sich Bier an den populären Film- und Fernsehschauspieler David Duchovny, der sofort begeistert reagierte. „Das Drehbuch ist emotional und smart“, erläutert er. „Es ist schwierig, einen emotional starken Film zu finden, der zugleich wahrhaftig ist. Das ist kein Melodrama und dennoch geht es hier um sehr tiefe Gefühle.“
Über die Beziehung des langjährigen Ehepaares sagt Berry: „Sie sind keine perfekte, aber eine sehr glückliche Familie. Nach elf Jahren Ehe gibt es eine gewisse Normalität, eine gewisse Routine. Es gibt eine Sicherheit in dieser Beziehung, die glücklich macht.“
Duchovny ergänzt: „Es herrscht diese Mischung aus Aufregung und Langeweile, die für eine Ehe sehr typisch sein kann. Die Beziehung sollte nicht zu perfekt ausfallen, dadurch bekam die Tragödie eine viel stärkere Wirkung. Ein Leben endet jäh und unerwartet - dabei gibt es nichts Nettes und keine Perfektion.“
Der Tod von Brian betrifft nicht nur Jerry, Audrey und ihre Kinder Harper (Alexis Llewellyn) und Dory (Micah Berry), sondern auch andere Menschen seiner Umgebung. John Carroll Lynch spielt Howard Glassman, einen Nachbarn und engen Freund von Brian. „Die beiden sind jeden Tag gemeinsam gelaufen“, erläutert Lynch. „Als Brian stirbt, muss Howard sein bisheriges Leben neu ordnen. Am Anfang des Films ist er relativ träge, erst durch diesen Schicksalsschlag erwacht er plötzlich. Das macht diese Geschichte so wunderbar. Trauer wirkt sich auf jeden anders aus. Manche Menschen verändern dadurch ihr Leben, andere machen so weiter wie bisher.“
Audreys Bruder Neal wird von Omar Benson Miller gespielt. Neal muss seine große Schwester über ihren Verlust hinweg trösten und er hilft Jerry tatkräftig beim Entzug. „Es ist eine Studie über Verlust und Wiedergeburt“, erläutert Benson Miller. „Durch den Tod von Brian werden Audrey die Augen geöffnet. Sie entdeckt ganz neue Möglichkeiten für sich und erkennt, wie sie ihr Leben weiterführen kann. Genau dasselbe gilt für Jerry.“
Abgerundet wird die Besetzung mit Alison Lohman als Kelly, einer aufmerksamen jungen Frau, die Jerry bei den Treffen der Anonymen Drogenabhängigen kennenlernt. „Für mich handelt die Geschichte vom Beginn einer Rettung“, sagt Lohmann. „Für Jerry ist es die Rettung aus seiner Drogenabhängigkeit. Für Audrey ist es die Rettung aus der Trauer um den verstorbenen Ehemann.“
„Ich mag die Darstellung von Alison wirklich sehr“, sagt Bier. „Sie spielt sehr genau und rigoros. Für die beiden Kinder aus der Mischehe suchten wir nach Darstellern, die Halle und David ähnlich sehen und zugleich ganz besondere Kinder waren – und die fanden wir in Micah and Alexis.”
„Mir gefällt an dem Drehbuch besonders, wie die Kinder dargestellt werden“, ergänzt Produzent Mercer. „Kinder sind nie einfach zu schreiben. Oft werden sie als kleine Erwachsene mit kleinen Problemen dargestellt. Das wird hier vermieden. Diese Kinder verhalten sich genau wie Kinder, sie haben ihre eigenen Gedanken und ihre Erwartungen. Alexis und Micah spielen das sehr schön.”