FILMDETAILS | Things We lost in the Fire - Eine neue Chance
Things We lost in the Fire - Eine neue Chance
Drama
| Großbritannien / USA 2007
WERBUNG
| Produktion: Über die Dreharbeiten
Bier ist bekannt für ihre bewegte Kamera, ihre ersten Filme drehte sie nach den Prinzipien von Dogma 95, jenem avantgardistischen Filmmanifest, das 1995 von dänischen Regisseuren um Lars von Trier entwickelt wurde.
„Sie setzt auf Handkamera und kommt damit den Leuten sehr, sehr nahe – bisweilen bis in die Augäpfel“, kommentiert Mendes anerkennend. „Sie geht sehr frei bei den Proben um und lässt dabei meist zwei Kameras laufen, mit denen sie sich mitbewegt. Ihr eigentliches Objekt der Begierde sind dabei immer die Menschen.“
Gleich zu Beginn der Dreharbeiten in Vancouver demonstrierte die Regisseurin ihren Stil, der beim Umgang mit den Schauspielern ebenso radikal und offen war, wie bei der Kameraarbeit. „Wir haben jeden Morgen die Szene gut zwei Stunden lang geprobt“, erläutert Bier. „Dabei haben wir oft noch viel verändert. Es ist ein sehr kreativer Prozess, der viel Verantwortung und eine große Mitwirkung der Schauspieler verlangt.“
„Die Proben fanden in dem Haus statt, das ein zentraler Schauplatz des Films ist“, erläutert Produzent Mercer. „Dort haben wir gemeinsam gegessen oder haben im Hof miteinander Ball gespielt. Das alles hat für eine sehr entspannte Atmosphäre gesorgt. Beim Drehen waren wir eine echte Gemeinschaft.“ „Das Drehbuch ist das Drehbuch, das ist die Bibel, die wir natürlich ernst nehmen“, sagt Berry. „Aber Susanne erlaubt sehr viele Freiheiten. Du kannst Dialoge aus dem Drehbuch in eigene Worte übersetzten, dadurch wirkt alles sehr natürlich.“ Die Schauspielerin fährt fort: „Susanne hat dafür gesorgt, dass alle genau zuhören und ihre Vorschläge für die Szenen einbringen können. Meine Ideen wurden immer sofort aufgenommen. Das ist eine wunderbare Art des Arbeitens. Es sitzen wirklich alle in einem Boot.“
Über ihren Stil sagt die Regisseurin: „Ich bin kein Fan von statisch vorgefassten Szenen. Natürlich weiß ich, was das Drehbuch mit einer Sequenz beabsichtigt. Gleichzeitig setze ich ganz stark auf die Offenheit, denn gute Schauspieler – und hier gab es nur gute Schauspieler – haben ein enormes Wissen über ihre Figuren. Wenn wir morgens zum Drehort kamen, wussten wir nie, was der Tag bringen würde und wie die Szenen aussehen. Das war lustig und sehr aufregend - aber zugleich ziemlich beängstigend.“
Die vertrauensvolle Atmosphäre hatte Auswirkungen auf das ganze Team. „Die Kollegen haben immer Einfluss auf deine Arbeit“, erläutert Berry. „Es ist eine sehr schöne Erfahrung, wenn man sich gegenseitig zu besseren Leistungen anstachelt. Es ist eine große Hilfe, wenn dein Gegenüber im entscheidenden Moment präsent ist und dir Alternativen anbietet. Benicio mochte diesen Stil ganz besonders. Er hat genaue Vorstellungen über sich als Schauspieler und über seine Rolle. Wenn man das respektiert, hat man eine schöne Basis, auf der man gemeinsam arbeiten kann.“
Del Toro fand die Arbeit mit Berry gleichermaßen produktiv. „Bei Halle hört man einfach zu. Es gibt keine falschen Töne. Man ist einfach präsent und beobachtet, was passiert.“
Während die Dialoge sich im Laufe der Dreharbeiten ständig veränderten, blieb die bewegte Kamera das unveränderliche Stilmittel von Susanne Bier. Für die Position des Kameramanns schlug Sam Mendes seinen langjährigen Mitarbeiter Tom Stern vor. „Tom war Assistent bei ‚American Beauty’ und ‚Road to Perdition’ und arbeitete dort sehr eng mit dem großartigen Kameramann Conrad Hall zusammen“, erläutert Mendes. „Dann bekam er von Clint Eastwood seine erste Chance als Kameramann von ‚Blood Work’.”
Später arbeitete Stern für Eastwood an dessen hochgelobten Filmen „Million Dollar Baby”, „Flags of Our Fathers” und „Letters from Iwo Jima”. „Tom musste die Szenen immer im Winkel von 360 Grad ausleuchten, weil wir die verschiedenen Szenen aus allen möglichen Perspektiven drehten“, erläutert Bier. „Diese Methode hat der Crew viel abverlangt, denn es gab kaum noch Platz, wo man sich aufhalten konnte. Jeder musste sich ständig hinter Stühlen und Tischen verstecken – aber das sorgte für eine große Intensität.“
„Wir haben wirklich keine Zeit damit verloren, Markierungen auf dem Boden anzubringen oder die Kameras auf ein Stativ zu setzen“, lacht Berry. „Es gab immer das Gefühl, dass alles im Film ständig in Bewegung ist - es war fast wie bei einer Dokumentation.“
Über die Regisseurin sagt Duchovny: „Susanne ist hinter dem Monitor und davor gleichermaßen engagiert. Sie ist ständig und überall mit dabei. Es ist ihr Film und dafür übernimmt sie auch die volle Verantwortung.“
Produzent Sam Mercer („Jarhead – Willkommen im Dreck”, „The Sixth Sense”) stellt fest, dass am Drehort eine ständige Alarmbereitschaft herrschte. „Die Schauspieler hatten den Luxus, sich frei zu bewegen und ihre Rollen zu erforschen. Doch Susanne konnte dem Kameramann jederzeit ein Zeichen geben und die Szenen wurden spontan gefilmt. Die Crew hat sich bald an diese Methode gewöhnt: Das Licht wurde schnell gesetzt – und ebenso schnell wurden Plätze gefunden, wo man sich vor der Kamera verstecken konnte.“