Das Spiderwick Anwesen ist ein ganz eigener Charakter im Film. Was zunächst aussieht wie ein abgeschiedenes, renovierungsbedürftiges Haus, entpuppt sich immer mehr als ein mysteriöser Ort voll faszinierender Geheimnisse. Merkwürdige Kreaturen verstecken sich in den Wänden, noch seltsamere Wesen versuchen das „Handbuch“ zu stehlen, in dem alle Forschungsergebnisse des Hauseigentümers Arthur Spiderwick aufgezeichnet sind. Spiderwick lebte mit seiner jungen Tochter Lucinda auf dem Anwesen, inzwischen ist er verschollen und gilt als tot. Um den schicksalhaften Ereignissen in der fernen Vergangenheit und der Gegenwart gerecht zu werden, musste Produktionsdesigner Jim Bissell das Haus so entwerfen, dass sich der Zuschauer in jeder Epoche schnell zurechtfindet.
„Arthur Spiderwick erbaute dieses Anwesen zu Beginn des 20sten Jahrhunderts“, erläutert Bissell. „Er stammt aus einer Familie aus New England und wollte Naturwissenschaftler werden. Im Laufe seiner Arbeit entdeckt er eine unbekannte Welt, über die er bei seinem Studium europäischer Mythen zwar gelesen hatte, von der er jedoch nicht ahnte, dass sie auch in Amerika existiert. Seine Studien führen zu seinem Meisterwerk ‚Arthur Spiderwicks Handbuch für die fantastische Welt um dich herum’ (das Handbuch). Sein einzigartiges Anwesen spiegelt die Werte der alten Heimat von New England wider, zugleich gibt es einen Turm, den Arthur als Beobachtungsposten benutzt, um die Kobolde, Trolle und die anderen Kreaturen im Wald zu observieren. Er hat sogar ein eigenes Arbeitszimmer eingerichtet, wo er seine Funde und Beobachtungen dokumentiert“, erklärt Bissell.
Bei seinen Entwürfen orientierte sich Bissell an den Arbeiten des Designers William Morris und der Kunstbewegung aus dem frühen 19ten Jahrhundert sowie an den Illustrationen der „Spiderwick“-Bücher. „Diese Bücher sind fantastisch. Meine Kinder haben sie geliebt, durch sie bin ich zum ersten Mal überhaupt darauf aufmerksam geworden. Die Illustrationen von Tony sind einfach großartig. Für mein Design habe ich seine Entwürfe an die Wand gehängt. Diese Bilder waren sehr wichtig für mich“, sagt Bissell. „Das Haus soll das Interesse von Arthur Spiderwick an der verzauberten Welt reflektieren und in einer einsamen Gegend in Montreal stehen. Den idealen Standort haben wir in einem Park namens Cap-Saint-Jacques gefunden, wo wir unser Haus erbaut haben.“ Genauer gesagt war es die Fassade und ein paar Kulissen, die dort entstanden. „Wir hatten vier Stockwerke und einen Turm, der aus Holz bestand. Zudem gab es das Erdgeschoss mit Foyer und Bücherei sowie eine Treppe zum zweiten Stock. Wir bauten zudem Teile der zweiten und dritten Etage und das Innere des Turms. Damit konnten die Kinder bei den Szenen direkt von den Innenräumen nach außen gehen.“
Im Studio wurde das Erdgeschoss für die komplizierten Effekt-Sequenzen nachgebaut, bei denen Mulgarath durchs Haus tobt und Kobolde sich für ihren letzen Angriff versammeln. „Wir haben die zweite Etage mit den Kinderzimmern nachgebaut und die Lichtung mit der imposanten Eiche, wo wir zum ersten Mal Mulgarath begegnen“, erläutert Bissell.
Für den Produktionsdesigner ist „Die Geheimnisse der Spiderwicks“ vor allem ein Film über Entdeckungen. „Es geht um Kinder aus der Stadt, welche die Natur entdecken, ihre Familien und deren Erbe. Diese Kids bewegen sich zwischen ihren wilden Fantasien und einer Welt, die ihnen völlig unbekannt ist – eine Welt der Gefahr, aber auch der Magie. Diese Aspekte sind in den Bauplan des Spiderwick Anwesens mit eingeflossen.“
Die beiden größten Probleme für Bissell waren die Jahreszeiten und das Wetter. Die Dreharbeiten vom späten Sommer bis zum frühen Winter gestalteten die Szenenanschlüsse schwierig. „Wir hatten 60 Bäume in unterschiedlichen Größen und Farben. Zu Beginn der Dreharbeiten im Sommer, wenn die Bäume grünes Laub tragen, haben wir einige Bäume mit Herbstlaub eingebaut. Später im Herbst haben wir umgekehrt wieder grüne Bäume verwendet, um damit ein einheitliches Aussehen zu erreichen.“
Bissell war zudem wichtig, dass das Spiderwick Anwesen aussieht, als wäre es seit vielen Jahrzehnten unberührt und verlassen. „Die Aufgabe war nicht ganz einfach mit einer Crew von über 80 Leuten, die jeden Tag mit der technischen Ausrüstung über das Gelände liefen. Bei Regen verwandelte sich der Drehort zum Schlammloch – und leider hat es sehr oft geregnet. Wir haben den Boden mit Kies aufgefüllt, um einen stabilen Untergrund zu bekommen. Darauf haben wir täglich frisches Gras, Moos und Blätterwerk ausgelegt – womit das Publikum von unseren Problemen absolut nichts bemerkt.“