Die Filmemacher waren fasziniert von den einzigartigen Kreaturen, von den Kobolden, Wichtelmännchen, Trollen, Elfen und Ogern. Einige von ihnen wirken süß und charmant, andere sind furcherregend. „Der Anfang des Films erinnert ein bisschen an eine Geistergeschichte“, erläutert Kirkpatrick. „Es gibt etwas oder jemanden in diesem Haus, das der Familie im Stil von ‚Amityville Horror’ rät, das Haus schnell zu verlassen.“ Jared trifft dieses Wesen in Person von Thimbletack, dem Wichtelmännchen. Laut Feen-Überlieferung leben diese Hausgeister in den Wänden und haben eine Vorliebe für glänzende Gegenstände. „Er erscheint und verschwindet und lebt in den Wänden“, erklärt Kirkpatrick. „Diese Wesen haben auch eine etwas unangenehme Seite. Sie machen gerne Unfug mit den Menschen. Zum Beispiel verstecken sie Socken – und wir verzweifeln fast, weil wir sie nicht mehr finden, obwohl wir ganz sicher sind, dass sie an einem bestimmten Ort sein müssten.“
Wichtelmännchen sind sehr loyal zu ihren Herren, im Fall von Thimbletack ist das Arthur Spiderwick. „Spiderwick gab ihm vor seinem Verschwinden die Aufgabe, das Buch zu beschützen. Diese Mission erfüllt Thimbletack nun sein ganzes Leben lang“, sagt Kirkpatrick. Wenn sie schlechter Laune sind, können diese Wesen auch böse werden. „Thimbletack versucht ständig, seine Wut unter Kontrolle zu halten“, kommentiert der ILM visual effects supervisor Tim Alexander. „Auf gewisse Weise spiegeln diese Wutausbrüche auch das Verhalten von Jared wider.“
Der Gegenspieler der Kinder ist der böse Oger Mulgarath, der, wie Thimbletack, nur eine Mission hat – in seinem Fall lautet sie: ‚Besorge das Buch’. „Die beiden Wesen sind völlige gegensätzlich“, erläutert der ILM visual effects supervisor Pablo Helman. „Beide haben den gleichen Anteil menschlicher Eigenschaften, aber Mulgarath ist sehr viel komplexer. Er ist nicht der typische Bösewicht. In der Feen-Welt herrscht nicht schwarz und weiß, dort dominieren die grauen Töne.“
„Am Anfang stand der Mythos des gefallenen Engels”, sagt Kirkpatrick. „Mulgarath ist ein verwunschenes Wesen, das von Nick Nolte großartig porträtiert wird. Er ist ein Typ, der gerne viel mächtiger wäre. Doch weil er von dummen Kobolden umgeben ist, kann er diesen Wunsch nicht verwirklichen. Würde er das Buch mit den Geheimnissen finden, könnte er zur mächtigsten Kreatur in der unbekannten Welt aufsteigen, und er würde diese Macht für böse Zwecke nutzen.“
Mulgarath ist sehr geschickt, manipulierend und kann sein Aussehen je nach Bedürfnis verändern. Umgeben ist er von einer Armee von Kobolden, die laut Kirkpatrick „ganz unten in der Hierarchie stehen. Sie sind wie dumme Hunde, die blind ihrem Meister folgen und alles tun, was er ihnen befiehlt.“
Angeführt werden die Kobolde von Redcap. „Er ist der Haushofmeister von Mulgarath”, erläutert Tippett. „Er ist der Unteroffizier für die Disziplin der Kobolde. Sein Problem besteht allerdings darin, dass er in Anwesenheit von seinem Chef feige wird.“
Eine weitere Kreatur aus dem Wald, die sich mit den Kindern anfreundet, ist Hogsqueal. „Er möchte nicht als Kobold bezeichnet werden, denn er fühlt sich als etwas Besseres“, erläutet Tippett.
Hogsqueal sinnt auf Rache an Mulgarath, der seine gesamte Familie umgebracht hat. Allerdings ist er nicht sehr mutig. „Sein Herz ist voller Rachegefühle, aber er ist ein kleines Wesen mit wenig Selbstbewusstsein“, erklärt Kirkpatrick. „Er arbeitet nach der Methode: ‚Ich habe den großartigen Plan, aber die dreckige Arbeit soll ein anderer erledigen.’“
Reinlichkeit ist nicht gerade seine beste Eigenschaft. „Er hat eine Rotznase und kratzt sich ständig am Hintern“, sagt Tippett. Doch wem Hogsqueal ins Auge spuckt, der kann die Wesen der unbekannten Welt sehen. „Mit dieser Spucke im Auge benötigt man den ‚sehenden Stein’ nicht mehr“, erläutert Kirkpatrick. „Die Kreaturen können sich dann nicht länger unsichtbar machen und verstecken.“
Hogsqueal zeichnet sich zudem durch einen unstillbaren Appetit auf Vögel aus. „Wenn Vögel in der Nähe sind, vergisst er sogar seine Rachegefühle“, sagt Kirkpatrick. Diese Eigenschaft wird sich am Ende des Films allerdings als sehr hilfreich erweisen.
Die beiden anderen Kreaturen, denen die Kinder begegnen, sind die gutmütigen und schönen Elfen und Luftgeister. Elfen kommen in der Feen-Welt in verschiedenen Formen vor: als Wasser-Elfen, als Kolibri-Elfen und, in den „Spiderwick“-Büchern besonders weit verbreitet, als Blumen-Elfen.
Die Blumen-Elfen verstecken sich in Blumen, wo sie die betagte Tante Lucinda beschützen. „Sie bringen ihr kleine Beeren zum Essen“, erklärt Kirkpatrick. „Wer jemals Nahrung von Elfen gekostet hat, möchte nie mehr etwas anderes essen. Die Elfen erhalten Lucinda am Leben und erzählen ihr die Geheimnisse ihres Vaters. Die Elfen umgeben und beschützen sie.“
Als Beschützer von Arthur Spiderwick treten die Luftgeister auf, die auf einer schönen Lichtung leben und vom Aussehen an flauschige Samen-Fallschirmchen einer Pusteblume erinnern. Ein Schwarm von Millionen von Luftgeistern hat Spiderwick an die sichere Lichtung gebracht und beschützt ihn dort bis heute. „Es sind die Beschützer der Feen-Welt“, sagt Koproduzent Tom Peitzman. Doch wen sie beschützen, verliert das Gefühl für die Zeit. „Sie lassen einen alles vergessen, sogar die eigene Identität“, erklärt Helman. „Arthur lebt seit Jahren auf dieser Lichtung, er beobachtet nur noch seine Umgebung und hat sein anderes Leben völlig vergessen.”
Eine weitere magische Eigenschaft von Elfen und Luftgeistern ist ihre Fähigkeit, sichtbar oder unsichtbar zu sein, je nachdem, wer sie betrachtet. „Wenn man sich den Samen von Pusteblumen einmal ganz genau anschaut, wird man vielleicht ein kleines Gesicht entdecken“, beschreibt Peitzman. „Das gleiche gilt für die Elfen. Diese Wesen können entscheiden, ob sie gesehen werden oder nicht.“ Dazu ergänzt Tim Alexander von ILM: „Die Zuschauer bekommen das Gefühl: ‚Wenn ich mir nach dem Film eine Blume genauer ansehe, entdecke ich vielleicht so ein Wesen. Vielleicht habe ich das bislang immer nur übersehen.’“