Freddie Highmore und Sarah Bolger sind etwa so alt wie die Teenager, die sie spielen. Im Unterschied zu den Grace Kindern stammen sie jedoch nicht aus Amerika, Highmore kommt aus Großbritannien und Bolger aus Irland. „Dennoch hört man keinen falschen Akzent im Film“, lobt Regisseur Waters. „Auch das zeigt die große Begabung der beiden. Für diese anspruchsvollen Rollen benötigt man Schauspieler, die echte Tiefe und eine große Seele besitzen - Freddie und Sarah haben diese Qualitäten, und noch viele mehr.“
Über die Doppelrolle von Highmore sagt der Regisseur: „Es war eine sehr aufregende Sache, dass er beide Rollen spielen wollte. Vor allem als Jared Grace überrascht er, denn bislang kennt man Freddie als ruhigen, introvertierten Typen aus Filmen wie ‚Charlie und die Schokoladenfabrik’, ‚Wenn Träume fliegen lernen’, ‚Ein gutes Jahr’ oder ‚Arthur und die Minimoys’. Es war spannend zu erleben, wie er dieses Kind mit einer echten Wut spielt und dabei wie selbstverständlich den amerikanischen Akzent beherrscht. Freddie besitzt eine große Präsenz in dem Film.“
Über Sarah Bolger sagt der Regisseur: „Sie ist eine Schauspielerin, die man im Auge behalten muss. Schon bei ‚In America’ bot sie mit ihrer Schwester Emma eine großartige Vorstellung. Sie weiß ganz genau, wie man die Dinge angeht, und das stellt sie in dieser anspruchsvollen Rolle der Mallory erneut unter Beweis.“
Die Unterschiede zwischen den beiden Brüdern wollten die Filmemacher bewusst deutlich anlegen. „Die Zuschauer sollten sofort wissen, ob sie es mit Jared oder Simon zu tun haben“, erläutert Highmore. „Die Zwillinge unterscheiden sich durch ihre Frisuren und die Kleidung. Auch Farben spielen eine wichtige Rolle für die Unterscheidung. Jared trägt Jeans und liebt schwarz und rot. Simon ist konservativer gekleidet und trägt gerne grüne und braune Sachen. Mein Sprachtrainer hat mir nicht nur beim amerikanischen Akzent geholfen, sondern auch dabei, den Zwillinge einen individuellen Sprachklang zu geben. Jared ist der wilde Typ, Simon ist eher ruhig. Beide reagieren ganz verschieden auf die Trennung ihrer Eltern.“
Den besonderen Herausforderungen einer doppelten Hauptrolle war Highmore schnell gewachsen. Mit großer Routine wechselte er am Drehort zwischen Simon und Jared. „In den Proben haben wir festgelegt, wie die Zwillinge miteinander umgehen.
Wenn Jared mit Simon spricht, übernahm jemand vom Team als Stellvertreter dessen Platz. Der Film bietet die besten digitalen Spezialeffekte, aber durch diese Doppelrolle entstanden ganz neue technische Herausforderungen. Es war großartig, wie Mark Waters und sein Team die Kontrolle über alles behielten. Nachdem die technischen Erfordernisse erfüllt waren, konnte ich mich ganz auf meine Rolle konzentrieren und je nach Bedarf einen der Zwillinge spielen. Durch mein zusätzliches Schulprogramm war jede Minute meines Tages restlos verplant. Es gab nicht viele Pausen, aber der Film war ein großer Spaß und eine großartige Gelegenheit für mich.“
Highmore fährt fort: „Es gibt einige ziemlich furchterregende Szenen, aber gerade das waren die aufregendsten Dreharbeiten. Auf die Spitze eines Turmes zu klettern beschleunigt den Herzschlag enorm, ganz egal, ob man dabei mit einem Seil gesichert ist. Es ist ein bisschen, wie wenn man später den fertigen Film anschaut: man hat Angst, obwohl alles im sicheren Kino passiert. Wenn die Gefahr vorbei ist, gibt es einen so großen Energieschub, dass man ungeduldig auf das nächste Abenteuer wartet. Wir wollten, dass sich die Welt von Spiderwick möglichst real anfühlt. Es gibt echte Gefahren und Aufregung und die Kids müssen zusammenhalten, um zu überleben.“
Über den fertigen Film sagt Highmore: „Kids werden diese Reise in eine fantastische Welt mit all ihrer Magie und Aufregung lieben. Aber auch Erwachsene werden durch das emotionale Familiendrama angesprochen. Es ist ein guter Film für alle Altersgruppen.“
Sarah Bolger spielt Mallory, die Schwester der Zwillinge, die ihre beiden Brüder beschützt, wenngleich Jared sie oft genug zur Weißglut bringt. „Mallory muss mit der Scheidung ihrer Eltern fertig werden, nachdem der Vater sie verlassen hat. Im Unterschied zu ihren Brüdern weiß sie, weshalb die Eltern sich getrennt haben. Weil es ihrer Mutter schlecht geht, übernimmt Mallory ein bisschen die Mutterrolle für die Zwillinge“, erläutert Bolger.
Für ihre Rolle lernte Sarah fechten, das Hobby von Mallory, das beim Angriff marodierender Kobolde sehr hilfreich wird. „Mallory ist sehr resolut, für mich war die Rolle ein großer Spaß, vor allem auch die Fechtszenen“, erzählt sie. „Ich mag besonders, dass sie eine gute Schwester und gute Tochter ist.“
Für die Fechtszenen machte Bolger vor den Dreharbeiten einen Schnellkurs, der sich gelohnt hat. „Es gibt viele Stunts im Film und viele Fechtsequenzen. Damit ich in diesen Szenen mit dem Florett auftreten konnte, war das Training notwendig. Ich habe drei Wochen in Montreal trainiert und anschließend drei weitere Wochen in Dublin.“
Bolger mag Action und Dialoge gleichermaßen. „Ich bin ein Fan von beidem. Mir haben die Actionszenen viel Spaß gemacht, trotz einiger blauer Flecken. Aber ich habe auch die Dialoge geliebt, weil sie so lebensnah sind.“
Andere Erinnerungen sind für Bolger nicht ganz so angenehm, vor allem, wenn sie mit Tomatensaft und Haferschleim zu tun haben. Die Kombination von beidem ist tödlich für Kobolde, am Ende eines Drehtages ist allerdings die Wirkung auf Menschen auch nicht sehr angenehm. „Es gibt eine Szene, wo die Kobolde uns verfolgen und wir in die Küche flüchten“, erinnert sich Bolger. „Wir haben den Herd mit Tomatensaft und Haferschleim gefüllt. Dann haben wir ihn angezündet, damit er explodiert und die Kobolde umkommen. Es war eine große Szene und alles hat gut geklappt. Aber danach stand dieser Brei knöchelhoch in der Küche und alles hat furchtbar gestunken.“
Für die Szenen, wo ihnen der Kobold ins Auge spuckt, mussten die jungen Schauspieler jedes Mal erneut völlig überrascht wirken. „Wir haben etliche Aufnahmen von diesen Sequenzen gedreht“, erinnert sich Phil Tippett. „Bei jeder Aufnahme haben sie völlig überrascht gewirkt. Ich könnte so etwas niemals bieten.“
Die Rolle der Mutter Helen wird von der Emmy-, Golden Globe- und Tony Award-Preisträgerin Mary-Louise Parker gespielt. Die frisch geschiedene Mutter will mit ihren Kindern ein neues Leben beginnen, was durch das problematische Verhalten von Jared nicht einfach ist. Trotz aller Probleme liebt Helen ihre drei Kinder bedingungslos. „Jared ist verschlossen und nicht ganz einfach. Helen hat zu jedem ihrer Kinder ein ganz besonderes Verhältnis, zudem hat sie ihre ganz eigenen Probleme – das macht alles etwas kompliziert“, erläutert Parker.
Dass Helen sich so verlässlich auf ihre Tochter stützen kann, gefiel Parker besonders an der Geschichte. „Mallory ist völlig anders als die Mädchen, die man sonst in Filmen sieht. Sie ist resolut, intelligent und unverblümt. Dass sie zudem fechtet, finde ich sehr poetisch und eine wundervolle Metapher“, erläutert Parker.
Über ihren jungen Kollegen sagt Parker: „Es ist schon außergewöhnlich, wie überzeugend Freddie die beide Rollen gespielt hat. Beide sind ganz unterschiedlich und werden nie zum Cartoon. Er ist ein smarter Junge, ohne je altklug zu wirken. Er ist feinsinnig, sensibel und nachdenklich. Zudem ist er ein unglaublich harter Arbeiter.“
Über Sarah Bolger sagt Parker: „Sie hat diese Demut und, wie auch Freddie, eine ganz besondere Gewandtheit. Man vergisst schnell, wie jung sie ist, ohne dass sie gekünstelt oder anbiedernd wirkt. Sie hat eine großartige Technik und für ihr Alter ausgezeichnete Manieren. Sie war wirklich liebenswert. Ich war richtig vernarrt in sie“, amüsiert sie sich.
Aller atemberaubender Effekte und Actionszenen zum Trotz, war Parker vor allem von den faszinierenden Figuren fasziniert. „Die Figuren spielen eine entscheidende Rolle. Alle Kinder haben ihren ganz eigenen Charakter. Mark hatte ein ausgesprochen gutes Verhältnis zu Freddie und Mallory, was sicher damit zu tun hat, dass er diese Geschichte so sehr liebt. Seine Euphorie war richtig ansteckend. Mark ist ein ganz positiver Typ, mit dem die Arbeit zum Vergnügen wird. Ich habe mich auf jeden neuen Drehtag gefreut.“
David Strathairn spielt Arthur Spiderwick, den Wissenschaftler, der seine Beobachtungen genau aufschreibt, und damit unbeabsichtigt den Kindern einen Zugang zur unbekannten Welt ermöglicht. Als er erkennt, wie gefährlich sein „Handbuch“ werden kann, versucht er es mit allen Mitteln zu verstecken – doch vergeblich. „Arthur vertraut das Buch Thimbletack an, seinem treuen Wichtelmännchen. Bei ihm ist das Buch sicher, bis die Kinder in das Haus einziehen und es entdecken. Trotz der ausdrücklichen Warnung „Nicht Öffnen“ kann Jared der Versuchung natürlich nicht widerstehen. Es ist ein bisschen wie das Öffnen der Büchse von Pandora“, erläutert Strathairn.
Der Schauspieler verweist dabei auf Bruno Bettelheims „Kinder brauchen Märchen“, wo es heißt, „…die Bilder von Märchen helfen Kindern mehr als alles andere, bei ihrer so schwierigen und wichtigen Aufgabe, ein ausgereiftes Gewissen zu entwickeln…“
Damit beschreibt er recht genau, was den Kindern in dieser Geschichte geschieht. „Das Buch von Bettelheim besagt, dass wir durch die Fantasy-Welten mit zauberhaften Geistern und Kobolden lernen, den Unterschied zwischen gut und böse zu erkennen. Der große böse Wolf, der dunkle Wald, Zaubertränke und Magie – all diese Dinge helfen uns, den Weg durch unseren eigenen Dschungel zu finden. Das passiert auch in diesem Film: Jared, Simon und Mallory wollen wissen, was mit ihnen und ihrer Familie passiert. Das Buch von Arthur ist nicht nur ein Führer in die magische Welt, sondern in ihre eigene Wirklichkeit. Genau das hat mich daran interessiert“, sagt Strathairn.
Über seine Erfahrung mit Spezialeffekten sagt er: „Es war eine ganz neue Erfahrung für mich, mit Figuren zu spielen, die erst später in den Film eingebaut werden. Es war ein faszinierender Prozess für mich. Man könnte auch sagen: es war mein Initiationsritus in Hollywood.“