Vor 1000 Jahren, in Zeiten, als viele Stämme den Norden Australiens bevölkerten, brachen zehn Männer auf, um in den Wäldern Baumrinde zu sammeln, die sie für die Herstellung der Kanus benötigen. Sie wurden angeführt von Minygululu, dem Stammesältesten. Es ist Gänseeier-Jagdsaison, und die Männer freuen sich darauf, in den Sümpfen die Gänse und deren Eier zu jagen.
Minygululu erfährt, dass sich der junge Dayindi während seiner ersten Gänseeier-Jagd in Minygululus dritte und jüngste Frau verliebt hat. Er riskiert damit, Stammesgesetze zu brechen. Minygululu beschließt, die Situation auf seine Weise zu klären. Er beginnt Dayindi eine sehr lange Geschichte aus der Zeit ihrer Vorfahren zu erzählen. Das ist seine Geschichte: Es war vor vielen Jahren, in der Zeit der Ahnen, einer mythischen Zeit, kurz nach der großen Flut, die das ganze Land unter sich begrub. Ridjimiraril lebte mit seinen drei Frauen, der klugen Banalandju, der eifersüchtigen Nowalingu und der hübschen und jungen Munandjarra, in einem Lager zusammen mit anderen, zum Beispiel Birrinibirrin, dem dicken Honig-Mann, der immer zuviel aß.
Etwas entfernt, in dem Camp der ledigen Männer, lebte Yeeralparil, Ridjiimirarils junger Bruder.
Yeeralparil hatte noch keine Frauen, auch war ihm noch keine versprochen, aber er hatte ein Auge auf die wunderschöne Munandjarra geworfen, und er war sicher, dass sie seine Frau werden würde. Mit kleinen Ausreden versuchte er sich immer in der Nähe von Ridjimirarils Camp aufzuhalten, in der Hoffnung, einen Blick auf sie werfen zu können. Eines Tages, als die Männer damit beschäftigt, sich gegenseitig die Haare zu schneiden, nähert sich ein Fremder, ohne Vorwarnung. Die Männer sind beunruhigt, vor allem als der Fremde behauptet, er habe magische Zauberkräfte und sei hier, um Dinge zu tauschen. Sie geben ihm zu essen, als Zeichen des allgemeinen Respekts, und danach schickt Ridjiimiraril ihn fort, obwohl ihn einige der Männer gerne töten möchten. Der Zauberer hört, wie die Männer über den Fremden sprechen, und läuft zu ihnen, um sie vor den möglichen Gefahren zu warnen, die von der Magie des Fremden ausgehen könnten. Er sucht das ganze Lager nach dem Zauber ab, den der Fremde zurückgelassen haben könnte. Doch er findet nichts. Die Männer sind erleichtert, das Leben geht wieder seinen normalen ruhigen Gang.
Bis Nowalingu nach einem Streit mit Bananlandju spurlos verschwindet. Ridjiimiraril ist überzeugt, dass seine geliebte Frau von dem Fremden entführt wurde. Doch die anderen Männer sind der Meinung, dass sie aus Eifersucht einfach weggelaufen ist. Es gibt nichts, was Ridjiimiraril tun könnte.
Monate später bekommen sie Besuch von einem alten Onkel, der berichtet, er habe Nowalingu zusammen mit dem Fremden in einem weit entfernten Camp gesehen.
Sofort sind die Männer in Aufruhr: Ein Trupp Krieger wird zusammengestellt und auf den Kriegspfad geschickt. Nur Yeeralparil muss zu
Hause bleiben. Beide Brüder können nicht gehen, denn wenn der ältere stirbt, muss der jüngere die
Ehefrauen des älteren übernehmen. Yeeralparil hält sich von nun an häufig im Hauptcamp auf, in der
Hoffnung, Munandjarra zu sehen. Aber Banalandju sorgt dafür, dass immer genug Abstand zwischen den
beiden ist.
Die Krieger kehren zurück, ohne Nowalingu. Anscheinend hat sich der alte Onkel doch getäuscht. Ridjiimiraril ist verzweifelt: Er ist noch immer davon überzeugt, dass der Fremde Nowalingu mitgenommen hat, aber keiner schenkt ihm noch Glauben. Er wird immer stiller und trauriger.
Bis eines Tages Birrinbirrin ins Lager gelaufen kommt und berichtet, dass der Fremde in der Nähe des Wassertümpels gesehen worden sei. Ridjiimiraril packt seine Speere, und beide ziehen davon. Sie finden den Fremden, tief im Busch, wie er gerade sein Geschäft verrichtet. Ridjiimiraril richtet seinen Speer auf ihn und wirft. Doch als sie den Toten untersuchen stellen sie fest, dass sie den falschen Fremden erwischt haben. Schnell ziehen sie den Speer aus dem Körper und verstecken die Leiche. Aber leider nicht gut genug. Ein paar Tage später werden die beiden von einer Gruppe Krieger (unter ihnen der richtige Fremde) umzingelt. Sie haben den Speerkopf in der Leiche identifiziert, und er stammt zweifellos von Birrinibirrin. Nun wollen sie Rache.
Ridjiimirarill gibt seine Schuld zu, und es werden ein Ort und ein Zeitpunkt für die Blutrache, die Makaratta bestimmt. Dabei dürfen ihn die Fremden so lange mit Speeren bewerfen, bis er getroffen wird. Eine kleine traurige Prozession verlässt am vereinbarten Tag das Lager. Diesmal darf auch Yeeralparil mitgehen. Er besteht darauf, seinem großen Bruder als Partner beizustehen und gemeinsam mit ihm die tödlichen Speere des anderen Stammes zu erwarten. So ist das Gesetz, und an das Gesetz müssen sie sich halten.
Ridjiimiraril wird von den Speeren getroffen, aber nicht lebensgefährlich. Der Gerechtigkeit ist Genüge getan, er wird ins Lager zurückgetragen. Obwohl Banalandju seine Wunden pflegt, geht es Ridjiimiraril nicht besser. Es scheint, als ob ein böser Geist von seinem Körper Besitz ergriffen hätte. Sogar der Zauberer kann nichts mehr ausrichten. In den letzten Momenten vor seinem Tod richtet sich Ridjiimiraril noch einmal taumelnd auf und beginnt, seinen eigenen Todestanz zu tanzen ... bis er zusammenbricht und stirbt.
Nachdem das Begräbnisritual vollzogen ist, zieht Yeeralparil endlich in das Hauptlager, um von nun an mit seiner Munandjarra zu leben. Minygululus Geschichte ist nun vorbei, die Gänseier-Jäger kehren nach Hause zurück. Dayindi hat seine Lektion gelernt und wenn sich ihm jetzt eine Gelegenheit bietet, lehnt er lieber ab. Vielleicht wird er eines Tages eine Frau haben, aber es wird sicher nicht die eines anderen sein.