Auch wenn das Leben der Yolngus anfänglich sehr hart war, passten sie sich mit der Zeit sehr gut an ihre Umgebung an. Ihr spirituelles Leben war reich und komplex, unter anderem dank der Fülle an Nahrung, ein Umstand, der ihnen Zeit ließ, ihre Rituale und Zeremonien zu entwickeln. Die Yolngus waren halbnomadische Jäger und Sammler, die den Jahreszeiten und dem Nahrungsangebot entsprechend an unterschiedlichen Orten lebten. Es galten äußerst komplexe und strenge Heiratsregeln, sie kannten ein gut ausgebautes Rechtssystem und trieben Handel mit entfernt lebenden Stämmen.
Erst um 1880 ließen sich die Weißen – vorwiegend Viehzüchter – trotz heftigen Widerstands der Yolngus in der Region nieder. Viele der Einheimischen wurden massakriert, was ihren Widerstand aber nicht brechen konnte. Um 1930, zur Zeit Thomsons, kehrte endlich Frieden ein und die Lebensweisen der Yolngu und der Weißen begannen sich langsam zu vermischen.
Heute sieht das Leben der Menschen in Ramingining anders aus. Es gibt einen Supermarkt und ein
Lebensmittelgeschäft. Die Menschen leben in modernen Häusern mit Fernsehen und sie regeln ihre
Bankgeschäfte per Internet. Doch bestimmte traditionelle Regeln gelten weiterhin: das
Verwandtschaftssystem besteht noch immer, allerdings ein bisschen verändert, die Zeremonien sind genau so wichtig wie vor 100 Jahren, die Menschen gehen weiterhin auf die Jagd, doch es stehen ihnen heute Geländewagen mit Allradantrieb, Gewehre und Angelruten zur Verfügung.
Arbeitsplätze sind jedoch rar, und die Menschen engagieren sich daher zunehmend im Bereich des traditionellen Kunsthandwerks, was wiederum eine Möglichkeit bietet, die Traditionen lebendig zu halten.