Für seinen neuen Film HALLOWEEN vereinte Regisseur Rob Zombie wieder zahlreiche seiner THE DEVIL’S REJECTS-Mitstreiter („The Devil’s Rejects“, 2005) hinter der Kamera, darunter Kameramann Phil Parmet, Production Designer Anthony Tremblay, Komponist Tyler Bates, Cutter Glenn Garland sowie Wayne Toth, der für die Special Make-up Effects zuständig war. Des Weiteren gehört die Kostümdesignerin Mary McLeod, die schon für 88 MINUTES („88 Minutes“, 2007) sowie RESIDENT EVIL: APOCALYPSE („Resident Evil: Apocalypse“, 2004) verantwortlich zeichnete, zu seinem talentierten und eingespielten Team.
Die Produzenten des Films, Malek Akkad und Andy Gould, blicken außerdem auf eine lange Vergangenheit mit der HALLOWEEN-Reihe beziehungsweise mit Rob Zombie zurück. „Er sorgt für ganz frischen, aufregenden Wind, sowohl für die Fans des Originals als auch für alle neuen Fans, da wir dieses Mal in komplett neue Gebiete vordringen.“ (Produzent Malek Akkad über Rob Zombie) Akkads verstorbener Vater, Moustapha Akkad, finanzierte John Carpenters Original von 1978, und seine Firma Trancas International Films, der die internationalen Rechte an der Filmreihe gehören, produzierte alle nachfolgenden Fortsetzungen. „In gewisser Hinsicht handelt es sich tatsächlich um eine Familientradition, die ich fortsetze“, beschreibt Akkad seine Beteiligung. „Der neue Film ist für uns alle sehr aufregend, und wir sind begeistert, Rob Zombie mit dabei zu haben. Er sorgt für ganz frischen, aufregenden Wind, sowohl für die Fans des Originals als auch für alle neuen Fans, da wir dieses Mal in komplett neue Bereiche vordringen.“
Für Akkad ist HALLOWEEN im wahrsten Sinne des Wortes eine Familienangelegenheit, schließlich verbrachte er einige der prägendsten Jahre seines Lebens am Set der früheren Filme, beginnend mit HALLOWEEN 4 – THE RETURN OF MICHAEL MYERS („Halloween IV“, 1988). Produzent Andy Gould, der langjährige Manager von Rob Zombie, produzierte schon dessen vorangegangene Filme HOUSE OF 1.000 CORPSES („Haus der 1.000 Leichen“, 2003) und THE DEVIL’S REJECTS. Er erinnert sich, dass die Basis für Zombies Beteiligung an HALLOWEEN kurz nach dem Erfolg von THE DEVIL’S REJECTS gelegt wurde: „Wir hatten uns eine Auszeit genommen, um ein Album aufzunehmen und auf Tour zu gehen. Ungefähr zu der Zeit kam ein Anruf von Bob Weinstein, der uns sagte, dass ihnen Robs Arbeit gut gefiele. Sie mochten THE DEVIL’S REJECTS und Robs Vorstellungskraft und wollten wissen, ob er nicht mal vorbeikommen und einen Film für sie drehen wolle.“
Gould hat das Treffen noch genau vor Augen, bei dem sie gefragt wurden, ob sie jemals daran gedacht hätten, HALLOWEEN zu drehen. „Die erste spontane Antwort war ein klares Nein“, erzählt der Produzent. „Das ist einfach ein Klassiker, deswegen waren wir zunächst sehr zögerlich. Doch dann kam Rob auf die Idee, dass man vielleicht einen anderen Standpunkt finden könnte, um eine veränderte Geschichte zu erzählen, die nicht bloß Eins zu Eins ein Remake wäre.“
Der Regisseur wusste, dass er bei dieser Neuverfilmung unter genauester Beobachtung stehen würde, schließlich ist HALLOWEEN („Halloween“, 1978) ein Horrorklassiker, der vielen Fans unglaublich ans Herz gewachsen ist. Doch Rob Zombie war sich im Klaren darüber, welch heiligen Boden er betrat und ging die Sache alles andere als leichtfertig an: sein Film richtet sich eben auch an eine neue, jüngere Zuschauergeneration.
Der Regisseur stand klassischen Remakes zunächst skeptisch gegenüber: „Doch dann begann ich, an Remakes zu denken, die mir gefielen, wie etwa SCARFACE („Scarface“, 1983) oder CAPE FEAR („Kap der Angst“,1991). Mir wurde klar, dass wir wohl heute noch die Stummfilmversion von „Dracula“ sehen würden, wäre die Geschichte nicht neu verfilmt worden. Unter diesen Gesichtspunkten änderte sich dann allmählich mein Standpunkt.“ Er machte sich daran ein Drehbuch zu schreiben, das viele Elemente aus Carpenters Original beinhalten, aber auch die Hintergründe ausbauen würde. „In der Originalfassung wird von vielen Ereignissen erzählt, die der Zuschauer nicht zu sehen bekommt“, erklärt Zombie. „Diese Dinge wollte ich mir vorknöpfen, erweitern und endlich zeigen. Es ist eine gute, schlichte Geschichte und ich war mir sicher, dass man sie noch in ganz unterschiedliche Richtungen würde lenken können.“
„Sein Film ist tatsächlich eher eine Neuerfindung oder Neugestaltung der Reihe.“ (Produzent Malek Akkad über Rob Zombie) Akkad hatte Zombies vorangegangene Filme gesehen und hielt sie für Wegbereiter einer neuen Form von Horrorfilm. Der Regisseur brachte einen ungewöhnlichen, mutigen und modernen Stil mit, der für HALLOWEEN wunderbar funktionieren könnte. „Rob hatte ein großartiges Skript geschrieben“, fügt er hinzu. „Als er uns seine Ideen vorstellte, brachte er ein ausgefeiltes Konzept mit, wie man die Kernelemente des Originals erhalten und trotzdem frische Neuerungen einbringen könnte, die man so noch nicht gesehen hatte. Sein Film ist tatsächlich eher eine Neuerfindung oder Neugestaltung der Reihe.“
„BATMAN BEGINS („Batman Begins“, 2005) ist vermutlich ein gutes Beispiel dafür, wie man eine etablierte Geschichte neu erzählen kann“, erklärt Andy Gould. „Man bedient sich ein wenig bei der Hintergrundsgeschichte und füllte einige Lücken. Wenn man die Originalfassung von HALLOWEEN sieht, beginnt dort alles mit dem kleinen Jungen und den ersten Morden. Bei uns geht es nun noch mehr um das Wie und Warum der Geschichte.“ Er macht keinen Hehl daraus, dass einige Szenen natürlich auch eine Hommage an den ersten Film sind, „doch letztlich entspringt der Film der Gedankenwelt von Rob Zombie.“ „Das Überraschende an der Arbeit mit Rob ist, wie viel er in das Projekt investiert“, fügt Akkad hinzu. „Er gibt immer 200 Prozent, egal ob mit den Schauspielern oder irgendeiner anderen Abteilung des Teams. Es besteht kein Zweifel daran, dass HALLOWEEN durch und durch ein Rob Zombie-Film ist, denn er hat jedem Detail seinen Stempel aufgedrückt.“
Obwohl der Film, gerade in der Geschichte des jungen Michael Myers, viele neue Elemente aufweist, nahmen die Filmemacher in der Story des erwachsenen Michael nicht allzu viele Veränderungen an den bereits etablierten Charakteren vor. „Es gab einfach Figuren und klassische Momente, die wir beibehalten mussten. Hätten wir uns von denen zu weit entfernt, wäre es nicht mehr HALLOWEEN gewesen“, erläutert Akkad. „Die Namen der Personen haben wir fast alle beibehalten und es gibt teilweise sogar gleiche Dialogzeilen von Dr. Loomis und den Mädchen, die einfach Markenzeichen geworden sind. Diese Elemente verknüpfen unseren Film mit dem Original, und trotzdem erscheinen sie, sowohl durch die Schauspieler als auch durch den Schnitt, vollkommen neu und frisch.“
HALLOWEEN konzentriert sich auf drei Phasen im Leben von Michael Myers: seine frühen Jahre als Zehnjähriger in Haddonfield, seine Jahre im Sanatorium unter dem wachsamen Auge von Dr. Loomis und der schicksalsreiche Tag seiner Flucht. „All die Lücken, die das Original gelassen hatte, werden von uns gefüllt.“ (Produzent Malek Akkad über Rob Zombies HALLOWEEN) „Wir beschäftigen uns viel stärker mit Michaels Kindheit und Jugend sowie seiner Zeit in der Anstalt“, beschreibt Akkad den neuen Film. „All die Lücken, die das Original gelassen hatte, werden von uns gefüllt. Damals wurde vieles nicht weiter ausgeführt, was gar nicht schlecht war, denn so konnten die Zuschauer sich selbst auf alles einen Reim machen. Aber wir gehen jetzt zurück und tauchen etwas tiefer in Michaels Familiengeschichte ein. Das macht die Geschichte für die alt eingesessenen Fans etwas abwechslungsreicher. Und die jüngeren Zuschauer, die mehr sehen wollen als einen Typen, der Babysitter jagt und umbringt, bekommen so eine etwas komplexere Story. Bei uns ist Myers eine viel ausgefeiltere Figur.“
Rob Zombie gewährt Einblick in die Art und Weise, wie Michael Myers tickt. „Ich habe viel recherchiert, denn der Film sollte so echt und real wie möglich wirken, denn das macht die Sache für den Zuschauer viel unangenehmer“, erklärt er seine Herangehensweise. „Wir entschlossen uns, ihn als echten Psychopathen zu zeigen, was aber nicht heißen soll, dass er nicht auch eine charmante Seite hat. Wir haben ihn zu einem freundlichen, glücklichen kleinen Jungen gemacht, denn ich habe in Erfahrung gebracht, dass gerade Psychopathen sehr charismatisch, charmant und freundlich sein können. Sie haben nur einfach keinen Sinn für richtig und falsch, kein Gespür für Reue oder überhaupt irgendetwas. Diese Emotionen kennen sie nicht und das wollte ich im Film zeigen.“
Schon früh gibt es in Michaels Kindheit erste Anzeichen, dass er nicht das normalste Kind der Schule ist. Besonders auffällig wird das vor allem, als Schuldirektor Chambers eine grauenvolle Entdeckung in Michaels Rucksack macht und einen Kinderpsychologen zu Rate zieht. Dieser Dr. Samuel Loomis wird von Schauspielveteran und Oscar®-Gewinner Malcolm McDowell gespielt, der die Hauptrolle in Stanley Kubricks Klassiker A CLOCKWORK ORANGE („Uhrwerk Orange“, 1971) und Dutzenden anderer Filme spielte und zuletzt in erfolgreichen Fernsehserien wie „Heroes“ und „Entourage“ zu sehen war.
„Casting gehört zu Robs großen Stärken“, meint Gould. „Sein Blick dafür, wer welche Rollen spielen kann, erstaunt mich immer wieder. Schon früh in der Besetzungsphase rief er mich an und sagte nur: ‚Ich habe eine tolle Idee: Dr.Loomis – Malcolm McDowell.’ Und natürlich war das großartig. Geradezu perfekt!“ A CLOCKWORK ORANGE ist Rob Zombies Lieblingsfilm, weswegen es nicht nur eine schnelle Entscheidung, sondern auch eine Ehre war, McDowell die Rolle anzubieten, die durch Donald Pleasance berühmt gemacht wurde. „Ich wusste vom ersten Tag an, dass ich Malcolm als Dr. Loomis haben wollte“, erzählt der Regisseur. „Er sollte in meinem Film ein wenig anders sein, und mir war klar, dass ich dafür einen Schauspieler brauchen würde, der es ausgleichen könnte, dass Loomis bei mir keine wirklich sympathische Figur ist. Er ist zwar charismatisch, aber auch ziemlich egoistisch und nervig. Es bestand kein Zweifel, dass Malcolm ihn so spielen konnte, dass man ihn mag, obwohl man das vielleicht besser gar nicht sollte.“
„Es war offensichtlich, dass dieser Kerl extrem intelligent ist und einen wunderbaren Blick auf das Thema hatte. Er wollte etwas Neues und Frisches machen und trotzdem einen klassischen Horrorfilm drehen.“ (Malcolm McDowell über Rob Zombie) McDowell gibt offen zu, dass er zunächst sehr skeptisch war, zu diesem Zeitpunkt seiner Karriere einen Horrorfilm zu drehen. Doch ein Treffen mit Zombie konnte ihn umstimmen: „Es war offensichtlich, dass dieser Kerl extrem intelligent ist und einen wunderbaren Blick auf das Thema hatte. Er wollte etwas Neues und Frisches machen und trotzdem einen klassischen Horrorfilm drehen. Und das Genre in seiner klassischen Ausprägung ist so spannend, dass es nicht viel brauchte, mich zu überzeugen.“ Auch der emotionale Tiefgang der Charaktere beeindruckte den Schauspieler. „Ich mag es, wenn die Figuren einen Film vorantreiben“, erklärt er. „Das ist auch der Grund, warum dieser Film funktioniert. Er verlässt sich nicht auf Spezialeffekte, sondern auf die Entwicklung und Glaubwürdigkeit der Personen. Wenn man dreidimensionale Charaktere schafft, an denen dem Zuschauer etwas liegt, dann braucht man keine Effekte – egal wie groß die Rolle ist.
Das ist meiner Meinung nach unsere Stärke als Schauspieler.“ Die Darstellung seines alten Freundes und Kollegen Donald Pleasance wollte McDowell nicht einfach nur wiederholen: „Mir lag nichts an einer reinen Imitation. Also sprach ich mit Rob und wir waren uns einig, dass es Spaß machen könnte, der Figur eine leichtere Note zu verpassen. Das heißt nicht, dass er nun eine komödiantische Rolle ist, absolut nicht. Aber er ist eben ein wenig übertrieben; ein leicht egoistischer Arzt, der glaubt, der Größte seines Fachgebiets zu sein. Mir gefiel, dass Loomis es Dank seines Patienten ganz schön weit gebracht hat, schließlich schrieb er einen Bestseller über ihn und tritt laufend als Experte im Fernsehen auf. Dieser komische Aspekt des Doktors macht die gruseligen Momente des Films noch gruseliger.“ Passend zu den 17 Jahren, die Dr. Loomis’ Geschichte im Film umspannt, musste die Haar- und Make-up-Abteilung dabei McDowells Aussehen für die beiden verschiedenen Zeitabschnitte jeweils verändern und dem entsprechenden Alter anpassen.
Die Suche nach dem geeigneten Darsteller für die Schlüsselrolle des 10jährigen Michael Meyers fand ein Ende, als die Filmemacher auf den jungen Newcomer Daeg Faerch stießen. Zombie wußte, dass die Besetzung der Kinderrolle die größte Herausforderung darstellen würde. „Diese Rolle ist so wichtig, dass der gesamte Film nicht funktioniert hätte, wenn wir dafür nicht den Richtigen gefunden hätten“, meint der Regisseur. Aus dem Stehgreif fielen ihm keine Kinderdarsteller ein, die nicht schon zu berühmt gewesen wären. „Wirklich besondere Kinder zu finden, ist unglaublich schwer, auch wenn die Filmgeschichte mit Tatum O’Neal, Drew Barrymore oder Dakota Fanning einige zu bieten hat“, beschreibt Zombie sein Dilemma. Er wusste von Anfang an, dass er nicht nach einem typischen Hollywood-Kind suchte: „Das hätte nicht passend gewirkt. Ich wollte kein kleines Kind, das nur ab und zu eine unheimliche Grimasse schneidet.“ „Ich wusste gleich, dass Daeg perfekt für die Rolle war, denn ihn umweht eine ganz besondere Aura.“
(Rob Zombie über den jungen Michael Myers-Darsteller Daeg Faerch)
Als Daeg ins Spiel kam, erkannte Zombie in ihm sofort seinen Michael Myers. „Noch bevor ich irgendwelche Probeaufnahmen von ihm kannte, sah ich sein Foto“, erinnert er sich. „Ich wusste gleich, dass Daeg perfekt für die Rolle war, denn ihn umweht eine ganz besondere Aura. Von einer Sekunde auf die andere, ohne dass er sich besonders bemüht, kann er vollkommen unheimlich und Furcht einflößend aussehen. Aber einen Augenblick später ist er schon wieder das niedlichste Kind aller Zeiten. Er hat einfach eine ganz seltsame, aber dabei vollkommen natürliche Ausstrahlung.“
Die Einblicke ins Drehbuch reichten aus, um Daeg ein Gespür für die Figur zu vermitteln. „Er ist psychopathisch, verrückt und böse“, fasst er zusammen. „Allerdings glaube ich nicht, dass Michael böse geboren wurde. Er wird so, weil immer alle fürchterlich gemein zu ihm sind und er das nicht aushält. So bekommt er erst große Schwierigkeiten in der Schule und beginnt schließlich seinen Amoklauf.“ Gemeinsamkeiten zwischen ihm und seiner Rolle gibt es allerdings nicht zu vermelden, wie auch Malek Akkad bestätigt: „Daeg ist ein ausgeglichener, wunderbarer Junge, aber wenn man ihn bittet, sich in einen Serienkiller zu verwandeln, kann er das ohne mit der Wimper zu zucken. Er hat es einfach drauf. Wir sind unglaublich glücklich mit seiner Leistung – und er ist jetzt wirklich der Inbegriff des jungen Michael Myers.“
In Michaels jüngeren Jahren begegnen wir auch seiner Mutter Deborah, gespielt von Sheri Moon Zombie, ihrem bösartigen und ausfallenden Lebensgefährten, gespielt von William Forsythe, und seiner ältesten, von Hanna Hall verkörperten Schwester Judith. Darüber hinaus hat Michael noch eine kleine Schwester, die er liebevoll ‚Boo’ nennt. Sheri Moon Zombie, deren Auftritte als mörderische blonde Sexbombe Baby Firefly in Rob Zombies HOUSE OF 1.000 CORPSES und dem Nachfolger THE DEVIL’S REJECTS noch in bleibender Erinnerung sind, ist als Deborah Myers zu sehen. Michaels allein erziehende Mutter arbeitet in einem Stripclub namens ‚Rabbit in Red’, um die Rechnungen der Familie zu bezahlen.
„Die beiden hatten auch auf Anhieb ein tolles Verhältnis und eine großartige Chemie.“ (Rob Zombie über Sheri Moon Zombie und Daeg Faerch) „Ich liebe es, mit Sheri zu arbeiten“, schwärmt Rob Zombie. „Vor allem natürlich, weil sie meine Frau ist. Ich wollte von Anfang an, dass sie Michaels Mutter spielt und wusste sofort, dass das hervorragend passen würde. Als ich dann Daeg sah, fand ich gleich, dass sie tatsächlich mit einander verwandt aussahen. Die beiden hatten auch auf Anhieb ein tolles Verhältnis und eine großartige Chemie. Es passte hervorragend, und der Film bekommt dadurch eine ganz spezielle Stimmung, denn er handelt nun viel mehr von der tiefen Beziehung zwischen Mutter und Sohn. Es wird zwar nie ausgesprochen und ich erkläre damit auch nichts, aber man gewinnt zu Beginn des Films den Eindruck, Michael würde jeden umbringen, um seine Mutter zu schützen.“ Auch Andy Gould ist ganz begeistert: „Sheri spielt in allen von Robs Filmen mit, und wenn man ihre Entwicklung von HOUSE OF 1000 CORPSES über THE DEVIL’S REJECTS bis hin zu diesem Film sieht, kann man beobachten, wie sie immer besser geworden ist. Sie nimmt ihre Aufgabe sehr ernst und ist als Schauspielerin durch diese Filme unglaublich gereift.
Gerade in HALLOWEEN gibt es einige Szenen, in denen sich die Leute vor Begeisterung kaum auf den Sitzen werden halten können.“ Mehr als zufrieden zeigt sich auch Malek Akkad: „Sheri ist großartig und es war toll, eine so eine fröhliche Persönlichkeit am Set zu haben. Auch wenn sie nicht Robs Ehefrau wäre, hätten wir sie besetzt, denn ihre Leistung ist einfach überzeugend.“
Deborahs prügelnder Lebensgefährte wird von Charakterdarsteller William Forsythe gespielt, der mit Rob Zombie schon bei THE DEVIL’S REJECTS zusammenarbeitete und dort den Sheriff Wydell spielte. Die Rolle in HALLOWEEN bekam er von Zombie angeboten, bevor er überhaupt etwas über seine Figur oder deren Schicksal wusste. „Ich hatte mit Rob lediglich ausgemacht, dass ich in jedem seiner Filme einen besonders ausgefallenen Tod sterben würde“, berichtet Forsythe. „Dieser ist da absolut keine Ausnahme.“
Michaels ältere Schwester Judith wird von Hanna Hall dargestellt, einer jungen Schauspielerin, die bis heute für ihre Kinderrolle in FORREST GUMP („Forrest Gump“, 1994) bekannt ist, wo sie als junge Jenny rief: „Lauf, Forrest, lauf“. Darüber hinaus stand sie aber auch neben Kirsten Dunst in THE VIRGIN SUICIDES („The Virgin Suicides – Verlorene Jugend“, 1999) vor der Kamera. Nachdem Zombie die Rollen des jungen Michaels und seiner Mutter schon besetzt hatte, musste er nur noch die übrigen Leerstellen in der Familie Myers füllen: „Als ich Hanna für die Rolle der Schwester gefunden hatte, war das Bild komplett.“ „Judith Myers ist eine höchst manipulative Person“, beschreibt Hall ihre Rolle. „Sie hat keine Scheu, ihre Sexualität zu benutzen um ihr Ziel zu erreichen. Meiner Meinung nach hat sie das zunächst aber als Mittel der Verteidigung gelernt. Genau wie Michael ist sie ein Produkt der äußeren Umstände, und das wenig behütete Familienleben bringt die schlechtesten Seiten ihres Charakters zum Vorschein. Trotzdem wollte ich zeigen, dass sie auch eine verletzliche Seite hat, wie alle Mädchen ihres Alters.“
Zu den übrigen Schauspielern, die in Michaels Kindheit einen Auftritt haben, gehören Adam Weisman, der Hannas Freund Steve spielt, der erfahrene Richard Lynch als Schuldirektor sowie Daryl Sabara als Schulfiesling Wesley. „Ich durfte zum ersten Mal einen Schlägertypen spielen“, freut sich Sabara, den man als Star der erfolgreichen SPY KIDS-Filme („Spy Kids“, 2001) kennt. „Die Ironie hinter der Figur ist, dass Wesley selbst von seinem Vater misshandelt wurde, und man dann sieht, wie er das an Michael auslässt. Und Michael macht schließlich das gleiche und trägt die Gewalt ebenfalls weiter.“ In Rob Zombies HALLOWEEN wird Wesley schließlich die filmhistorische Ehre zuteil, das erste Opfer Michael Myers’ zu sein, als der ihn eines Tages nach der Schule im Park mit einem Knüppel umbringt.
Für die zentrale Rolle des erwachsenen Michael Myers – immerhin eine der legendärsten Figuren in der Geschichte des Horrors – hatte Rob Zombie von Beginn an Tyler Mane im Hinterkopf. Mane, ein Schaupieler von beeindruckenden zwei Metern Größe, fing zunächst als professioneller Wrestler an, bevor er sich der Schauspielerei zuwandte. Mittlerweile kennt man ihn vor allem für seine Rollen als Sacretooth im ersten X-MEN-Film („X-Men“, 2000) und als Ajax in TROY („Troja“, 2004). „Mir war es wichtig, jemanden zu finden, der nicht nur physisch beeindruckend ist, sondern auch als Schauspieler.“ (Rob Zombie über Michael Myers-Darsteller Tyler Mane) „Tatsächlich war Tyler der erste, an den ich bei dieser Rolle dachte“, erklärt Zombie. „Im Laufe der Jahre ist Michael Myers zu einer so ikonischen Figur geworden, dass sich in den Filmen kaum noch jemand um ihn gekümmert hat. Er schien den Machern fast egal zu sein, denn sie steckten bloß irgendwelche Stuntmen in das Kostüm. Doch die waren kein Stück unheimlich, und deswegen war es mir wichtig, jemanden zu finden, der nicht nur physisch beeindruckend ist, sondern auch als Schauspieler.“ Außerdem hatten sie schon mit Mane zusammengearbeitet, da er eine kleine Rolle in THE DEVIL’S REJECTS gespielt hatte, wie sich Andy Gould erinnert. „Zunächst fragt man sich, ob das wirklich der richtige Kerl ist, um Michael zu spielen“, fährt er fort. „Aber die Art und Weise, wie er die Rolle ausfüllt und dabei Statur beweist, ist einfach überzeugend. Er ist nicht nur eine wuchtige Bedrohung, sondern hat richtiges darstellerisches Talent. Dadurch macht er aus Michael mehr als nur eine Killermaschine.“
Auch Malek Akkad ist überzeugt, dass Mane seinen Michael Myers auf ein ganz neues Niveau hebt: „Anfangs hatten wir die Sorge, er könne vielleicht zu groß oder massiv wirken, denn bisher war Michael ja immer nur eine Art Schatten gewesen. Aber dann erscheint Tyler im Film und er sieht einfach perfekt aus, mit einer ganz besonderen Aura. Er trifft die Figur genau.“ „Tyler kann so viel mehr als einfach nur wie ein riesiger Kerl durch die Gegend trampeln“, findet auch Rob Zombie. „Da ich schon einmal mit ihm zusammengearbeitet hatte, hatte ich gleich ein Auge auf ihn geworfen. Ich rief ihn an und erklärte ihm sofort, dass ich mehr im Sinn hatte als bloß einen Riesen, der Wände niederreißt. Das gefiel ihm und damit war die Sache klar. Eine zweite Wahl gab es gar nicht.“ Dass er in der Rolle mehr sein wollte als bloß ein wandelnder Schatten wie die vielen Michaels vor ihm, lässt auch Mane nicht unerwähnt: „Ich glaube, es ist noch gruseliger, wenn man eine kleine Ahnung davon hat, was hinter der Maske vorgeht. Man kann jedem eine Maske und ein Fleischermesser in die Hand drücken und ihn auffordern, jemanden umzubringen, aber 99 % der Leute würden es nicht tun. Doch in Michaels Kopf geht etwas vor, was ihn dazu veranlasst, das zu werden was er ist.“
Für Zombie gibt es in Manes Darstellung definitiv auch ein emotionales Element: „Tyler denkt an alles, an jede Bewegung. Er tut nie so, als würde das keine Rolle spielen, weil er ja ohnehin eine Maske trägt. Denn es spielt eine Rolle – und so bringt er das auch rüber. Das macht einen großen Unterschied.“ Als Vorbereitung für die Rolle, schaute sich Mane nicht nur alle HALLOWEEN-Teile an, sondern las auch in Büchern und im Internet über berühmte Serienkiller wie Ted Bundy, um herauszufinden was in deren Köpfen vorging und welche Gründe sie für ihre Morde angaben. Er wollte dabei auch herausfinden, was die Fans nach den vorangegangenen Filmen erwarten würden, um es dann ein wenig anders zu machen und Michael Myers so zu neuem Leben zu erwecken.
Trotzdem betont Akkad, dass es bei Myers Morden immer mehr um die Spannung gegangen sei. „Die fünf Minuten vor der Tat waren immer wichtiger als der Mord selbst. Größtenteils sind wir auch dieses Mal dabei geblieben. Doch davon abgesehen hat Michael einige neue Tötungsmethoden in petto, die die Zuschauer meiner Meinung nach sehr überraschen werden.“ Da er der bisher größte Darsteller in der Riege der Michael Myers’ ist, berichtet Mane auch von einer neuen Körperlichkeit, die er in die Rolle mit einbringt: „Einige seiner typischen Bewegungen habe ich natürlich in meine Darstellung übernommen. Aber während Michael sich im Original ziemlich langsam bewegt, ist er dieses Mal ein wenig schneller. Außerdem ist er Furcht einflößender und bedrohlicher als in den ersten Filmen.“ „Ein Monster ist nicht wirklich unheimlich, wenn es nicht auch verletzlich ist.“ (Macolm McDowell über Michael Myers) „Es umgibt ihn ein gewisser Pathos“, beschreibt Malcolm McDowell den Serienmörder. „Man fühlt ein wenig mit ihm, genau wie bei Frankensteins Monster. Die beiden haben ein ähnliches Herz. Michael macht eine gewisse Emotion spürbar, obwohl er nie auch nur ein einziges Wort spricht. Er ist vollkommen stumm, aber schon die Art, wie er sich bewegt, hat eine gewisse Schönheit. Er besitzt eine bestimmte Verletzlichkeit und das ist sehr wichtig, denn ein Monster ist nicht wirklich unheimlich, wenn es nicht auch verletzlich ist.“
Auch Malek Akkad hofft, dass die Gefühle der Zuschauer gegenüber Michael Myers bei diesem Film ein wenig anders sind als früher, doch er schiebt auch schnell hinterher, dass er letztlich trotzdem ein fürchterlicher und brutaler Serienkiller bleibt: „Wir beleuchten seine Geschichte viel mehr, weswegen es vielleicht hier und da Momente der Sympathie für ihn geben könnte. Aber trotz einiger solcher klassischen Horrorelemente wollen wir nicht, dass man am Ende Mitleid empfindet wie für Frankensteins Monster.“ Als Michael Myers als Erwachsener aus der Anstalt entkommt, begegnet er einer ganzen Reihe neuer „alter Bekannter“, darunter der Schülerin und Babysitterin Laurie Strode, ihren Freunden und ihrer Familie sowie ein paar armen Seelen, die eher zufällig seinen Weg Richtung Haddonfield kreuzen. Natürlich weiß Dr. Loomis, dass Michael auf der Flucht eine tickende Zeitbombe ist, und so eilt er nach Haddonfield, um dort die Hilfe von Sheriff Leigh Brackett in Anspruch zu nehmen und die Mädchen der Stadt zu beschützen. Für die Rolle des Ordnungshüters konnte Brad Dourif gewonnen werden, der für seine denkwürdige Rolle als Billy Bibbit in Milos Formans ONE FLEW OVER THE CUCKOOS’S NEST („Einer flog übers Kuckucksnest, 1975) als Bester Nebendarsteller für den Oscar® nominiert wurde und zuletzt als Doc Cochran in der Westernserie „Deadwood“ zu sehen war. Auch im Horrorfilm ist Dourif keine unbekannte Größe: als Stimme von Chucky in den CHILD’S PLAY-Filmen („Chucky – Die Mörderpuppe, 1988) gewann er über die Jahre zahlreiche neue Fans. In HALLOWEEN wurde Dourif dieses Mal gegen den Typ besetzt. „Ich freue mich immer, wenn ich mal einen von den Guten spielen darf“ sagt er dazu. „Das ist relativ ungewohnt für mich, denn normalerweise bin ich es, der einen Mord nach dem nächsten begeht.“ „Ich habe in diesem Film viele Schauspieler gegen den Typ besetzt, den man von ihnen gewohnt ist“, erklärt Zombie. „Brad hat auf der Leinwand einfach eine unglaubliche Präsenz, deswegen konnte ich ihn mir sehr gut als Sheriff vorstellen, auch wenn man ihn normalerweise eher für einen durchgeknallten Typen hält.“
Andy Gould erinnert sich, dass sich Rob Zombie besonders viel Mühe gab, die richtigen Mädchen für die Rollen der berühmten Babysitter von Haddonfield zu finden: „Er wollte, dass diese Mädchen wirklich echt aussehen, wie direkt aus der Nachbarschaft und nicht als seien sie gerade aus irgendeinem Nachtclub gestolpert. Man muss ihnen die Rollen abkaufen, Anteil an ihrem Schicksal nehmen und Angst um sie haben. Bei einem typischen Hollywood-Starlet wäre es einem als Zuschauer vermutlich ganz egal gewesen, ob es umgebracht wird.“ „Wir kamen immer wieder auf sie zurück, egal wen wir alles in Erwägung zogen. Sie war perfekt!“ (Rob Zombie über Scout Taylor-Compton)
Für die Rolle der Laurie Strode, mit der einst Jamie Lee Curtis berühmt wurde, entschieden sich die Filmemacher für Scout Taylor-Compton, eine junge Schauspielerin mit bemerkenswerter Tiefgründigkeit und Charisma. Curtis hatte das Original damals derart geprägt, dass jeder Rob Zombie im Vorfeld fragte, wer denn nun die neue Laurie Strode sei. „Lustigerweise war Scout das erste Mädchen, das ich überhaupt sah“, erinnert der sich. „Doch ich schob meine Begeisterung zunächst darauf, dass sie die Erste war, und wollte deswegen erst einmal abwarten. Aber sie gefiel mir einfach am besten, und wir kamen immer wieder auf sie zurück, egal wen wir alles in Erwägung zogen. Sie war perfekt!“
Scout Taylor-Compton, die sich bereits als Schauspielerin und Sängerin einen Namen gemacht hat und unter anderem in SLEEPOVER („Plötzlich verliebt“, 2004) zu sehen war, ist ein selbst ernannter Fan von Gruselfilmen: „Ich war auf jeden Fall schon vorher ein riesiger Fan von HALLOWEEN. Als ich ihn nun noch einmal gesehen habe, nachdem ich die Rolle bekommen hatte, bekam ich gleich ein viel besseres Gespür für die Figur.“ „Scout hat eine sehr verletzliche Seite“, sagt Zombie über seine Darstellerin. „Mehr als bei allen anderen Schauspielerinnen, die für die Rolle vorsprachen, wirkte ihre Furcht vollkommen echt. Es machte nicht den Eindruck, als würde sie nur einen bestimmten Gesichtsausdruck abrufen oder einen künstlichen Schrei ausstoßen. Sie war absolut natürlich, und das war es, was ich für die Rolle suchte. Häufig sieht man in Horrorfilmen bestimmte Klischees und Konventionen, wie die Leute zu spielen haben, aber ihre Art war zum Glück ganz anders.“
Die Laurie Strode der Originalfassung erschien der jungen Schauspielerin immer wie ein Bücherwurm und nicht sonderlich selbstbewusst, doch in Zusammenarbeit mit Rob Zombie beschloss sie, die Persönlichkeit ihrer Rolle ein wenig zu verändern und auch viel von sich selbst einfließen zu lassen: „Laurie ist jetzt etwas vorwitziger und hat mehr Mumm. Bei ihren Freundinnen ist sie nun nicht mehr so sehr Außenseiterin, auch wenn sie immer noch sehr unschuldig und wie das Mädchen von nebenan wirkt.“
Lauries Freundinnen Annie und Lynda werden von Danielle Harris und Kristina Klee gespielt. Harris ist in der HALLOWEEN-Welt keine Unbekannte: als Kind stand sie sowohl für HALLOWEEN 4 als auch HALLOWEEN 5 („Halloween V“, 1989) vor der Kamera und ist somit die einzige Schauspielerin in Zombies Film, die bereits HALLOWEEN-Erfahrungen hat. Malek erinnert sich noch gut: „Als wir damals diese Filme drehten, suchten wir im ganzen Land nach einer Kinderdarstellerin für die Hauptrolle der Jamie, also Laurie Strodes Tochter. Damals stießen wir schließlich auf Danielle, und es ist fantastisch, dass sie nun als Erwachsene noch einmal zurückkommt und eine andere Rolle spielt.“
Die weiteren zahlreichen neuen und altbekannten Nebenfiguren in HALLOWEEN werden von einem illustren und talentierten Ensemble dargestellt, zu dem auch Udo Kier (als Morgan Walker), Sybil Danning (als Schwester Wynn), Clint Howard (als Dr. Koplenson), Adrienne Barbeau (als Barbara) und Tom Towles (als Councilman Edwards) gehören. Auch diese Figuren glaubwürdig und für den Film bedeutungsvoll zu machen, war für Zombie ein wichtiger Aspekt: „Ich besetze gerne starke Schauspieler in kleinen Rollen. Jede Figur in diesem Film hat Ecken und Kanten und letztlich auch einen kleinen Knacks, und genau das macht sie so interessant.“