Ein Schlüssel zum langen Überleben des Michael Myers in der Kinogeschichte liegt in seiner klassischen Maske, deren Ursprung in Rob Zombies HALLOWEEN größere Beachtung geschenkt wird. Für Malek Akkad war die Wahl der Maske in Carpenters Originalfilm eigentlich ein reiner Glückgriff: „So wie Carpenter Michael inszeniert hat – als Schatten, von dem man eigentlich nur die Bewegungen sieht, und ohne je zu zeigen, was dahinter steckt – blieb er immer ein Mysterium, das die Fans sich selbst ausmalen mussten. Aber letztlich ist der entscheidende Punkt, dass diese Maske so gruselig aussieht. Am Tag des Drehs hatten sie damals die Wahl zwischen einer fiesen Clownsmaske und der heute legendären Michael Myers-Maske.
Carpenter kann sich also auf die Fahne schreiben, mit seiner Entscheidung den am coolsten aussehenden Serienkiller der Filmgeschichte geschaffen zu haben.“ Hin und wieder wird diese Maske übrigens auch als „Shatner-Maske“ bezeichnet, da sie ursprünglich nach dem Gesicht des STAR TREK-Schauspielers William Shatner entworfen wurde.
Die Halloween-Clownsmaske, die der junge Michael Myers im ersten Teil von Rob Zombies Film trägt, ist ein altes Kindermodell aus den 1960er Jahren, dass Production Designer Anthony Tremblay auftrieb. „Wir haben diese Maske ausgerechnet bei Ebay gefunden“, berichtet er. „Wir suchten nach alten Clownskostümen, und als dieses angezeigt wurde, fand ich es auf Anhieb perfekt. Ich habe es für 12 $ ersteigert und die Make-up-Abteilung hat gleich einige Duplikate davon angefertigt, falls die Maske mal verloren oder kaputt gegangen wäre.“
„Michael trägt dieses Clownskostüm in der Nacht, als er zum ersten Mal die Kontrolle verliert“, fährt Kostümdesignerin Mary McLeod fort, die mitsamt ihres Teams eng mit dem Production Designer und dem Art Department zusammenarbeitete, um Zombis Vorstellungen Wirklichkeit werden zu lassen. „Später kommen wir dann zum älteren Michael, der nur in Bademänteln, T-Shirts und Schlafanzughosen gelebt hat. Als er entkommt, nimmt er an einer Raststätte einem Trucker seinen Overall ab. Dafür haben wir zunächst ein normales Modell genommen und das dann in einem wochenlangen Prozess durch Bleichen und Färben so lange altern lassen, bis es so schäbig aussieht wie nun im Film. Bei allen Kostümen des Films ging es darum, sie möglichst alt aussehen zu lassen, denn keiner trägt hier neue, saubere Klamotten.“ Insgesamt, so McLeod, wurden für HALLOWEEN zwölf bis vierzehn solcher Overalls verwendet.
Bevor er seine Schwester umbringt, trägt Michael die Halloween-Maske, die ihr Freund Steve neben dem Bett hat liegen lassen. Daraus wird schließlich jene berüchtigte Maske, die jeder HALLOWEEN-Fan nur zu gut kennt. Das Aussehen von Michael Myers ist das einzige Element, das Rob Zombie aus Carpenters Original direkt übernommen hat – „und selbst das habe ich ein wenig verändert“, gibt er zu. „Als Michael die berühmte Maske später wieder findet, ist sie völlig kaputt und verfallen. Es ist zwar immer noch die klassische Maske, aber sie sieht eben ziemlich mitgenommen aus, denn nach so langer Zeit konnte sie unmöglich noch in besonders gutem Zustand sein.“
Weil es die originale Maske von 1978 nicht mehr gab, musste der Special Effects Make-up- Künstler Wayne Toth improvisieren. Schon bei diversen Musikvideos und Bühnenshows sowie bei HOUSE OF 1.000 CORPSES und THE DEVIL’S REJECTS hatte er mit Rob Zombie zusammengearbeitet. Seine besondere Aufgabe für HALLOWEEN aber war, eine Maske für Michael Myers zu schaffen, die genauso aussah wie die aus dem Original. „Dass ich die Entwürfe von damals nicht hatte, machte die Sache ziemlich schwer“, erzählt er. „Ich hatte nur Fotos und Filmausschnitte von damals als Referenz, und die Maske sah auf jedem Bild anders aus. Außerdem trugen damals verschiedene Männer die Maske, und auch die Beleuchtung ließ sie von Foto zu Foto anders erscheinen.“
Als die Maske fertig war, musste er daran nicht ein bisschen verändern, freut sich Toth: „Rob, die Produzenten und das Studio mochten sie auf Anhieb.“ Doch weil auch er, wie so viele Mitglieder der Crew, mit ikonischen Horrorfilmen wie HALLOWEEN aufgewachsen war, wusste er, wie entscheidend das Gelingen der Maske wirklich war. „Ich dachte die ganze Zeit nur daran, wie die angestammten Fans darüber herfallen würden“, erinnert er sich. „Mir war klar, dass ich meinen Job nur dann gut gemacht hatte, wenn ich sie zufrieden gestellt hatte.“
Doch Toth war nicht nur damit beschäftigt, Michael Myers legendäre Maske herzustellen. Er musste auch für die Blutspritzer an den Tatorten seiner grauenvollsten Morde sorgen. Toth, dessen weiße Tennisschuhe während des Drehs immer roter wurden, schätzt, dass er für den Film etwa 50 Liter Kunstblut verbraucht hat. „Ich hatte einen Hochdruck-Feuerlöscher voller Blut, mit dem ich jede Kulisse in ein Blutbad verwandeln konnte“, lacht er. „Für eine Szene durfte ich mit diesem Gerät durch ein hübsches, sauberes Einfamilienhaus laufen, das gerade für Halloween zurecht gemacht worden war, und es komplett zerstören und mit Blut voll spritzen. Das war ein echter Spaß.“
Darüber hinaus ist Michaels legendäre Maske nicht die einzige Requisite, für die er berühmt ist. Da ist auch noch das riesige Fleischermesser, mit dem er hantiert. Aufgrund von Tyler Manes enormer Größe mussten an den Messern einige Veränderungen vorgenommen werden, um die Proportionen beizubehalten. Das Messer des jungen Michael Myers ist laut Requisiteur John Brunot fast 30 Zentimeter lang. „Michael gräbt das Messer später wieder aus, um es für seine neuen Morde zu verwenden“, erläutert Brunot die Problematik. „Aber als wir für Tyler dasselbe Messer benutzen wollten, war es einfach zu klein. Wir mussten es durch eine genaue Nachbildung ersetzen, deren Klinge allerdings fast 40 Zentimeter lang war.“ „Wir verwendeten eine ganze Reihe von Messern“, erinnert sich der Requisiten-Assistent Mark Richardson. „Glänzende, matte, blutige, zurückschiebbare. In unserem Film spielt das Messer eine größere Rolle als im Original, denn hier trägt Michael es permanent bei sich. Ich fand den Moment jedes Mal ziemlich surreal, denn immer wenn er sich zum nächsten Mord aufmachte, musste ich ihm das Messer reichen.“
Für die Requisiteure am kniffligsten war der Umgang mit den zurückschiebbaren Messern. „Diese Dinger müssen immer problemlos funktionieren“, berichtet Richardson. „Man ist dabei immer besonders misstrauisch, denn wenn sie auf dem Boden liegen und womöglich verschmutzt werden, könnten sich die Schauspieler tatsächlich verletzen.“ Doch glücklicherweise kam es dazu am Set von HALLOWEEN nie.