Action,
Sport
| Australien / Deutschland / USA 2008
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| Über die Produktion
Sie haben die „Matrix“-Trilogie geschaffen: Die Autoren/Regisseure/Produzenten Larry und Andy Wachowski haben mit ihrer unverwechselbaren Handschrift den Action-Film neu erfunden, indem sie ihre vielschichtigen Drehbücher mit innovativen visuellen Effekten kombinierten.
Die Kinoversion der klassischen Zeichentrickserie „Speed Racer“ nutzen die Wachowskis für die visionäre Neufassung eines nach wie vor populären Klassikers, der damit einem größeren Familienpublikum vorgestellt wird.
„Mit ,Matrix‘ haben Larry und Andy eine Optik geschaffen, die unser Bewusstsein beim Anschauen ihrer Filme verändert: Wir erleben Dinge auf der Leinwand, die wir nicht für möglich halten würden“, sagt Produzent Joel Silver. „Und das gilt auch wieder für ,Speed Racer‘: Sie wollen unsere Wahrnehmung erweitern. Sie entwickelten ein neues Erzählkonzept für Rennwagen, die über die spektakulärsten und schwierigsten Pisten preschen – fantastische Action-Sequenzen, wie es sie noch nie gegeben hat. Hier werden computergenerierte Bilder auf neuartige Weise mit real gefilmten Szenen kombiniert. Die Brüder legen es gern darauf an, das herkömmliche Regelwerk aufzubrechen – sie wollen Grenzen überschreiten.“
Dazu Produzent Grant Hill: „,Speed Racer‘ schätzen die Wachowskis seit ihren Kindertagen, und ein wesentliches Element ist dabei der ausgeprägte Familienaspekt der Original-Serie. Larry und Andy möchten unbedingt einen Familienfilm machen – sie wollen einen Film drehen, den sich auch ihre Nichten und Neffen anschauen dürfen.“
„Ihr Konzept ist ein reiner Familienfilm, der sich wie im Original auf Speed und seine Familie konzentriert, aber ein völlig neues Abenteuer erzählt“, fügt Silver hinzu. „,Speed Racer‘ ist ein Film für jedermann: tolle Figuren, überwältigende Action-Sequenzen und natürlich eine überragende Optik.“
Der Film erzählt die Geschichte von Speed Racer, der der beste Fahrer in der World Racing League (WRL) werden möchte. Zwei Dinge bestimmen sein Leben: Autorennen und Familie. Die Familie Racer ist eines der letzten unabhängigen Renn-Teams – es wird immer schwieriger für sie, sich gegen die starken Konkurrenten zu behaupten, die von mächtigen Sponsoren finanziert werden. Der Einsatz ist derart hoch, dass ein großes Rennen über das Schicksal eines Fahrers oder eines ganzen Rennstalls entscheiden kann.
Beim Konzept der Renn-Action ließen die Wachowskis ihren wildesten Fantasien freien Lauf, um einen Rennstil zu schaffen, wie wir ihn noch nie erlebt haben. Die Rennwagen in „Speed Racer“ verbinden auf perfekte Art Form und Funktion: Bei unglaublichen Geschwindigkeiten von über 600 km/h überwinden sie bei gewagten Manövern die Schwerkraft. Jeder Rennwagen ist ein hochgetuntes Automobil-Kunstwerk und übertrumpft seine Gegner mit ausgefallenen Designs, die die Persönlichkeit des Fahrers spiegeln.
Die dynamische, bonbon-bunte Welt von „Speed Racer“ erlaubt die Koexistenz vieler Epochen und Stile, die alle im Rennsport kulminieren. „In der Ästhetik dieses Films erleben wir gleichzeitig Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“, sagt Joel Silver. „Diese Gesellschaft ist in Autos vernarrt, und Larry und Andy haben Wagen entworfen, wie wir sie uns bisher nicht vorstellen konnten. Aus Zeitschriften und Filmen kennen wir wunderschöne Auto-Designs – aber dieser Film eröffnet uns eine ganz neue Welt. Für diese Wagen ist einfach nichts unmöglich – was die Rennen spannender macht als alles, was wir bisher erlebt haben.“
Grant Hill fügt hinzu: „Larry und Andy versuchen immer wieder, völlig neuartige Bilder zu erfinden. Wir schauten uns Extremsportarten wie Skateboarding und Snowboarding an, um ein Gespür für die sehr fließenden Bewegungsabläufe zu bekommen, wir entwarfen entsprechende Rennstrecken und überlegten, wie schnell die Wagen fahren müssten, um den Fahrern ähnliche Luftmanöver zu erlauben.“
Natürlich wäre ein WRL-Rennen in „Speed Racer“ nur halb so spannend ohne die Gladiator-mäßigen Schlachttaktiken, die mit legalen Wettbewerbsmethoden eigentlich nichts mehr zu tun haben: Widerhaken, Reifenschneider und Kreissägen. Dazu Silver: „Dieses Konzept eines Motor-Extremsports mit harten Bandagen lässt sich am besten als akrobatische Kombination von Martial Arts und Formel 1 beschreiben – Larry und Andy nennes es ,Car-Fu‘: Martial Arts mit Autos. Durch die ursprüngliche Serie ,Speed Racer‘ haben die Wachowskis damals den japanischen Zeichentrick kennengelernt. Die beiden waren von den Storys, der Action und dem unverwechselbaren visuellen Stil der Serie fasziniert, die sich deutlich von den Fernseh-Zeichentrickserien jener Zeit unterscheidet. Bald waren sie nicht nur große Fans von ,Speed Racer‘, sondern von japanischen Animes überhaupt.“
Tatsächlich gibt es inzwischen „Speed Racer“-Fans aller Altersgruppen und in vielen Kulturen. Die ursprüngliche Zeichentrickserie „Speed Racer“ entstand nach einer Serie japanischer Mangas (Comic-Hefte). Der Anime-Pionier Tatsuo Yoshida schuf diese Serie unter dem Titel „Pilot Ace“. Daraus entstand 1967 die japanische TV-Serie „Mach Go Go Go“, die sechs Monate später in englischsprachiger Fassung als „Speed Racer“ auf den amerikanischen Bildschirmen und 1971 unter dem gleichen Titel in der ARD debütierte.
„Speed Racer“ war in den USA sofort ein Riesenhit, der die Fantasie der kleinen Amerikaner mit seiner Mischung aus überdrehter Auto-Action, internationalen Intrigen, Familienwerten, Teenie-Romanzen und respektlosem Humor begeisterte. Der junge und furchtlose Held in „Speed Racer“ verhielt sich so ganz anders als das, was man vom TV gewohnt war – er triumphierte über skrupellose Konkurrenten, wenn er in seinem schnellen und ultraschnittigen Mach 5 an Rennen in aller Welt teilnahm.
In den vergangenen 40 Jahren hat es mehrere TV-Fassungen von Speed Racer und seinen Abenteuern hinter dem Lenkrad des Mach 5 gegeben. Jetzt haben sich die Wachowskis der Story angenommen und sie für die große Leinwand aufbereitet – nicht nur mit spektakulären visuellen Effekten und temporeicher Action, sondern auch mit innovativen Kameratechniken und Computerbildern auf dem neuesten Stand der Technik.
Als die Hauptdarsteller von „Speed Racer“ in den Potsdamer Babelsberg-Studios eintrafen, gewährten ihnen die Wachowskis einen ersten Einblick in die Welt, die sie nun betreten sollten: Sie zeigten ihnen Konzeptbilder, Storyboards und Designentwürfe sowie eine längere Vorab-Animation (genannt „Pre-vis“/pre-visualization; die 3-D-Umsetzung des Storyboards) einer der geplanten Rennsequenzen.
„Als wir diese Pre-vis-Sequenz sahen, erstarrten wir vor Ehrfurcht“, berichtet Emile Hirsch, der die Titelrolle des Speed Racer übernahm. „Wir staunten nicht schlecht, als wir merkten, welche intensive Vorarbeit bereits geleistet war, bevor die Dreharbeiten überhaupt begannen. Das sah gar nicht nach Science-Fiction aus wie die ,Matrix‘-Filme, sondern viel magischer. Diesmal geht es eher um Farben als um Dunkelheit.“
„Zwölf Schauspieler befanden sich in diesem Raum, und ich versichere Ihnen, dass es wirklich sehr selten vorkommt, dass so viele Schauspieler beisammen und dabei völlig sprachlos sind“, erinnert sich Matthew Fox, der den Racer X spielt. „Wir sahen uns bloß an und waren total überwältigt. Das war echt aufregend. Nur selten darf man an einem Projekt mitwirken, das ein völlig neues Konzept umsetzt – und dies war ein solcher Moment.“