Action,
Sport
| Australien / Deutschland / USA 2008
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| Produktion: Die Besetzung
Um zwei Dinge geht es in „Speed Racer“ – um Autorennen und um die Racer-Familie, wobei sich das eine nicht vom anderen trennen lässt. „Für Speeds Familie sind Autorennen das tägliche Brot. Nicht umsonst heißen sie Racer“, grinst Emile Hirsch. „Sie arbeiten als eingeschworene Gemeinschaft. Teamwork und Anstand haben oberste Priorität. Wahrscheinlich geht uns die Story deshalb so zu Herzen, denn die ganze Familie ist an dem Abenteuer beteiligt.“
Die Racer bewohnen ein Einfamilienhaus in einem idyllischen Vorort. Dort baut Pops Racer seine Rennwagen in der Garage. Sein ganzer Stolz ist der Mach 5, der mitten im Wohnzimmer geparkt ist. Mom Racer ist das Rückgrat des Haushalts, sie sorgt für eine gute Atmosphäre, weiß immer Rat und ist berühmt für ihre leckeren Backwaren. Speeds vorlauter jüngerer Bruder Spritle und der von der Familie adoptierte Schimpanse Chim-Chim lassen sich von den Erwachsenen nie ausbooten, sondern verstecken sich notfalls im Kofferraum von Speeds Mach 5 oder sonstwo, um immer nah an der Action zu bleiben. Speeds unerschrockene Freundin Trixie hält treu zur Racer-Familie und bewährt sich neben, auf und sogar über der Rennstrecke, wenn sie ihren pinkfarbenen Helikopter besteigt. Und auf Pops’ langjährigen Mechaniker Sparky ist im Familienunternehmen Racer Motors immer Verlass.
Die Poleposition des Titelhelden nahm Emile Hirsch in den Köpfen der Filmemacher schon früh ein – und er hielt sie während des langwierigen Castings, bei dem Hunderte von Darstellern auf drei Kontinenten vorsprachen. „Als ich die Rolle bekam, konnte ich es erst gar nicht fassen“, berichtet Hirsch. „Früher habe ich die ,Speed Racer‘-Serie morgens gesehen, während ich meine Cornflakes aß – ich kenne jede einzelne Folge. Außerdem bin ich ein großer Fan der ,Matrix‘-Trilogie. Entsprechend groß war meine Begeisterung über die Chance, selbst mit Larry und Andy zu arbeiten.“
„Als wir Emile kennenlernten, entsprach er äußerlich unseren Vorstellungen von Speed Racer – er wirkt sehr jugendlich und ist sehr begabt“, berichtet Joel Silver. „Zu dem Zeitpunkt war ,Into the Wild‘ noch nicht angelaufen, aber trotzdem erkannten wir bereits, dass er unseren Film als Hauptdarsteller tragen kann.“
Christina Ricci spielt Trixie, die Frau in Speeds Leben – die beiden sind seit der Grundschule befreundet, und Trixie ist Speeds größter Fan – aufgeweckt, elegant und dickköpfig. Wenn sie Speed nicht von der Tribüne aus zujubelt, kreist sie in ihrem Helikopter über der Rennstrecke und hilft ihm beim Navigieren durch gefährliche Streckenabschnitte.
„Trixie ist mir sehr sympathisch“, sagt Ricci. „Sie ist zu jedem Abenteuer bereit und den Jungs absolut ebenbürtig, ohne dass im Film besonders darauf hingewiesen wird, dass sie ein Mädchen ist. Sie kann einfach alles – sie berät Speed bei der Fahrstrategie, lenkt einen Helikopter und beherrscht Kung Fu, und in jeder Lebenslage trägt sie ein dazu passendes, richtig hübsches Kostüm. Trixie ist ein Wildfang, aber trotzdem sehr weiblich – deswegen bringt es so großen Spaß, sie zu spielen.“
Ricci weiß, wie wichtig persönlicher Stil sein kann: „Als ich bei den Wachowskis vorsprach, war ich richtig scheu, weil ich ihre Filme immer schon schätze. Ich war echt schüchtern und brachte kein vernünftiges Wort heraus, aber dann sah ich, dass sie beide die gleichen Turnschuhe von Chuck Taylor Converse trugen – plötzlich begriff ich, dass alles gut laufen würde.“
Eine weitere unverzichtbare Stütze in Speeds Welt ist die von Susan Sarandon gespielte Mom Racer. Die Oscar-Preisträgerin ließ sich vom Drehbuch der Wachowskis überzeugen, das großen Wert auf den Zusammenhalt der Familie legt. „Mir gefiel die Vorstellung, dass die Racers in ihrer zeitlosen kleinen Kapsel leben und jeden Abend gemeinsam essen“, sagt sie. „Mom Racer ist der Leim, der die Familie zusammenhält.“
„Mom Racer ist eindeutig der Fels in der Brandung“, fügt John Goodman hinzu, der mit Pops Racer den Haushaltsvorstand der Racers darstellt. „Wenn es Probleme gibt, wenden sich alle an sie.“
Pops Racer ist ein genialer Autodesigner und -konstrukteur: Er baut Speeds Rennwagen, so wie er es zuvor für Rex Racer getan hat. „Seit Speeds Kindertagen baut Pops Autos“, sagt Goodman. Der unerschütterliche Pops legt größten Wert auf seine Unabhängigkeit – ihm geht es viel mehr um die Leidenschaft für den Sport als um den Profit.
„Pops ist total genervt über die Angebote, die Royalton Speed immer wieder macht“, fährt Goodman fort. „Er hofft, dass Speed sie ausschlägt, aber er überlässt seinem Sohn die Entscheidung.“
Auch Goodman hat die Zeichentrickserie „Speed Racer“ als Junge im Fernsehen gesehen: „Als die Serie anlief, fand ich sie sehr originell und habe sie mir ständig angesehen. Und als ich dann hörte, dass die Wachowskis eine Realfilm-Version drehen, packte ich die Gelegenheit beim Schopf – ich wollte auf jeden Fall dabei sein.“
Während sich Emile Hirsch, John Goodman und die Wachowskis schon als Kinder für die TV-Serie „Speed Racer“ begeisterten, erging es Matthew Fox ganz anders – er übernimmt im Film die Rolle des geheimnisvollen Racer X. „Ich bin auf einer Farm in Wyoming aufgewachsen – dort gab es kein Fernsehen. Daher habe ich ,Speed Racer‘ als Kind nie gesehen.“ Doch Fox machte seine Hausaufgaben, bevor er die Wachowskis kennenlernte: „Ich habe mir die Zeichentrickserie besorgt, bevor ich Larry und Andy vorgestellt wurde, und als ich mir anschaute, wie Racer X in der Serie auftritt, wollte ich die Rolle unbedingt spielen.“
Sofort entdeckte Fox Gemeinsamkeiten mit den Wachowskis: „Gleich zu Anfang sprachen sie davon, dass sie einen Film drehen wollen, der ihren Nichten und Neffen Spaß machen soll. Ich selbst habe eine zehnjährige Tochter und einen fünfeinhalbjährigen Sohn – daher finde auch ich die Vorstellung echt spannend, dass meine Kinder mich als Racer X sehen werden.“ Über seine Rolle sagt Fox: „Dieser Typ hat es sich durchaus nicht selbst ausgesucht, mit einer Maske herumzulaufen. Er ermittelt verdeckt für eine geheime Polizeibehörde, um die Korruption in der Rennbranche einzudämmen. Für viele Beteiligte geht es dabei um Leben und Tod – deshalb darf seine wahre Identität nicht bekannt werden.“
Auch das ebenso dynamische wie komische Duo aus Racer-Nesthäkchen Spritle und seinem Schimpansen Chim-Chim ermittelt auf seine eigene Art. Beide sind ausgesprochen abenteuerlustig, werden aber gewöhnlich von den Erwachsenen beiseite geschoben. Sie müssen sich also etwas einfallen lassen, um nicht ausgeschlossen zu werden – zum Beispiel verstecken sie sich im Kofferraum von Speeds Mach 5.
„Spritle ist ein kleiner Spitzbube, der den Erwachsenen in nichts nachstehen will“, sagt Schauspieler Paulie Litt, der den Spritle darstellt. „Keiner nimmt ihn für voll. Sie wollen ihn aus allem raushalten, weil er noch ein Kind ist. Sie kapieren einfach nicht, dass er ordentlich was auf dem Kasten hat, obwohl er noch so klein ist. Er hat reichlich Ahnung von Rennen und Wagen und will immer dabei sein. Deswegen passt er auf, dass er nicht abgeschoben wird. Wenn es nach ihm ginge, würde er jedes Rennen im Kofferraum des Mach 5 mitfahren.“
Der während der Dreharbeiten erst elfjährige Litt erhielt die Rolle und stach damit 250 junge Konkurrenten aus. „Davon kann jedes Kind nur träumen“, sagt Litt. „Ich durfte einen Sommer lang in Deutschland vor der Kamera stehen und den ganzen Tag mit einem Schimpansen spielen. Cooler geht’s nicht!“
Eigentlich wird Chim-Chim sogar von zwei Affen namens Willy und Kenzie gespielt. „Sie gehören zu den zwei oder drei Schimpansen auf der Welt, die für eine solche Rolle die entsprechende Ausbildung mitbringen“, sagt der für die Tiere verantwortliche Sled Reynolds. Willy war drei Jahre alt und hatte eine intensive Ausbildung genossen – er war der Hauptakteur, während der ein Jahr jüngere Kenzie als Willys Vertreter und Licht-Double eingesetzt wurde.
Weil Spritle und Chim-Chim praktisch immer gemeinsam auftreten, war ein gutes Verhältnis der beiden unabdingbar. Damit Litt und die Schimpansen sich entsprechend anfreunden konnten, lernten sie sich bereits acht Wochen vor Drehstart kennen. „Paulie verbrachte zwei bis drei Stunden täglich mit Willy und Kenzie und baute so allmählich eine Beziehung zu ihnen auf. Er hat die Affen sehr respektvoll behandelt und ging völlig natürlich mit ihnen um“, berichtet Reynolds.
„Ich mag Tiere sehr gern und war natürlich begeistert darüber, dass ich mit Willy und Kenzie arbeiten durfte“, bestätigt Litt. „Sie sind so freundlich und intelligent, haben sehr unterschiedliche Persönlichkeiten und unterscheiden sich auch im Gesichtsausdruck – genau wie du und ich.“
Der Milliardär E.P. Arnold Royalton erkennt schnell das überragende Talent von Speed Racer – und damit auch die Gefahr für sein eigenes Imperium, den multinationalen Konzern Royalton Industries. Deshalb macht er Speed ein lukratives Angebot: Wenn er Royalton als Sponsor akzeptiert, bekommt er die neueste Ausrüstung und die besten Trainingsbedingungen.
„Royalton macht Speed ein Angebot, wie man es nur einmal im Leben bekommt – doch daran sind bestimmte Bedingungen geknüpft“, sagt Hirsch. „Speed hat die Wahl: Wenn er für Royalton fährt, wird er reich. Wenn er weiter als Unabhängiger antritt, sind seine Gegner Fahrer, die von mächtigen Tycoonen gesponsert werden. Als Speed Royaltons Angebot ausschlägt, droht ihm Royalton mit dem Hinweis, dass alle Rennen vorab abgesprochen sind: Speed wird ohne Royaltons Hilfe kein einziges Rennen mehr gewinnen. In diesem Moment beschließt Speed, es Royalton zu zeigen und für den Sport zu kämpfen, der sein Ein und Alles ist.“
Die Rolle des habgierigen Chefs von Royalton Industries vertrauten die Wachowskis dem renommierten britischen Schauspieler Roger Allam an, der bereits in ihrem Film „V for Vendetta“ (V wie Vendetta) aufgetreten war. Dazu Allam: „Ich arbeite sehr gern wieder mit Larry und Andy zusammen. Die Brüder schaffen eine sehr lockere Atmosphäre am Set und bilden ein tolles Duo.“
Allam beschreibt Royalton als „Selfmademan. Er stammt durchaus nicht aus einem wohlhabenden Clan, wie man bei jemandem seiner Stellung vermuten könnte. Er hat als ehrgeiziger Geschäftsmann angefangen und hart für seinen Erfolg gearbeitet – so entstand sein großes Industrieimperium. Er ist so mächtig, dass er meint, jedes Rennen beeinflussen zu können.“
Bei Royaltons aktueller Intrige geht es um die Manipulation zweier konkurrierender Familien im Rennbetrieb der WRL: Musha Motors und Togokahn Motors. Der Chef von Musha Motors, Mr. Musha, wird von dem berühmten Japaner Hiroyuki Sanada dargestellt.
„Mr. Musha ist mit Haut und Haar Geschäftsmann“, stellt Sanada fest. „Schon lange möchte er die Kontrolle über seinen Hauptmitwettbewerber Togokahn Motors gewinnen. Royalton weiß das und bietet Musha an, ihm Togokahn auf dem Silbertablett zu servieren. Dafür will er das Transponder-Werk von Musha Motors übernehmen. Durch diesen Deal erhält Musha die Oberhand über seinen Konkurrenten – und Royalton beherrscht den Transponder-Markt.“
Auch Sanada hat in seiner Jugend die japanische Serie „Mach Go Go Go“ gesehen: „Ich habe die Titelmelodie heute noch im Ohr. ,Speed Racer‘ ist ein wichtiges Kapitel in der Erfolgsgeschichte des japanischen Zeichentricks in den USA. Und die Wachowskis schreiben mit jeder ihrer Produktionen Filmgeschichte – umso mehr freue ich mich, in diesem Film mitzuwirken.“
Auf seine Art macht auch der sensationelle koreanische Popstar Rain Geschichte – vor kurzem nahm ihn das Magazin TIME in die Liste der „100 einflussreichsten Menschen“ auf. Mit „Speed Racer“ gibt Rain sein amerikanisches Debüt als Taejo Togokahn, Hauptfahrer und zukünftiger Erbe von Togokahn Motors.
„Ich bin überzeugt, dass Rain die Zuschauer in diesem Film überwältigen wird. Er besitzt große Leinwandpräsenz, die uns sofort fesselt“, sagt Silver.
Als Taejo muss Rain seinen Familiennamen verteidigen, denn durch Royaltons Intrige gerät er in Bedrängnis. „Togokahn Motors wird seit fünf Generationen von Taejos Familie geleitet“, berichtet Rain. „Seit Taejos Familie in das Unternehmen einstieg, hat sich der WRL-Rennsport im Laufe der Generationen stark gewandelt. Früher galten Ehre und Anstand etwas in diesem Sport, doch jetzt scheint es nur noch um Image, Marken und Profit zu gehen. Wie Speed muss auch Taejo das Familienunternehmen schützen.“
Royaltons finsteren Plänen zur Übernahme von Togokahn Motors ist auch Inspector Detector auf der Spur – diese Rolle übernimmt Benno Fürmann. „Inspector Detector ermittelt seit Jahren wegen der Korruption in der World Racing League“, berichtet Fürmann. „Inzwischen hat er sich mit Racer X zusammengetan, um Royaltons Komplott aufzudecken. Aber damit ihnen das gelingt, brauchen sie die Unterstützung von Speed Racer.“
Zu den Hauptdarstellern gehören auch der australische Schauspieler Kick Gurry in der Rolle des Sparky, der als Mechaniker von Racer Motors praktisch zur Familie gehört, und Richard Roundtree als legendärer WRL-Fahrer und einstiger Grand-Prix-Champion Ben Burns.
Fans der Fernsehserie erinnern sich vielleicht an Speeds Erzfeinde Snake Oiler, Cruncher Block und Gray Ghost – im Film werden sie von Christian Oliver, John Benfield und Moritz Bleibtreu gespielt. Die Wachowskis stellen auch neue Rivalen vor: Jack „Cannonball“ Taylor, einen der erfolgreichsten Fahrer der WRL und Star des Royalton-Teams, gespielt von Ralph Herforth; den von Ashley Walters dargestellten Prinz Kabala, dessen Wagen von kostbaren Juwelen übersät ist und auf 22 Millionen Dollar geschätzt wird; die von Jana Pallaske gespielte Delila, Leiterin des Teams Flying Foxes Freight, die mit ihren abgedrehten Renntaktiken Speeds Chancen auf den Sieg vermindern könnte; und Kellie „Getriebe“ Kalinkov, die beim Grand Prix gegen Speed antritt und von der unabhängigen venezolanischen Fahrerin Milka Duno dargestellt wird.
Obwohl die Besetzung der internationalen Schauspieler keine leichte Aufgabe war, meint Produzent Grant Hill: „Indem sie die Welt von ,Speed Racer‘ bevölkern, haben Larry und Andy wunderbare Arbeit geleistet. Es war echt cool, so viele unterschiedliche Sprachen am Set zu hören – ein internationales Projekt wie ,Speed Racer‘ verdient auch eine wirklich internationale Besetzung.“
„Wir haben eine erstaunliche Bandbreite in unserer Besetzung, aber alle Beteiligten passen perfekt zu ihren Rollen“, bestätigt Joel Silver. „Es war toll zu beobachten, wie gut Susan und John mit den jüngeren Darstellern wie Emile, Christina und Paulie harmonieren. Sie sind am Set zu einer Familie zusammengewachsen.“