Es stellt sich schnell heraus, dass sich Nick mit den falschen Leuten angelegt hat. „Ich spiele einen Kerl namens Billy Darley“, erklärt Schauspieler Garrett Hedlund, „er ist der Anführer einer Bande von Jungs, die zusammen auf der Straße aufgewachsen sind. Ihr Weg ist in gewisser Weise vorgezeichnet – sie haben sich dieses Leben nicht ausgesucht. Billys Vater Bones (John Goodman) ist dagegen ein knochenharter Revolverheld. Billy arbeitet für ihn und seine Jungs arbeiten für Billy.“ „Er ist ein kriminelles Schwergewicht“, sagt Goodman über seine Figur. „Seine zwei Söhne arbeiten für ihn, sie verkaufen Koks und Speed auf der Straße. Bones dagegen handelt mit Waffen. Er ist ein richtiger Bösewicht – so wie Fagin in OLIVER TWIST.“
„DEATH SENTENCE – TODESURTEIL trifft einen ins Mark, weil sich alles um die Familie dreht“, meint Hedlund. „Am Beispiel von Nick Hume und Billy Darley sieht man, was passiert, wenn jemand einer Familie zu nahe kommt bzw. von ihr getrennt wird.“ Und so geht es den beiden so unterschiedlichen Gegnern eigentlich um dasselbe: Sie wollen ihre Familien rächen. Es gibt aber noch einen weiteren Grund, warum sich der Film von anderen unterscheidet. Garrett Hedlund dazu: „Der von Kevin Bacon gespielte Charakter ist ein ganz normaler Geschäftsmann, der auf völlig unzurechenbare Art reagiert.“ Wie eine Löwin, die ihr Junges verteidigt, kämpfen die beiden Männer um ihr Revier. Je mehr Familienvater Nick den Bösewicht Billy Darley bedrängt, desto wütender wird dieser. Hier kommt auch ein wenig Eifersucht ins Spiel, weil Nick etwas repräsentiert, was Billy niemals haben wird: Ein intaktes Familienleben.
„Bones macht seinen eigenen Sohn die ganze Zeit schlecht“, erzählt Hedlund. „Es gibt ständig Auseinandersetzungen zwischen den beiden – irgendwann hält Billy das nicht mehr aus und wird verrückt. Er ist wahnsinnig vor Zorn.“ Bones dagegen ist frustriert; John Goodman weiß auch warum: „Er hasst einfach alles: seine Kinder, das Klassendenken, die ganze Welt. Bones mag vielleicht der König seiner eigenen kleinen Welt sein, aber diese Welt ist eigentlich nur ein Haufen Mist. Er steht vor dem Nichts.“
So speziell die Themen Rache, Eifersucht und Verteidigung auch sein mögen, geht es James Wan auch darum, sein Publikum auf einen überwältigenden Trip mitzunehmen. „Stilistisch gibt es ein Element der Bande, das wie in einem Western daherkommt“, meint Kevin Bacon. „Gerade im letzten Kapitel nimmt der Film starke Anleihen an diesem Genre. Der Unterschied besteht darin, dass Nick alles andere als ein traditioneller Heldentyp ist. Er ist kein schlechter Kerl, im Laufe des Films wird er aber immer mehr dazu.“