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    Drama, Romanze | Frankreich / Großbritannien 2007
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      • | Casting

      • Für Regisseur Wright war es von Bedeutung, Schauspieler zu engagieren, deren Alter dem der jeweiligen Figuren entsprach, die sie in „ABBITTE“ verkörpern sollten. Das war die Vorgabe, als es an der Zeit war, die Rolle der Cecilia Tallis zu besetzen; die erste Wahl von Working Title fiel auf Keira Knightley, die für ihre Rolle als Elizabeth Bennet in „Stolz und Vorurteil“ mit einer Oscarnominierung bedacht worden war.

        Über die Zusammenarbeit mit Keira Knightley meint Regisseur Wright: „Als ich an die Figur der Cecilia dachte, fiel mir sofort Keira ein, und ich war davon überzeugt, dass sie dafür bereit war. Cecilia ist nicht nur eine hübsche Frau, sondern eine Charakterrolle; sie ist eine sehr komplexe Figur, denn sie ist ja nicht gerade eine Sympathieträgerin, doch dann wird sie durch ihre Liebe zu Robbie und seine Liebe zu ihr erlöst.“

        Die Zusammenarbeit, die Wright und Knightley im Verlauf der Dreharbeiten zu „Stolz und Vorurteil“ entwickelten, führte auch während der Dreharbeiten zu „ABBITTE“ zu einem tie-feren gegenseitigen Verständnis und Respekt für die Herangehensweise des Anderen.

        Wright meint begeistert: „Was mich an Keiras Performance wirklich beeindruckt ist die Tat-sache, dass sie keine Angst davor hatte, jemanden zu spielen, der eigentlich eher kalt und schwierig und ungelenk wirkt. Ich finde, es war sehr mutig von ihr, diese Rolle anzunehmen, denn viele Schauspieler haben panische Angst davor, durch die von ihnen gespielten Rollen nicht gemocht zu werden.“

        Knightley erklärt, was sie zu der Figur der Cecilia hingezogen hat – eine Figur, die sich stark von ihren bisherigen Rollen unterscheidet: „Ich mag diese Figur, weil sie eine Frau ist. Sie weiß genau, wer sie ist, doch sie weiß nicht, wofür sie sich entscheiden soll, und steht daher im Konflikt mit sich selbst. Sie bemerkt nicht, dass sie eigentlich echte Gefühle für Robbie hegt, mit dem sie ja aufgewachsen ist, und sie will nicht zugeben, dass sich über diese Art von Geschwisterbeziehung hinaus eine ganz andere Beziehung anbahnt.“

        Für Wright war ausschlaggebend, dass die Rolle des männlichen Protagonisten Robbie Turner – dem Sohn der Hausverwalterin der Tallis, ein intelligenter junger Mann, der auf Kosten der Familie Tallis sogar in Cambridge studiert hat – von einem Schauspieler gespielt würde, der über das Talent verfügt, die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen und auf diese Reise mitzu-nehmen, beginnend in einer Zeit der Hoffnung und des Wohlstandes bis hin zu den Schrecken des Zweiten Weltkrieges.

        Für diese entscheidende Rolle wurde James McAvoy engagiert. Regisseur Wright erklärt: „James stammt aus der Arbeiterschicht, und das war für das Casting von Robbie ausschlagge-bend, denn seine Geschichte ist die eines Jungen aus der Arbeiterklasse, der zum Teil durch die Arroganz einer Familie der Oberschicht vernichtet wird. James hat außerdem viel Seele und keine Angst, sie auch zu zeigen. In der Beschreibung seiner Figur heißt es, er habe einen „optimistischen Blick“ - und genau den hat James auch.“

        McEwan spricht über die Chemie, die auf der Leinwand zwischen Cecilia und Robbie zu spü-ren ist: „Keira und James sind großartig zusammen. Besonders gefällt mir die Szene in der Bibliothek. Das ist eine wunderbare Gelegenheit für Cecilia, ihre innere Anspannung abzu-bauen – eine abweisend wirkende junge Frau aus der Oberschicht, die keinen Zugang zu ihren eigenen Gefühlen hat. In der Bibliothek stellt sie sich all ihren Gemütsregungen in einer wahren Flut aus emotional und erotisch aufgeladener Hochspannung.“

        Wright wurde vor sieben Jahren in einer Inszenierung am Hampstead Theatre zum ersten Mal auf James McAvoy aufmerksam. Als der Schauspieler nun für die Rolle des Robbie vorsprach, meint Wright, sei er „so gut gewesen, dass man gar nicht anders kann als ihn zu lieben, und wenn er lächelt, muss man einfach auch lächeln, und wenn er weint, dann weint man mit ihm.“

        McAvoy war außer sich vor Freude, als Robbie an diesem Film mitwirken zu können und dabei die Gelegenheit zu haben, mit Regisseur Wright zusammenzuarbeiten. Der Schauspieler berichtet: „Robbie ist eigentlich so etwas wie ein Engel. Er ist sehr aufrichtig und eine der schwierigsten Rollen, die ich bisher gespielt habe. Joe ist so umfassend – er begeistert die Zuschauer, die Schauspieler, begreift die Geschichte, die er erzählt, und weiß genau, wie er die Darsteller besser macht. Und er ist wirklich in seine Figuren verliebt.“

        Auch Vanessa Redgrave, die als älteste Darstellerin die Rolle der Briony Tallis spielt, ist voll des Lobes für den Regisseur: „Er geht brillant mit Schauspielern, um und der Film war wun-derbar vorbereitet.“

        Die jüngste der Briony-Darstellerinnen ist Newcomerin Saoirse Ronan. Nach etlichen Vor-sprechterminen und langer Suche nach einer jungen Schauspielerin für diese Rolle stieß Wrights Casting-Direktorin Jina Jay auf die 12jährige irische Schauspielerin, deren Einfüh-lungsvermögen ihr Alter bei weitem übertrifft, weshalb sie auch die Idealbesetzung für die junge Schriftstellerin Briony war.

        Im Laufe der sechs Wochen, in denen Ronan bei den Dreharbeiten zu „ABBITTE“ am Set mitwirkte, war Wright stets beeindruck von dem großen Talent, das Ronan bei der Darstellung der 13jährigen Briony unter Beweis stellte. Briony ist ein verwirrtes junges Mädchen, das für Robbie Gefühlte entwickelt, die sie selbst nicht versteht, und das eine äußerst lebhafte Phantasie hat.

        Wright sagt über Ronan: „Viele Schauspieler setzen ihre eigenen emotionalen Erfahrungen und Vorstellungskraft ein, auf gewisse Weise ersetzen sie die Gefühle der Figur durch ihre eigenen Gefühle - und es gibt dabei keine richtige oder falsche Methode. Doch Saoirse tut das nicht; sie stellt sich einfach vor, wie es wäre, Briony Tallis zu sein, und entwickelt eine solche Empathie, dass sie die Gefühle eines anderen Menschen wirklich nachempfinden und ausdrü-cken kann. Das ist wirklich eine große Gabe; sie hat mich jeden Tag aufs Neue überrascht, ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.“

        Die anspruchsvolle Rolle der 18jährigen Briony bekam Romola Garai, die als letzte des Drei-ergespanns besetzt wurde und sich deshalb physisch in den Look einfügen musste, der bereits für die jüngere und die ältere Briony festgelegt worden war. Romola folgte auch in ihren Be-wegungen den Vorgaben von Saoirse und arbeitete mit einem Voice Coach zusammen, um ihre Stimme in eine ähnliche Tonlage zu bringen.

        Abgerundet wird die hochkarätige Besetzung von der preisgekrönten Schauspielerin Brenda Blethyn, die in „Stolz und Vorurteil“ die Rolle als Mrs. Bennet innehatte, sowie Benedict Cumberbatch, Patrick Kennedy, Juno Temple, Peter Wight, Daniel Mays, Nonso Anozie, Gi-na McKee, Michelle Duncan, Harriet Walters und Alfie Allen.

        Zur Besetzung insgesamt meint Produzent Tim Bevan: „Es gibt zurzeit eine sehr spannende Gruppe junger britischer Schauspieler zwischen 18 und 28, die wirklich großes Talent mit-bringen, und Joe hat vier von ihnen in diesem Film… Keira, Romola, Benedict und James.“

        Zusätzlich zu den Haupt- und Nebendarstellern wurden in Redcar rund tausend junge Männer als Statisten für Soldatenrollen engagiert; diese Soldaten waren verletzt oder lagen gar im Sterben und warteten an den Stränden von Dünkirchen darauf, sicher nach Hause zurückbe-fördert zu werden.

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