Donnerstag | 31. Mai 2012 | 03:01 Uhr
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  • The Strangers

    Thriller | USA 2008
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      • | Produktion: Das Casting

      • Um die Vision von Autor Bertino so präzise wie möglich umzusetzen, schwebte den Produzenten eine Hauptdarstellerin vor, die man nicht mit Horrorfilmen in Verbindung bringt. „Liv Tyler ist eine Schauspielerin, die zugleich wunderschön und sehr zugänglich ist“, begründet Bertino die Wahl. „Als ich hörte, dass sie an der Rolle interessiert sei, bedurfte es nur noch eines einzigen Treffens und sie hatte den Part.“ Tyler, die seit ihrer Rolle als Elfen-Prinzessin Arwen in Peter Jacksons Der Herr der Ringe Trilogie (The Lord of the Rings, 2001 – 2003) einem ganz großen Publikum bekannt ist, war gleich beim ersten Lesen begeistert vom Drehbuch. „Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen“, so die Schauspielerin. „Es war das erste Skript seit Jahren, von dem ich genau wusste, dass ich beim Dreh unbedingt dabei sein will.“ Die Gründe dafür kann sie schnell benennen: „Ich sah gleichzeitig eine Lovestory, ein Drama und eine Horrorgeschichte – drei ganz unterschiedliche Genre, die hier unkonventionell zusammengebracht wurden. Ich mag die Art, wie es Bryan gelingt, sehr viel zu sagen, aber nicht alles zu verraten. In anderen Filmen wird immer alles erklärt, hier bleiben Fragen offen. Ich hatte riesige Lust, mich auf dieses Abenteuer einzulassen.“

        Komplettiert wurde das ungückliche Pärchen in THE STRANGERS von Scott Speedman, der zuvor als Blutsauger in den beiden Action-Abenteuern Underworld (2003) und Underworld: Evolution (2006) für Furore gesorgt hatte. Ihn reizte an seinem Part besonders, „dass James und seine Freundin Kristin nicht aufgrund ihrer Vergangenheit von ihren Peinigern ‚erwählt’ worden sind. Es gibt kein übernatürliches Element in der Geschichte. Wie einst die Manson Family wollen die Eindringlinge einfach nur Schmerz und Gewalt zufügen.“ Speedman war von den gleichen Elementen wie die anderen Team-Mitglieder in den Bann gezogen: „Bryan steigt bei seinem Skript nicht gleich ins Horrorszenario ein, er gibt den Zuschauern die Möglichkeit, mit den Charakteren zu atmen.“ Doch nicht nur die Story zog Speedman in den Bann, auch die berechtigte Hoffnung, Seite an Seite mit einer der charismatischsten jungen Schauspielerinnen Hollywoods arbeiten zu können, ließ ihn für das Projekt entflammen: „Mal abgesehen davon, dass ich da eines der besten Skripts überhaupt in der Hand hielt, durfte ich mit Liv Tyler vor der Kamera stehen! Sie spielt immer unglaublich organisch – und könnte wohl sogar mit einem Bettpfosten eine Chemie herstellen.“

        Tyler kann das Kompliment nur zurückgeben: „Ich habe noch mit keinem anderen Schauspieler so nah zusammengearbeitet – wir sind ja in fast allen Szenen gemeinsam zu sehen. Scott ist unglaublich freigiebig und fürsorglich, was sehr dabei half, die Intimität herzustellen, die das Drehbuch forderte. Schließlich wollten wir auch zeigen, wie nah sich Kristen und James sind.“ Sowohl Speedman als auch Tyler waren erstaunt, als sie erfuhren, dass der Autor eines solch kraftvollen und ausgeklügelten Drehbuchs jünger war als sie selbst. „Ich war echt baff“, gesteht Tyler, „mit einem so jungen Regisseur zusammenzuarbeiten. Aber er hatte ein unglaubliches Gespür – nicht nur für die beiden Hauptfiguren und ihr Verhältnis untereinander, sondern auch für die Eindringlinge und den Film als Ganzes.“

        Die Begeisterung auf Seiten des Regisseurs war nicht minder groß: „Ich hatte echt wahnsinniges Glück, dass Liv und Scott so viel Eigenleben in das, was ich geschrieben hatte, einbrachten. Es war extrem hilfreich, die Charaktere mit den beiden auszuformulieren, bevor es an den Dreh ging. Diese Vorarbeit war gerade für die Szenen wichtig, in denen es kaum oder gar keinen Dialog gab.“ Nachdem die beiden Hauptrollen unter Dach und Fach waren, machte sich das Team daran, die Parts der Eindringlinge zu besetzen. Dazu musste ein besonderes Casting abgehalten werden, schließlich sollten die Performer pures Grauen bei den Zuschauern hervorrufen, ohne das man auch nur einmal ihre Gesichter zu sehen bekommt.

        Der ausführende Produzent Sonny Mallhi erklärt, auf welch unkonventionelle Art das Casting vor sich ging: „Wir baten die Schauspieler uns zu erklären, wer die ungebetenen Gäste für sie waren. Das half uns dabei, Akteure zu finden, die nicht den üblichen Horror-Bösewichten entsprachen.“ Man nehme nur die zarte Schauspielerin Gemma Ward: Als „Dollface“ kommt sie zwar süß und unschuldig daher, aber als erste der ungebetenen Besucher macht sie gleichzeitig eine extrem einschüchternde Figur. „Ich hatte immer einen bestimmten Look für ‚Dollface’ im Hinterkopf“, berichtet Bertino. „Diese Frau musste eine schöne und warme Aura vorweisen und doch eine gewisse Bedrohlichkeit ausstrahlen – vielleicht gar eine größere Bedrohlichkeit als die anderen Fremden. Nachdem ich Gemma kennen gelernt hatte, wusste ich, dass sie ideal für den Part war – besonders deshalb, weil da eine Menge hinter dem zarten Ausdruck ihres Gesichts vor sich ging. Für eine junge Frau besitzt sie eine alte Seele. Durch sie wurde ‚Dollface’ auf ein höheres Level gehoben, sie gewann der Figur jeden Tag neue Fassetten ab.“

        Das Supermodel, das in THE STRANGERS ihren ersten großen Filmauftritt hat, war von Anbeginn Feuer und Flamme für ihre Rolle. „Ich bin ein echter Horror-Fan und als ich Bryan Skript las dachte ich: ‚Wow, das ist was ganz Anderes!’, schwärmt Ward. „Diese Geschichte ist so roh und so intensiv. Egal, wie Kristen und James auch um Gnade bitten, die Eindringlinge ziehen einfach ihre Sache durch. Zur Inspiration las ich ‚Helter Skelter’ und dachte mich auf diese Weise in die Köpfe durchgedrehter Mädchen.“

        Auch Kollege Kip Weeks, der unlängst im Sportdrama Spiel auf Sieg (Glory Road, 2006) zu sehen war, ist vom Bösen seiner Figur fasziniert. Er spielt den „Maskenmann“ und glaubt, dass dieser wie auch die beiden anderen Eindringlinge „alle Rationalität schon längst hinter sich gelassen hat. Die Vorstellung, dass jeder ganz unverhofft selbst Opfer solcher Menschen werden kann, macht THE STRANGERS so fesselnd und verstörend für mich.“ Über den einzigen männlichen Eindringling von THE STRANGERS sagt Mallhi: „Wir wollten, dass der ‚Maskenmann’ furchteinflößend ist – aber nicht nach Art gängiger Horrorfilme. Kip ist groß, aber nicht massiv. Und er weiß genau, wie er glaubhaft macht, dass seine Figur all die schrecklichen Dinge wirklich tun will.“

        Der Part der Dritten im bösen Bunde, das „Pin-Up Girl“, wurde schließlich an Laura Margolis vergeben, die man in den USA vor allem aus der TV-Serie „Dirty Sexy Money“ (2007/2008) kennt. „Laura bewies ein erstaunliches Einfühlungsvermögen“, sagt Mallhi. „Außerdem ist sie ein bisschen kleiner als Kip und Gemma, das passte sehr gut zu ihrer Rolle,immerhin ist sie die Sanfteste der Drei.“ Margolis weiß noch ganz genau, wie sie gebannt das Drehbuch verschlang: „Ich konnte es gar nicht schnell genug lesen. Da war so viel Tiefe in den Figuren.“

        Jetzt blieb nur noch die Rolle des Mike zu besetzen, der gänzlich unvorbereitet im Ferienhaus auftaucht, um seinen Kumpel James abzuholen. In Glenn Howerton, bekannt aus der Fernsehserie „It’s Always Sunny in Philadelphia“ (2005 – 2008), fand man schnell den passenden Darsteller. Sonst vor allem für Komödien gebucht, genoss er es besonders, endlich mal in einem Horrorfilm mitzumachen.

        Als Fan von einschlägigen Klassikern wie Freitag, der 13. (Friday the 13th, 1980) war er besonders angetan vom smarten Skript. „Hier geht es weniger darum, dass plötzlich eine Katze vom Schrank springt und miaut und alle schreien erschreckt auf“, preist Howerton das Drehbuch von Bryan Bertino. „Das Grauen sitzt tiefer: Hier geht es um Psychologie!“

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