FILMDETAILS | Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street
Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street
Thriller,
Drama,
Musical,
Krimi
| Großbritannien / USA 2007
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| Erster Akt: „Sweeney Todd“ wird für die Leinw
Nachdem Parkes und MacDonald die Filmrechte zu „Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street“ erworben hatten, engagierten sie ihren langjährigen Mitarbeiter John Logan, der für das Studio bereits den Oscar-preisgekrönten „Gladiator“ (Gladiator) geschrieben hatte. Bevor Logan seine Kinofassung in Angriff nahm, arbeitete er sich sechs Monate lang in Sondheims Partitur ein – „ganz allein, um mich voll und ganz auf dieses Monster einzustellen“, verrät er. „Und ich verglich Chris Bonds Bühnenmelodram mit Hugh Wheelers Libretto zum Musical. Schließlich konnte ich die Musik vorwärts und rückwärts singen. Dann fuhr ich nach New York, wo ich den Stoff mit Stephen durchgearbeitet habe.“
Wenn ein dreistündiges Musical zu einem zweistündigen Film umgeschrieben wird, muss natürlich gekürzt werden. Einige Songs fielen ganz weg, andere wurden gestutzt: „Wir haben einige Strophen weggelassen, andere Stellen aber auch erweitert“, erklärt Logan. „Es war relativ aufwändig, die Kürzungen festzulegen und der Sache eine Form zu geben.“
Auch die Story wurde deutlich verändert: „Wir wollten uns voll und ganz auf Sweeney Todds Schicksal konzentrieren – sekundäre und tertiäre Handlungsstränge fielen weg. Auf der Bühne singt Todds Tochter Johanna sehr viel ausführlicher – sie und Anthony sind eher typische Musical-Figuren, und ich war davon überzeugt, dass wir uns auf Sweeney Todd und Mrs. Lovett konzentrieren mussten, und in gewissem Umfang auch auf Toby. Aber dieses Dreieck sollte unbedingt im Mittelpunkt stehen.“
Stephen Sondheim nahm die Filmversion von „Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street“ zum Anlass, um bestimmte Songzeilen zu ändern. Außerdem schrieb er einige neue Verse, um der veränderten Erzählstruktur Rechnung zu tragen. „Ein Bühnenstück funktioniert anders als ein Kinofilm“, erklärt Sondheim. „Im Theater ist man bereit, einem Sänger zuzuhören, der drei Minuten lang auf der Bühne sitzt und über ein Thema singt. Aber auf der Leinwand kapiert man sehr schnell, was Sache ist – da wird der Song schnell zweieinhalb Minuten zu lang. Das Problem besteht also darin, die Musik in ihrer Geschlossenheit zu erhalten, während man sie einkürzt. John hat allerdings sehr viel von der Musik übernommen, und doch gelingt es ihm, das Filmische der Songs zu betonen.“
Laut Vertrag konnte Sondheim bei der Besetzung von Sweeney Todd und Mrs. Lovett sowie der Wahl des Regisseurs mitbestimmen.
„Er ist eine sehr beeindruckende Persönlichkeit“, sagt Burton über den legendären Komponisten. „Sehr intelligent, sehr leidenschaftlich, ein Genie auf seinem Gebiet. Was mir aber am meisten Respekt und Dankbarkeit abringt – er kann loslassen: Hier geht es nicht um eine Bühneninszenierung, sondern um einen Film. Macht das Beste draus! Ich fühlte mich von ihm sehr unterstützt. Was mich auch beeindruckte und was ich sofort sympathisch fand, als ich ihn kennenlernte: Er erzählte mir, wie er seine Lieder an Bernard Herrmanns Filmmusikstil orientierte. Tatsächlich ist es interessant, den Gesang einmal wegzulassen – dann hört sich das genau wie eine Musik von Bernard Herrmann an. Das haben wir bei den Aufnahmen gemerkt – wirklich verblüffend. Als er mir das erzählte, reagierte ich sofort: ,Das will ich unbedingt inszenieren.‘“
„Er ist der ideale Regisseur für diesen Film“, sagt Sondheim über Burton. „In mancher Hinsicht ist dies sein einfachster, direktester Film, aber man merkt genau, dass er eine Geschichte erzählt, die es ihm angetan hat. In der Story passiert bereits so viel, sodass er nichts dazuerfinden muss. Er hat sich mit großem Enthusiasmus in die Arbeit gestürzt und das Thema – pardon! – direkt an der Gurgel gepackt.“
„Keiner könnte ,Sweeney Todd‘ besser inszenieren als Tim“, bestätigt auch Produzent Richard D. Zanuck. „Zwischen dem Sujet und Tims Stil bestehen unübersehbare Gemeinsamkeiten. Er ist bekannt für seine eigenwilligen, eleganten Bilder, aber im Grunde ist er ein Dramatiker, der uns einfache, menschliche Liebesgeschichten erzählen will. Tim Burton ist auf diese Welt gekommen, um den Film ,Sweeney Todd‘ zu inszenieren.“