FILMDETAILS | Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street
Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street
Thriller,
Drama,
Musical,
Krimi
| Großbritannien / USA 2007
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| Epilog
Die ersten Zuschauer, die „Sweeney Todd“ zu sehen bekamen, waren die Besucher des Filmfests in Venedig im September 2007, wo Burton für sein Lebenswerk mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet wurde. Dabei zeigte er acht Minuten des Films, darunter auch Depp mit dem Lied „My Friends“. Diese Ausschnitte wurden vom Publikum enthusiastisch aufgenommen.
„Ich bete darum, dass der Film wenigstens halb so vergnüglich, spannend und mitreißend ist wie die Dreharbeiten“, sagt Bonham Carter. „Eigentlich muss er einfach großartig werden. Denn Sondheim und Tim sind das ideale Team, ihre Gefühlswelt deckt sich, sie haben den gleichen schwarzen Humor. Die romantische, zärtliche Musik liegt ihnen – Tim und auch Johnny sind sehr zartfühlend.“
„Immer besteht die Gefahr, dass Puristen sich aufregen, weil es Abweichungen von der Bühnenfassung gibt und einige Musikstücke fehlen“, meint Burton. „Ich versuche mich so genau wie möglich ans Original zu halten, weiß aber trotzdem nicht, wie die Puristen reagieren werden. Doch wie viele Puristen gibt es schon? Ein Film wie dieser ist kaum berechenbar, weil es sich um ein nicht jugendfreies Musical voller Blut handelt – Leute, die sich Broadway-Shows ansehen, schauen sich normalerweise keine Splatterfilme an, und Freunde des Splattergenres sieht man selten am Broadway.“
Freunde des originalen Musicals weist Sondheim darauf hin, dass einiges daraus gekürzt worden ist: „Aber ich empfehle jedermann, die Erinnerung an die Bühnenshow für die Dauer des Kinobesuchs zu vergessen, denn im Gegensatz zu allen mir bekannten Verfilmungen von Bühnenmusicals wird hier versucht, den Stoff komplett in einen Film zu verwandeln. Die Qualität von ,Sweeney Todd‘ besteht gerade in dem Umstand, dass es sich nicht um eine abgefilmte Bühnenshow handelt. Dies ist ein Kinofilm nach einer Bühnenvorlage.“
„Am gespanntesten bin ich auf die Zuschauer, die noch nie von Stephen Sondheim gehört und noch nie im Leben eine Broadway-Show gesehen haben – wie werden sie auf dieses majestätische Werk reagieren?“, fragt sich Logan. „Sie hören eine Musik, die sich deutlich von allem unterscheidet, was ein amerikanischer Komponist je geschrieben hat. Sie erleben eine ihnen unbekannte, sehr originelle Geschichte. Und sie werden begreifen, warum wir, die ,Sweeney Todd‘-Fans, das Stück schon so lange und leidenschaftlich lieben. In gewisser Weise werden sie den Platz von John Logan oder Tim Burton einnehmen, die es zum ersten Mal erleben und eine Leidenschaft entwickeln, die 25 Jahre anhalten wird. Im Grunde ist ,Sweeney Todd‘ ein Horror-Musical. Ein Horrorfilm mit Musikunterstützung. Daneben ist es aber auch eine mitreißende Charakterstudie und eine wunderbar schwarze Komödie. Eine Fingerübung im Grand Guignol. Vor allem aber beste Unterhaltung. Stephen Sondheims Genie und Tim Burtons Genie treffen sich in Sweeney Todds Welt und schaffen etwas Unverwechselbares, das uns bestens unterhält.“