FILMDETAILS | Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street
Sweeney Todd - Der teuflische Barbier aus der Fleet Street
Thriller,
Drama,
Musical,
Krimi
| Großbritannien / USA 2007
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| Die Legende von Sweeney Todd
„Bei der Vorbereitung dieser Produktion sagte ich zu den Studiochefs: ,Jungs, ihr wisst ja, dass in diesem Film eine Menge Blut fließt‘“, erinnert sich Regisseur Tim Burton, dem natürlich klar war, dass eine derart irre Story ohne Blut genauso wenig auskommt wie Mrs. Lovetts berüchtigte Pasteten, denn Sweeney Todd ist nun mal eine Horrorfigur, wie sie im Buche steht.
Obwohl manche behaupten, dass es Sweeney Todd nie gegeben hat, haben andere eine detaillierte Chronik über den legendären „dämonischen Barbier“ aus der Fleet Street des 18. Jahrhunderts zusammengetragen. Von den Boulevardzeitungen, die ihn ausschlachteten, über die penny dreadfuls, die ihn ausbeuteten, bis zur Theaterbühne, auf der er unsterblich wurde, bestätigt „Sweeney Todd“ die These: „Wenn die Legende zur Tatsache wird, drucke lieber die Legende“ (ein Zitat aus John Fords „The Man Who Shot Liberty Valance“/Der Mann, der Liberty Valance erschoss).
Sweeney Todd kam angeblich 1748 zur Welt – er war das einzige Kind armer, alkoholkranker Seidenfabrikarbeiter. Damals litt ganz London unter Epidemien, Schmutz, Armut und Korruption, und auch der junge Todd arbeitete bald neben seinen Eltern in den Textilmanufakturen. Mutter und Vater verschwanden unter mysteriösen Umständen, und der 14-jährige Todd wurde wegen eines geringfügigen Delikts verhaftet und ins Newgate-Gefängnis gesteckt. Dieses Urteil wurde damals als milde angesehen, denn die meisten kindlichen Diebe wurde wegen ihrer Vergehen gehenkt.
In der Gesellschaft von Mördern und Gaunern wurde Todd angeblich der Lehrling des Gefängnisbarbiers und Mithäftlings Elmer Plummer. Weil die Barbiere damals auch als Chirurgen arbeiteten (worauf der blutrote Streifen auf dem typischen Pfosten an angelsächsischen Frisörsalons zurückzuführen ist), lernte Todd dieses Handwerk, Grundbegriffe der Anatomie, aber auch, wie man die Taschen der zurückgelehnten Kunden ausraubt. Derlei Fähigkeiten konnte er nach seiner Entlassung gut gebrauchen, doch Gier, Eifersucht und hemmungslose Wut beherrschten den jungen Mann derart, dass er seine Mordserie begann.
Bald darauf eröffnete Todd einen Frisiersalon im Haus 186 Fleet Street neben der Kirche St. Dunstan. Unter der Kirche befanden sich längst vergessene Tunnel und Katakomben, in denen man einst die Gemeindemitglieder bestattet hatte. Im Schaufenster warb Todd für seine Dienstleistungen mit Gefäßen voller Zähne, Haare und Blut. Und im Zentrum seines Ladens befand sich sein genialstes und unheimlichstes Einrichtungsstück: der Rasierstuhl.
Um seine Verbrechen zu tarnen, konstruierte Todd angeblich eine Falltür, die 360 Grad rotieren konnte. Auf beiden Seiten der Klappe brachte er einen Rasierstuhl an, sodass er nur einen Hebel drücken musste, damit das Gewicht des Kunden den Stuhl nach unten klappen ließ – das Opfer stürzte kopfüber in den mehrere Stockwerke tiefen Keller. Gleichzeitig erschien durch die Rotation der Klappe an seiner Stelle der andere Rasierstuhl. Todd eilte dann in den Keller, und falls das Ofer den Sturz überlebt hatte, gab er ihm mit dem Rasiermesser den Rest. Dann filzte Todd den Toten, bemächtigte sich seiner Wertsachen und deponierte die Leiche zwischen den Gerippen unter der Kirche. Das funktionierte eine Zeit lang ganz gut, doch allmählich wurde der Platz für die Leichen knapp.
Inzwischen hatte Todd die geldgierige Witwe Margery Lovett kennengelernt. Die beiden begannen eine Beziehung und wurden Komplizen, sobald Todd Mrs. Lovett eine Bäckerei am Bell Yard eingerichtet hatte, die mit seinem Frisiersalon durch unterirdische Tunnel verbunden war. Als gelernter Chirurg zerteilte Todd die Leichen und lieferte Mrs. Lovett das Fleisch für ihre Pasteten, während er Haut und Knochen in den Kirchenkatakomben entsorgte.
Während Todd seinen Blutrausch auslebte und Mrs. Lovett mit ihrer Bäckerei das Geschäft ihres Lebens machte, begannen die Gänge unter St. Dunstan zu stinken. Die Behörden leiteten eine Untersuchung ein. Natürlich brachte man die vermissten Männer mit den verwesenden Leichen in Verbindung, von denen blutige Fußspuren in den Keller unter Todds Salon führten. Die Öffentlichkeit reagierte mit Entsetzen.