Donnerstag | 31. Mai 2012 | 03:06 Uhr
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    Dokumentation | Deutschland / Großbritannien 2007
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      • | Wie man die weißen Raubtiere der Arktis film

      • „Für die Szenen mit den Eisbären in freier Wildbahn haben wir eine hochauflösende „Varicam“-Kamera mit einem 800-mm-Zoom verwendet. Weil HD („High definition“) noch eine ziemlich neue Technologie ist, war dies das erste Mal, dass sie jemand bei Temperaturen von unter 30 Grad minus verwenden wollte. Unsere Crew hat also in gewissem Maße herumexperimentiert. Die Kamera musste warmgehalten werden und ständig auf Standby laufen. In der Natur zu filmen bedeutet, darauf zu warten, dass etwas geschieht und dann zu reagieren; aber in der eisigen Kälte brauchte die Kamera zu lang, um nach dem Anschalten warm zu werden. Kühlte sie zu stark aus, beeinträchtigte das auch die Funktionsfähigkeit der Farbkanäle, besonders die des blauen. Bis wir hätten loslegen können, hätten wir den entscheidenden Moment schon verpasst.

        Die Kamera die ganze Zeit am Laufen zu halten bedeutete, dass wir die Batterien stark in Anspruch nehmen mussten. Alles wurde noch schwieriger dadurch, dass sich Batterien schneller entladen, wenn es kalt ist. Wir haben langhaltende Lithium-Batterien verwendet, die wir zusammen mit der Kamera warmhalten mussten.

        Um die Ausrüstung warm zu halten, verwendeten wir eine spezielle Decke, die wir das „Eisbärenjackett“ nannten. Sie ist aus gesteppten Daunen, mit einer Heizspirale im Inneren. Außerdem vergruben wir die Ausrüstung im Schnee, denn es ist der Wind, der die Temperaturen in der Arktis so extrem sinken lässt.

        Eine weitere Maßnahme war, die Stative „winterfest“ zu machen. Dafür mussten wir ein spezielles Schmiermittel verwenden, denn normales Fett wäre gefroren und hätte die Stative in einer Position festfrieren lassen.

        Es war jedoch genauso wichtig, auch die Crew warmzuhalten. Frostbeulen waren das größte Problem, mit dem sie zu kämpfen hatte. Eigentlich muss man ständig in Bewegung bleiben, um nicht auszukühlen, aber Kameraleute arbeiten sehr konzentriert, und wenn sie filmen, halten sie völlig still, mit ihrem Auge immer am Sucher. Das Gefährliche dabei ist, dass die Augenhöhle an der Kamera festfrieren kann.

        Aber was die Vorbereitungen der Crew betrifft: Doug Allen und Jason Roberts verbringen ohnehin die meiste Zeit des Jahres an den beiden Polen und sind inzwischen fast genauso perfekt an das Klima angepasst, wie die einheimische Fauna!“

        (Jason Roberts, Logistikexperte Arktis)

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