Donnerstag | 31. Mai 2012 | 03:07 Uhr
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    Dokumentation | Deutschland / Großbritannien 2007
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      • | So schön kann Digitaltechnik sein

      • „Für die Aufnahmen in Superzeitlupe haben wir eine Digitalkamera verwendet, die direkt auf eine Festplatte aufnimmt. Es gibt keine Filmspule und keine Kassette. Sie erstellt digitale Dateien, die direkt auf einen Laptop geladen werden. Sie kann 2000 Einzelbilder pro Sekunde aufnehmen, und das, während sie eine Höchstauflösung von 1024 x 1024 Pixeln beibehält. Das heißt, wir können ein Ereignis auf ein Vierzigstel der Originalgeschwindigkeit abbremsen und dabei die Schärfe und Detailgenauigkeit voll erhalten.

        Weil es eine Digitalkamera ist, kann sie ihre Blende mit extrem hoher Geschwindigkeit öffnen. Bei einer typischen Filmkamera funktioniert das mechanisch. Eine zweite wichtige Eigenschaft ist, dass die Kamera ständig in einer Schleife von vier Sekunden arbeitet. Das bedeutet, dass sie ständig vier Sekunden aufzeichnet, die die vorherigen vier Sekunden überschreiben. Dies macht es möglich, zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb eines bestimmten Geschehnisses den Auslöser zu drücken und zu wissen, dass die Kamera die vorausgegangenen zwei Sekunden bereits aufgenommen hat und auch die nächsten zwei Sekunden aufnehmen wird. Man kann sie sogar so einstellen, dass man mit dem Auslöser die Aufnahme beendet, so dass man damit die vergangenen vier Sekunden aufnimmt. So kann man ein Geschehen von Sekundenbruchteilen von Anfang bis Ende einfangen.

        Die Kamera war ursprünglich für Crashtests entwickelt worden - also für die Arbeit in einer absolut kontrollierten Umgebung. Für uns hatte sie aber in den widrigen Bedingungen der freien Wildbahn zu funktionieren, daher mussten wir sie entsprechend anpassen. Die Kamera muss ständig an den Computer angeschlossen sein, von dem aus sie gesteuert wird, und sie muss ständig mit Energie versorgt werden. Steckdosen gibt es da draußen nicht, also wurde eine ganze Reihe von 12-Volt-Autobatterien auf der Ladefläche eines Land Rovers zusammengepackt, um den nötigen Strom zu liefern. Die Kamera brauchte zehn Minuten zum Warmlaufen und wurde danach nicht wieder abgestellt. Ursprünglich hatte die Kamera kein Objektiv, so dass das Team sie so umbauen musste, dass der Kameramann überhaupt sehen konnte, was er tat.

        Wir verwenden diese Kamera, um einmalige Blicke auf Geschehnisse in freier Wildbahn zu erlangen, die sich in einer sehr kurzen Zeitspanne abspielen. So kann das Publikum im Detail sehen, was bei einem spektakulären Ereignis vor sich geht – zum Beispiel wenn ein Krokodil plötzlich aus dem Wasser hervorschießt. Das ist etwas, das in Echtzeit nach einer Sekunde vorbei ist. Das menschliche Auge und das menschliche Gehirn können das nicht so schnell verarbeiten, so dass uns die Details von dem, was tatsächlich geschieht, entgehen. Nur wenn man es auf diese Weise filmt, lernt man wirklich die Schönheit und die meisterliche Körperbeherrschung so großartiger Geschöpfe wie des Geparden wertzuschätzen und nur so zeigt sich der Kampf um Leben und Tod zwischen Beutetier und Jagdtier in seiner ganzen Schärfe. Wenn die Kamera auf Höchstgeschwindigkeit filmt, macht sie aus einem Ereignis, das in Wirklichkeit nach vier Sekunden vorbei ist, eines, das über fünf Minuten dauert!
        Natürlich ist es nicht die Technologie, die ein fantastisches Filmbild schafft. Sie kann nur hervorheben, was ohnehin aufgenommen wurde. Das Können ist nach wie vor das des Kameramannes, das darin besteht, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein und zu wissen, was das Tier als nächstes vorhat. Man muss schon ein echter Experte sein, um die Handlungen eines hungrigen Geparden vorauszuahnen! Diese Technik wurde auch verwendet, um den Weißen Hai aufzunehmen.“

        (Simon King, Kamera)

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