Mittwoch | 30. Mai 2012 | 19:08 Uhr
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  • Hellboy 2: Die goldene Armee

    Action, Abenteuer, Fantasy | USA 2008
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      • | Produktion: Die Besetzung

      • Hellboy wäre nicht Hellboy ohne Ron Perlman in der Titelrolle. Glücklicherweise war der Schauspieler sofort bereit, erneut in die Stiefel seiner Lieblingsfigur zu schlüpfen. „Das ist kein besonders ehrgeiziger Typ, eher ein fauler Chaot: Ein amerikanischer Durchschnittstyp, der gerne Bier trinkt, Football schaut und wenig Lust verspürt, ein Superheld zu sein“, erklärt Perlman. „Seine Vorstellung von einem perfekten Tag ist Pizza, Bier und dazu Filme von ‚The Three Stooges’ und den ‚Marx Brothers’. Seine außergewöhnlichen Fähigkeiten sind Zufall, damit will er eigentlich gar nichts zu tun haben.“

        Perlman freute sich auf die erneute Zusammenarbeit mit seinem langjährigen Regisseur del Toro. „Sein Verstand und sein großes Wissen machen ihn außergewöhnlich. Er ist enorm neugierig und interessiert sich ständig für die Gründe, weshalb Menschen sich Geschichten erzählen – daher auch seine Vorliebe für die unterschiedlichen Mythologien aus allen Kulturen“, erläutert Perlman. „Guillermo ist ein großartiger Geschichtenerzähler, er hat ein gutes Gespür für das Bedürfnis der Menschen nach Fabeln und Mythen. Er sieht genau die großen Fehler, die aus Schwäche und Verletzlichkeit begangen werden.“

        Del Toro war klar, dass Hellboy nicht ohne seine sarkastisch romantische Partnerin Liz zurückkehren konnte. Gespielt wird sie erneut von Selma Blair, die für den Regisseur und die Produzenten schon immer die einzig denkbare Schauspielerin für die Rolle war. „Im Comic ist Liz stets sehr nachdenklich, düster und distanziert“, erläutert del Toro. „Sie ist nie entspannt. Genau diese Stimmung trifft Selma perfekt.“

        Blair weiß um das besondere Verhältnis der Fans zu Liz. Aus Furcht vor ihren pyrokinetischen Fähigkeiten traute sich niemand in die Nähe dieser Schönheit – bis sie Hellboy traf. „Es gibt sehr treue Fans von ‚Hellboy’. Erst deren große Hingebung hat letztlich ermöglicht, dass Guillermo diese Geschichte erzählen kann“, sagt Blair.

        In ihrer Beziehung erleben Liz und Red die Sorgen, die vielen Paaren vertraut sind - sowie ganz besondere Probleme, die sich aus der Liebe eines Dämonen zu einem Feuerteufel ergeben. „Belanglose Dinge werden wirklich verstärkt, wenn du Superkräfte besitzt“, lacht Blair, deren Figur ihre pyrokinetische Energie inzwischen gut unter Kontrolle hat. „Wenn Hellboy und Liz sich streiten, heißt es nicht: ‚Okay, ich geh’ jetzt eine Runde spazieren, bis nachher.’ Sondern: ‚Ich brenne diese verdammte Küche nieder und sehe dich später’“, erläutert Blair.

        Den brillanten Tiefsee-Empathen Abe Sapien spielt erneut der Schauspieler und Bewegungsexperte Doug Jones. Über die Figur sagt del Toro: „Halb Fisch und halb Säugetier besitzt Abe einen einzigartigen Stirnlappen. Wie ein Delfin kann er damit Informationen und Bilder senden und empfangen. Abe ist außerdem der Spezialist der Gruppe, wenn es um geheimes Wissen geht.“

        Der langjährige Schauspieler von del Toro hat sich nicht erst seit „Hellboy“ einen Namen als faszinierender Darsteller besonderer Kreaturen gemacht. Zu seinen jüngsten Arbeiten gehört die Titelrolle in „Pans Labyrinth“, wo er zugleich den Pale Man spielt. Als Norin Radd war er in „Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer“ zu erleben sowie als Kämpfer in „Doom – Der Film“.
        „Es gab diesmal viel mehr zu tun“, sagt Jones über seine Rolle. „Abe muss mehr Entscheidungen treffen, seine Figur hat sich entwickelt und er besitzt diesmal eine Waffe.“ Lachend fährt Jones fort: „Ich mit einer Kanone, das ist wirklich komisch.“

        Jones war begeistert, dass seine Figur endlich die Chance bekam, die wahre Liebe zu finden, und zwar in Person der zauberhaften Prinzessin Nuala. Das Problem war allerdings, dass sie auf ewig mit ihrem bösen Zwillingsbruder verbunden ist. „Welche ungeahnten Kräfte eine erste Liebe entwickeln kann, kennt jeder aus der Pubertät“, erläutert Jones. „Abe erlebt nun die Phase seiner Pubertät - für ihn eine schöne Gelegenheit, die Jugendzeit nachzuholen.“

        Obwohl er für die Rolle des Abe täglich bis zu fünf Stunden in der Maske verbrachte, spielte Jones zudem noch den Chamberlain, der im Dienst von König Balor steht, sowie den Angel of Death, der Liz ein überraschendes Angebot unterbreitet. Über seinen Kollegen sagt Ron Perlman: „Doug begeistert mich. Je größer seine Aufgabe, desto überzeugender wirkt er. Dabei ist er ein bescheidener, ganz ruhiger Typ, der sich nie in den Mittelpunkt drängt. Er bereitet sich perfekt auf jede Rolle vor und hat alles völlig im Griff. Wenn man 30 Einstellungen mit Doug dreht, kann man sicher sein, dass jede Szene gut ausfallen wird.“

        Auf Anweisung aus Washington und zum Ärger von Hellboy bekommt die B.U.A.P. einen neuen Chef, der das versehentliche Outing des Helden der Öffentlichkeit erklären soll. Dr. Johann Krauss, einst ein Mensch aus Fleisch und Blut, existiert mittlerweile nur noch als ektoplasmisches Gas in einem speziellen Schutzanzug. Krauss hält sich streng an die Vorschriften und erwartet dasselbe von seinem Team, insbesondere vom stets nörgelnden Hellboy. Der ist wenig begeistert, wenn Krauss mit seinem harten, deutschen Akzent neue Anweisungen verkündet.

        Im Original wird Krauss von Seth MacFarlane gesprochen, für seine Bewegungen sorgen John Alexander (der zudem den Bethmoora Kobold spielt) und James Dodd. „Johann steckt in einem Anzug, der an die alte Ausrüstung von Tiefseetauchern erinnert, auf dem Kopf hat er eine Glaskugel“, erläutert Dodd. „Als er vor Jahren in den ektoplasmischen Zustand kam, entwickelte er diesen Anzug, um damit besser akzeptiert zu werden. Er verfügt über besondere Fähigkeiten und kann über die Fingerspitze seiner Handschuhe Tote wieder zum Leben erwecken. Er kann sie befragen, indem er ektoplasmischen Rauch in ihre Körper strömen lässt.“

        Ebenfalls wieder mit dabei ist der bürokratische B.U.A.P.-Agent Tom Manning, gespielt von Jeffrey Tambor. Der Schauspieler, der als Kind keine Comics lesen durfte, hat dieses Manko seiner Jugend längst aufgeholt und seine eigene Theorie entwickelt: „Wir alle glauben, dass wir hässlich sind und Monster. Dennoch hat jeder von uns viel Liebe zu geben. Diesen Widerspruch müssen wir überwinden, was keinem leicht fällt. Deshalb kann jeder Hellboy gut verstehen. Wir sind alle Hellboy, Liz und Abe. In einigen von uns steckt auch ein Tom Manning - glücklicherweise.“

        Die Geschichte nimmt ihren Anfang mit einem Einsatz der B.U.A.P. in einem Auktionshaus an der Upper East Side in Manhattan. In dieser regnerischen Septembernacht wird jedes Teammitglied bis an die Grenzen seiner Kräfte gefordert. Auslöser des Zwischenfalls ist Prinz Nuada in seinem Exil im Königreich von Bethmoora. Der selbsternannte Revolutionsführer der Kreaturen der Nacht musste seit Jahrzehnten mit ansehen, wie sein geliebter Planet unter der Herrschaft der Menschen verkümmert. Das war nicht immer so und der Prinz ist entschlossen, das Gleichgewicht der Kräft zu verschieben, auch wenn es bedeutet, seinem Vater zu trotzen und seine geliebte Zwillingsschwester in Gefahr zu bringen.
        „Der Prinz ist ein großartiger Bösewicht: Er ist sehr gefährlich und ein guter Kämpfer, zugleich basiert sein Handeln auf einer starken moralischen Überzeugung“, erklärt del Toro. „Ich hatte beim Schreiben dafür immer Luke Goss im Kopf, der mich mit seiner Leistung absolut überzeugte.“

        Goss, der für del Toro schon den Vampir Nomak in „Blade II“ spielte, trainierte hart, um aus dem Prinzen einen angemessenen Gegenspieler zu machen. „Ich kann ihn verstehen”, sagt Goss. „Er will den Planeten nicht zerstören, sondern auf ihm leben. Was er in diesem Auktionshaus von Blackwood erlebt, macht ihn wütend. Er sieht Menschen, die Dinge ersteigern, deren Wert sie gar nicht erkennen. Er erlebt den Ausverkauf seiner eigenen Geschichte.“

        Obwohl der Prinz ursprünglich nicht mit der Absicht an die Oberfläche kam, um Hellboy zu jagen, sagt er ihm nun physisch und psychisch den Kampf an. Nuada weiß, wo Hellboy am meisten verwundbar ist und stellt ihm in einem entscheidenden Moment die Frage nach seiner Loyalität. „Guillermo hat den Einsatz von Hellboy in diesem Film erhöht“, sagt Perlman. „Jetzt muss sich Hellboy fragen, warum er für eine Behörde arbeitet, die jene Kreaturen bekämpft, zu denen er selbst gehört.“

        Die Rolle der Prinzessin Nuala spielt die britische Schauspielerin Anna Walton, die von den Gewissensnöten ihrer Figur fasziniert war. „Jeder von uns hat so einen kleinen Teufel im einen Ohr und den kleinen Engel im anderen“, erläutert sie. Nualas Herz und ihre Leidenschaft gehören dem Bruder. Sie bewundert ihn, gleichzeitig weiß sie, dass dies nicht länger möglich ist. Es fällt ihr sehr schwer, aber am Ende lässt sie ihn nicht gewinnen.“

        Produzent Levin ergänzt: „Anna bietet eine phänomenale Leistung, denn Nuala ist eine so zarte Person, dass sie in den falschen Händen zerbrechen würde. Anna verschafft ihr die notwendige Bodenhaftung und lässt es möglich erscheinen, dass sie sogar eine romantische Affäre mit einem Fisch hat...ich meine Abe Sapien.“

        Während John Hurt in einer rückblickenden Schlüsselszene wieder Professor Trevor Broom, den Ziehvater von Hellboy, spielt, gibt Roy Dotrice den König Balor von Bethmoora. Gleich vier Rollen übernimmt Brian Steele: Er spielt Wink, den brutalen Handlanger von Prinz Nuada. Außerdem ist er jener Händler, der Prinzessin Nuala ein unschätzbares Geschenk ihres Vaters übergibt sowie Troll Fragglewump und Troll Cronie. Zahlreiche weitere Darsteller kamen zum Einsatz, um die verschiedenen Kreaturen zu bewegen. Dabei stiegen die Metzger, die ursprünglich nur für den Hintergrund geplant waren, als Wachen für König Balor auf.

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