Donnerstag | 31. Mai 2012 | 01:12 Uhr
Sie befinden sich hier: KINO | Startseite > Datenbank > Filmdetails > Filminfos
  • FILMDETAILS | Ein tödlicher Anruf
  • Ein tödlicher Anruf

    Thriller, Horror, Mystery | Japan / USA 2007
    WERBUNG
      • | Produktion: Die Identität des Anrufers

      • „Tödlicher Anruf“ erzählt von einigen fürchterlichen Tagen im Leben der Psychologie-Studentin Beth Raymond, deren Freunde tödlichen Anrufen zum Opfer fallen. Detective Jack Andrews, dessen Schwester bei einem ungeklärten Krankenhausbrand umgekommen ist, entdeckt eine bizarre Verbindung zwischen dem Tod seiner Schwester und den Todesfällen unter Beths Freunden. Als Beth schließlich selbst angerufen wird, beginnt der Wettlauf gegen die Zeit, um den Teufelskreis des Schreckens zu durchbrechen und das Böse zu stellen.

        Shannyn Sossamon übernimmt die Rolle der Beth Raymond: „Oberflächlich scheint Beth alles unter Kontrolle zu haben. Sie zeigt gute Leistungen im Studium, kümmert sich um ihre Freunde. Sie ist immer für die Menschen da, die ihr nahestehen. Doch sie verdrängt ein tief sitzendes Trauma, was erst deutlich wird, als der böse Geist im Zentrum der Story sie zwingt, sich den Dämonen in ihrer Seele zu stellen.“

        „Shannyn stand auf meiner Liste für Beth ganz oben“, berichtet Valette. „Ich kannte sie aus ,Rules of Attraction‘ (Die Regeln des Spiels) – sie war für mich die Idealbesetzung. Sie ist eine hervorragende Schauspielerin und beherrscht das subtile Spiel, das ich bei dieser Rolle für unabdingbar halte.“

        Dazu Kroopf: „Shannyn ist äußerst begabt. Sie steht mit beiden Beinen auf der Erde – was für diese Figur sehr wichtig ist. Beth kümmert sich wie eine große Schwester um ihre Freunde. Im Lauf der Handlung erfahren wir, dass ihre Selbstlosigkeit auf unterdrückte Kindheitserinnerungen zurückgeht. Für uns gab es keinen Zweifel, dass Shannyn in dieser vielschichtigen Rolle überzeugen würde.“
        Sossamon entschied sich aus mehreren Gründen für dieses Projekt: „Das Skript war sehr gut entwickelt: Mir gefällt das Motiv der Isolation, das sehr ironisch wirkt, weil wir ja heutzutage durch unsere Handys mit jedermann eng verbunden sind. Außerdem wirkt Eric in seinem Enthusiasmus sehr ansteckend. Als ich ihn kennenlernte, merkte ich sofort, dass wir sehr gut zusammenarbeiten würden. Er ist umsichtig und kreativ – er reißt uns einfach mit. Und er achtet sehr genau darauf, dass die Filmszenen immer eng an der Realität orientiert sind.“

        Zu Beginn des Films wohnt Beth auf dem idyllischen Campus einer amerikanischen Universität. Im engen Kreis ihrer Clique von Freunden und Kommilitonen ist sie gut von der Außenwelt und ihrer dunklen Vergangenheit abgeschottet. „Beth ist mit ihrem Leben zufrieden – bis ihre Freunde plötzlich geheimnisvolle Anrufe bekommen. Als sie ihre Voicemail abrufen, hören sie grausige Aufnahmen ihres eigenen Sterbens“, erklärt Sossamon. „Und exakt drei Tage nach diesem Anruf ereilt sie ihr Schicksal – sie sterben genauso, wie man es in der Voicemail hören konnte.“

        In den Tagen nach dem jeweils ersten Anruf erleben die Opfer verstörende Halluzinationen, und als sie dann sterben, fällt ihnen ein roter Lutschbonbon aus dem Mund – offenbar geht hier etwas vor, das nicht von dieser Welt ist. „Wer der Polizei ein derartiges übernatürliches Phänomen erklären will, wird sofort in die Klapsmühle eingewiesen“, lacht Sossamon.

        Das hätte Beth tatsächlich leicht passieren können, wäre da nicht Detective Jack Andrews.
        Die Rolle des Jack Andrews übernimmt Ed Burns, der tatsächlich aus einer Familie von Polizisten des New York Police Department stammt. „Mein Vater, mein Onkel, fünf meiner Cousins und drei meiner besten Freunde aus Kindertagen sind Cops“, sagt Burns. „Daher kenne ich das Milieu sehr gut.“
        Als Jack die grausige Nachricht vom Tod seiner Schwester erhält, eilt er ins Leichenschauhaus, um die Tote zu identifizieren und ihre persönlichen Habseligkeiten abzuholen. Und dabei findet er im Mund der Leiche einen roten Bonbon. Das erscheint ihm völlig unerklärlich, bis er mit anhört, wie Beth einer skeptischen Polizistin auf dem Revier von ihren Erlebnissen berichtet. „Auf dem Revier ist allein Jack bereit, Beths Geschichten Glauben zu schenken, denn auch ihre Freunde starben mit roten Bonbons im Mund“, sagt Burns.

        „Jack und Beth erkennen als Einzige die Verbindung zwischen den Todesfällen“, sagt Andrew Kosove. „Sie setzen die Puzzle-Teile zusammen, weil sie beide der Sache unbedingt auf den Grund gehen wollen.“

        Burns war beim Lesen des Drehbuchs vor allem von der Verbindung zwischen Beth und Jack begeistert – die komplizierte Beziehung entsteht erst im Lauf der Handlung: „Was sich zwischen Beth und Jack entwickelt, ist eine klassische Beziehung in der Hollywood-Tradition alter Schule.“
        „Gerade das ist das Besondere an diesem Film“, meint auch Sossamon. „Beth erlebt Jack als attraktiven, höflichen Gentleman. Als sie sich begegnen, bemüht er sich ernsthaft, die Ursache der Todesfälle in ihrem Umfeld zu analysieren – er hat dabei keine Hintergedanken. Die beiden finden einander sympathisch, bleiben aber auf Distanz, weil sie derart viel Schreckliches erlebt haben. So entsteht ein sehr dynamisches Verhältnis.“
        Burns ist selbst Filmemacher und freute sich auf die Arbeit mit Valette, nachdem er „Maléfique“ gesehen hatte: „Ich habe noch nie einen Horrorfilm gemacht – weder als Darsteller noch als Regisseur. Ich interessierte mich also auch für das Budget und den Aufwand, um mehr über das Inszenieren in diesem Genre zu lernen. Wie Eric die Spannung aufbaut, wirkt sehr elegant, sehr methodisch.“
        Valette war umgekehrt sehr angetan von seinem Hauptdarsteller: „Ed ist absolut cool und locker, aber immer auch sehr aufmerksam. Ein wunderbarer Schauspieler, und weil er auch Regie führt, kann er mit jeder noch so knappen Regieanweisung etwas anfangen – er weiß, mit welchen Problemen es der Regisseur am Set zu tun hat. Als Jack ist Ed die perfekte Besetzung, weil er sehr authentisch wirkt und der Rolle viel Stabilität verleiht – wobei er durchaus auch verletzlich wirken kann.“

        Sossamon arbeitet erstmals mit Burns zusammen – dazu sagt sie: „Ich verstehe mich blendend mit Ed – wir haben dieselbe Wellenlänge. Er beherrscht sein Handwerk und bringt mich ständig zum Lachen.“
        „Shannyn ist umwerfend“, kommentiert Burns. „Sie engagiert sich sehr für ihre Aufgabe, ist immer konzentriert – mit ihr macht die Arbeit Spaß. Sie hat eine Menge Humor und reagiert immer schlagfertig auf meine albernen Spielchen. Und wir sind uns einig in Bezug auf Erics Fähigkeiten: Wir wissen, dass wir am Set in guten Händen sind.“
        Die vielversprechende Nachwuchsschauspielerin Ana Claudia Talancon ist als Beths beste Freundin Taylor Anthony zu sehen. Als Taylor den tödlichen Anruf erhält, versucht sie ihrem Schicksal verzweifelt zu entkommen.

        „Taylor ist besonders erschüttert, als sie angerufen wird, weil sie mitbekommen hat, was ihren Freunden passiert ist“, sagt Broderick Johnson. „Sie weiß, dass ihre Zeit abläuft.“
        In ihrer Verzweiflung schöpft Taylor – wenn auch trügerische – Hoffnung, als sie dem skrupellosen Reality-TV-Produzenten Ted Summers begegnet, der von Ray Wise gespielt wird. Summers verspricht Taylor die Rettung vor ihrem drohenden Schicksal, wenn sie sich vor den Live-Kameras in seiner Show „American Miracles“ einem Exorzismus stellt. Dazu Wise: „Als Summers erfährt, dass sich dort etwas Übernatürliches zuträgt, sieht er seine Chance – die Vorfälle sind für seine Show ein gefundenes Fressen. Aggressiv bedrängt er Taylor – und überzeugt sie davon, dass die Show ihre Rettung sein könnte.“

        Talancon freute sich auf die anspruchsvolle Exorzismus-Sequenz, die eine gesamte Drehwoche in Anspruch nahm. „Das war eine emotionale Achterbahn, weil man sich nach jeder Drehpause, nach jeder neuen Ausleuchtung erst wieder in die Situation versetzen muss. Abends war ich regelmäßig fix und fertig“, erinnert sie sich.
        Zu Beths bedrängter Freundesclique gehören auch Azura Skye als Leann Cole, Johnny Lewis als Brian Sousa und Meagan Good als Shelley Baum. Die Schauspielerin/Komikerin Margaret Cho spielt die skeptische Polizistin Mickey Lee, die die Tragweite von Beths übernatürlichen Erlebnissen nicht einschätzen kann. Und Jason Beghe übernimmt die Rolle des Live-Exorzisten Ray Purvis in der TV-Show „American Miracles“.

        Gespenstische Abgründe: kein Anschluss unter dieser Nummer

        In Bezug auf den Look und die Atmosphäre in „Tödlicher Anruf“ beschreibt Valette sein optisches Konzept als „schnörkellos realistisch, düster und solide. Ich spiele die gruseligen Aspekte eher herunter – sie ergeben sich aus subtilen Soundeffekten und durch Nuancen in der Ausleuchtung. Ich will ein Kinoerlebnis schaffen, das direkt unter die Haut geht.“

        Sehr sorgfältig gestaltete Valette die filmischen Elemente der gespenstischen Halluzinationen, die alle Opfer der tödlichen Anrufe erleben.
        „Die brillanten Ideen für die optische Umsetzung der Geister verdanken wir Eric“, sagt Lauren C. Weissman. „Mit unseren Designern hat er die furchteinflößenden Bilder unseres Films monatelang vorbereitet. Der Look ist modern und absolut zeitgemäß – das Ergebnis sind unvergessliche, ausgesprochen unheimliche Sequenzen.“

        Der für die Spezialmasken zuständige Brian Walsh berichtet: „Die Make-up-Effekte in diesem Film sind deshalb so wichtig, weil die meisten Figuren, die wir schaffen, nicht übertrieben grotesk wirken. Sie schockieren uns vielmehr durch ihr irres Aussehen, ihren Wahnsinn.“

        Dazu Jennie Lew Tugend: „Eric wollte bei den Geistererscheinungen den Eindruck von Zombies und Monstern vermeiden. Er gab die Richtung vor: ,abartig‘, ,verstörend‘ und ,abstoßend‘.“

        Das erreichte Valette, indem er den übernatürlichen Erscheinungen im Film das Aussehen alter Porzellanpuppen gab, die laut Walsh „per se gruselig aussehen. Die meisten Porzellanpuppen wirken unheimlich glatt und bleich, und unsere Puppen erscheinen noch schrecklicher, weil sich ihre Gesichter unter der Oberfläche bewegen – die Oberflächen platzen auf, Risse öffnen sich.“
        Die Filmemacher bemühten sich zwar, digitale Effekte so sparsam wie möglich einzusetzen, doch Valette konnte mithilfe von Computereffekten die Halluzinationen besser ausgestalten und damit die in den Storyboards entwickelten Ideen präziser umsetzen. Das Effekte-Team der Zoic Studios erhielt den Auftrag, die real gefilmten Einstellungen nahtlos mit den visuellen Effekten zu verschmelzen.

        Die Dreharbeiten begannen Ende Juli 2006 an Originalschauplätzen in Atlanta, unter anderem auf dem Campus des Georgia Institute of Technology. „Wir haben Atlanta ins beste Licht gesetzt – eine wunderschöne Stadt“, sagt der in Paris geborene Valette.

        „Ich freue mich sehr, dass ich hier meine Version zu dieser gruseligen Geistergeschichte beitragen darf – Darsteller und Filmteam liefern wirklich Spitzenleistungen“, sagt Valette abschließend. „Jetzt hoffe ich nur, dass ich die Zuschauer damit zu Tode erschrecke. Jedesmal, wenn Sie einen unbeantworteten Anruf auf dem Handy finden, werden Sie an diesen Film denken!“

      • | Userwertung

      Wertung: 0.0/10 (0 votes)

      • | Cinefacts bei Facebook
      Facebook Logo
        • | WEITERE INFOS
            •   AKTIONEN