Gemma Arterton spricht über ihre Rolle als Agentin Fields und die Tatsache, dass diese Figur nicht die übliche Femme fatale ist, die in den meisten Bond-Filmen auftaucht. „Agentin Fields arbeitet für den MI6. Sie versucht, ein Profi zu sein und nimmt alles sehr ernst, aber sie ist etwas naiv und das macht sie zu einer komischen Figur. Fields denkt, dass sie Bond kontrollieren und vorführen kann, aber diesen Gedanken muss sie sehr schnell aufgeben und das macht sie zu einem sehr realistischen Charakter. Fields ist keine Femme fatale, sie ist nicht übermäßig stark oder gut aussehend – sie ist sehr natürlich und jemand, mit dem man sich gut identifizieren kann.“
Arterton musste bereits am ersten Tag ihrer Dreharbeiten ihre Todesszene spielen und über diese Erfahrung sagt sie: „Fields wird von den Bösen umgebracht. Sie versucht Bond zu retten, indem sie die Bösewichte hinhält, aber sie durchschauen sie und ertränken sie in Öl. So wird sie nackt in dem Bett aufgefunden, das sie in der Nacht zuvor mit James Bond geteilt hat. Es war einfach brillant, diese Szene zu filmen, denn die Atmosphäre war sehr seltsam. Man brachte mich an den Set, begoss mich mit Öl und ich musste zwei Stunden still liegen. Ich konnte mich nicht bewegen, konnte nichts sehen, konnte nicht richtig atmen und konnte auch nichts hören, weil das Öl in meine Ohren geflossen war. In dem Moment war das alles natürlich einigermaßen unerfreulich, aber dann dachte ich mir: ,Das ist etwas, an das ich mich für den Rest meines Lebens erinnern werde.‘ Und diese Szene wird ein ikonographischer Teil des Films sein.“
Arterton kam frisch von der Schauspielschule und war begeistert, als sie erfuhr, dass sie den Part bekommen sollte. „Als ich meine Probeaufnahmen machte, dachte ich, ich hätte es vergeigt. Und ein paar Wochen später drehte ich mitten im Meer vor Gibraltar, ich steckte in einem Tauchanzug und bekam einen Anruf von meinem Agenten, der mir einfach nur das James-Bond-Thema vorsang“, lacht sie. „Das werde ich niemals vergessen. Mein Kollege hatte Tränen in den Augen und sagte: ,Das ist ein großer Moment für dich, dein Leben hat sich gerade für immer verändert – und ich war dabei, als es passiert ist.‘ Wenn ich heute darüber nachdenke, fällt mir ein, dass im Radio ,Nobody Does It Better‘ lief, als ich zum Vorsprechen fuhr. Wahrscheinlich musste es einfach so kommen.“
„Im Vergleich zu anderen Filmen ist der Unterschied bei der Arbeit an einem Bond-Film die Zeit, die man zur Verfügung hat“, fährt Arterton fort. „Es wird sehr viel Aufmerksamkeit auf Details gelegt. Bei einem Bond-Film wird ein ganzer Tag einer Szene gewidmet, um sicherzugehen, dass das Bestmögliche herausgeholt wird. Jeder im Team ist der Beste auf seinem Gebiet und das war ganz schön angsteinflößend für mich, weil ich noch so neu in dieser Branche bin. Die Produzenten Michael und Barbara waren reizend. Auf einem Bond-Film liegen jedes Mal die höchsten Erwartungen und sie wissen genau, wie einschüchternd das sein kann. Sie haben sehr viel Verständnis gezeigt und haben mich sehr unterstützt. Wann immer ich mal feststeckte, haben sie es geschafft, mir wieder einen kleinen Schubs zu geben, ein bisschen Selbstvertrauen, das es mir und allen anderen wieder etwas leichter gemacht hat.“
Neben der Unterstützung durch die Produzenten fühlte sich Gemma Arterton auch in der Hand ihres Regisseurs Marc Forster sicher aufgehoben: „Marc ist sehr verständnisvoll, was Schauspieler betrifft, er hat viel Erfahrung und investiert sehr viel Vertrauen in uns. Er vertraut darauf, dass wir unser Bestes geben und dass wir wissen, was wir mit unserer Figur machen. Marc lässt einen Schauspieler sein Ding machen und kitzelt so die beste Performance heraus. Er muss nicht viel sagen, um das zu bekommen, was er möchte, er sagt immer nur genau das Richtige. Letztlich hat er das allergrößte Vertrauen in uns und wir wissen, dass wir bei ihm in den besten Händen sind.“
Die Kostümdesignerin Louise Frogley sorgte dafür, dass Arterton bei der Auswahl der Garderobe für Agentin Fields ein Mitspracherecht hatte: „Ich wusste nicht genau, was sie mit meinem Kostüm vorhatte – ursprünglich sollte es wohl sehr spröde und ordentlich sein, aber wir wollten gleichzeitig, dass die Figur ein bisschen wild und zerzaust aussieht, um ihren Charakter zu reflektieren. Sie sollte so aussehen, als versuche sie jemand zu sein, der ihr nicht so richtig entspricht. In einer Szene trägt sie diesen Trenchcoat mit nichts darunter und so wirkt sie einerseits gut gekleidet, ist aber gleichzeitig verrucht. Dasselbe gilt für ihre Party-Garderobe – der Stil der Kleider ist genau passend für diese Figur. Das Kleid ist wunderschön, wie im Audrey-Hepburn-Stil. Bond hat es für sie gekauft und logischerweise ist es absolut erstklassig. Es ist von Prada und es passt ihr wie ein Handschuh – es ist stromlinienförmig mit einer großen Schleife auf der Vorderseite … aber gleichzeitig ist es dann auch wieder sehr niedlich.“
„Die Auswahl der Kostüme machte großen Spaß“, erläutert sie weiter. „Ich glaube, Marc hatte einige sehr konkrete Ideen. Jeder hat eine Vorstellung davon, wie ein Bond-Girl aussehen sollte, aber ich wollte, dass meine Figur frisch und lebensnah aussieht. Es war sehr aufregend, all diese Kleider anzuprobieren und als die Kostümbildner dabei überlegten, hier und da etwas abzuschneiden oder anzunähen, schrie ich innerlich: ,Aber das ist Prada!‘ Selbst bei meinen Probeaufnahmen trug ich ein Kleid von Dolce & Gabbana, das man für mich zurechtschneiderte. Und das war nur für die Probeaufnahmen!“
Die Arbeit mit Daniel Craig war allerdings das Highlight für Gemma Arterton. „Daniel war einfach brillant. Er ist ein unglaublich netter Kerl. Anfangs war ich natürlich nervös, denn ich hatte ihn in Casino Royale gesehen. Aber wenn man ihn kennt, merkt man, dass er sehr bodenständig ist und einen unterstützt. Wir haben viel zusammen gelacht – es war einfach großartig.“