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  • James Bond 007: Ein Quantum Trost

    Thriller, Action | Großbritannien / USA 2008
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      • | Produktion: Regisseur Marc Forster

      • EIN QUANTUM TROST ist der erste James-Bond-Film von Marc Forster. Er erläutert, warum ihn das Projekt gereizt hat: „Es war eine gewaltige Entscheidung für mich, mich an der Bond-Serie zu versuchen, denn sie ist völlig anders als alles, was ich vorher gemacht habe. Wenn man einen Bond-Film inszeniert, dreht man einen Film innerhalb vorgegebener Parameter. Es gibt einige Aspekte bei 007, an denen man nicht vorbeikommt: Man hat Bond, die Girls, die Autos, die Geschichte … und Millionen von Fans. All das stellte mich vor ungeahnte Möglichkeiten. Ich war begeistert von der Aufgabe, einen kreativen Weg zu finden, um diese Geschichte innerhalb dieser Parameter zu erzählen, und ich wusste, dass mich das vor eine gewaltige Herausforderung stellen würde. Und genau diese Herausforderung hat mich so sehr gereizt.“

        Der enorme Erfolg von Casino Royale stellte eine weitere Herausforderung dar, wie Forster erläutert: „Casino Royale war unglaublich erfolgreich und darum haben die Menschen jetzt noch höhere Erwartungen. Ich glaube, die Bond-Filme aus den sechziger Jahren mit Sean Connery, die von Ken Adam designt wurden, waren ihrer Zeit voraus, was das Design, die Locations und das Gefühl betrifft, das die Filme vermittelten. Diese Filme waren meine Inspiration. Ich sah den Raum, einen neuen stilistischen Look für die Bond-Serie zu schaffen.“ Forster engagierte den Academy Award®-ausgezeichneten Produktionsdesigner Dennis Gassner, der ihm helfen sollte, seine Vision zu verwirklichen. „Einer der Gründe, warum ich unbedingt mit Dennis arbeiten wollte war, weil er in The Truman Show (Die Truman Show, 1998) oder den Filmen der Coen-Brüder Looks kreiert hat, die man noch nie vorher in einem Film gesehen hatte“, sagt Forster. „All diese Sets wurden anhand einer starken stilistischen Vision geschaffen und das ist auch für die Welt von Bond essenziell.“

        „Der andere große Reiz für mich war die Aussicht, mit Daniel zu arbeiten“, fährt Forster fort. „Er ist ein unfassbar interessanter Schauspieler. Psychologisch hat er James Bond zurück in den Realismus geführt. Er ist kein unbesiegbarer Held, er hat seine Fehler. Er ist verletzlich und emotional sehr komplex und das macht ihn so menschlich.“

        „Viele meiner vorigen Filme handelten von emotional unterdrückten Charakteren. Wenn man Menschen studiert, die ihre Gefühle nicht ausdrücken können merkt man, dass sie ein emotionales Handicap mit sich herumschleppen. Mich interessieren solche Charaktere, denn es handelt sich dabei um eine weit verbreitete Krankheit bei den Menschen. Wenn man in der Lage ist, sein Herz der Welt zu öffnen, dann lebt man bewusster und offener. Unsere Grenzen führen uns immer wieder dahin, dass wir uns emotional nicht mitteilen können und Bond ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Er hat nie wirklich Liebe erlebt, bis er in Casino Royale Vesper kennengelernt hat, und dann wurde ihm diese Liebe genommen. Weil er glaubt, dass er verraten wurde, ist er etwas desorientiert und nicht in der Lage, irgendjemandem zu vertrauen. Für mich ist das zentrale Thema in EIN QUANTUM TROST Vertrauen.“
        Nach einer ganzen Reihe von der Kritik hoch gelobter, figurengetriebener Filme spricht Forster nun über die Erfahrungen, an einem hoch budgetierten Actionfilm gearbeitet zu haben: „Der Gedanke, einen Actionfilm zu inszenieren, war im Grunde einschüchternder als die eigentliche Arbeit daran. Bei diesen Filmen wird man von einem hervorragenden System unterstützt, man hat ein Team, das bei der Produktion von Actionfilmen große Erfahrung hat. Die Planung und das Schreiben von Actionszenen ist schwierig, nicht das eigentliche Filmen. Der Schlüssel für Action ist, dass sie eine Geschichte erzählen muss, denn das Drehen von Action um der Action willen ist uninteressant und nützt niemandem.“

        EIN QUANTUM TROST wurde an mehr exotischen Drehorten gefilmt als jeder andere Film in der 46-jährigen Geschichte des Franchise und Marc Forster war die treibende Kraft hinter dieser Entscheidung. „Exotische Schauplätze sind ein Markenzeichen von James-Bond-Filmen, sie sind ausschlaggebend, um die Zuschauer in eine andere Welt zu versetzen. Es ist schwer geworden, passende Locations zu finden, weil die Messlatte so hoch liegt und die Welt kleiner geworden ist. Wir mussten außerdem Drehorte finden, die den psychologischen Zustand von Bond reflektieren. Ich habe zum Beispiel eine Wüste ausgewählt, weil sie Einsamkeit und Verlassenheit repräsentiert – und somit für den Gemütszustand von Bond steht.“

        Olga Kurylenko wurde für die Rolle der Camille ausgewählt, eine verletzliche, aber resolute Frau, die den Mord an ihrer Familie rächen will. „Ich habe nach jemandem gesucht, der ein weibliches Gegenstück zu Bond sein kann, jemand, der mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat“, erläutert Forster. „Olga hat die psychologischen und physischen Aspekte der Figur gleich verstanden. Und sie hat vorher noch keinen so großen Actionfilm gedreht. Darum ging sie durch ein rigoroses Training und absolvierte eine Menge ihrer Stunts selbst, und auch das war ausschlaggebend, um den Film so realistisch wie möglich wirken zu lassen.“

        Der französische Schauspieler Mathieu Amalric spielt Dominic Greene, der wiederum kein typischer Bond-Schurke ist. „Mathieu ist ein ganz besonderer Schauspieler, er ist sehr sanft und liebenswert. Ich habe gedacht, es sei überraschender, einen unschuldig aussehenden Mann in dieser Rolle zu besetzen, die im Grunde sehr grausam und gefährlich ist. Im Film blitzt immer wieder die wahre Natur dieser Figur auf, aber erst in der finalen Sequenz wird ihre wahre Natur enthüllt und man merkt, wie hinterhältig und erschreckend sie ist.“

        „Während des Kalten Krieges bot das westliche Kino eine klare Darstellung von Gut und Böse“, erläutert der Regisseur. „Heute sind die Grenzen verwischt. Man weiß nicht mehr genau, wer der Böse ist, selbst Bond könnte schurkische Charakterzüge haben. Ich glaube, es ist wichtig, genau dies darzustellen. Was bedeutet es, gut oder böse zu sein? Was bedeutet es, jemanden zu töten oder zu verlieren? Was sind die psychologischen Auswirkungen, wenn man jemandem sein Leben nimmt?“

        Judi Dench kehrt in ihrer Rolle als M, der Leiterin des MI6 zurück auf die Leinwand. Ein Umstand, von dem sich Forster mehr als begeistert zeigt: „Judi ist eine der größten lebenden Schauspielerinnen! Die Arbeit mit jemandem von Judis Format ist eine Ehre. Sie hat eine unglaublich starke Präsenz und ich wollte ihren Charakter weiterentwickeln. M ist die einzige Frau, die Bond nicht in einem sexuellen Kontext sieht, also war es wichtig für mich, den beiden mehr Zeit miteinander zu geben. Wenn man ihre Interaktion beobachtet, entdeckt man eine andere Seite an Bond … und man lernt ein bisschen mehr über die beiden.“

        „Das zentrale Thema, das sich durch EIN QUANTUM TROST zieht, ist Vertrauen“, wiederholt Forster. „Vertrauen kommt in verschiedenen Schattierungen zustande. Wem können wir wirklich vertrauen? Vertrauen wir uns selbst überhaupt? Vertrauen wir anderen? Alle Menschen haben Probleme mit diesem Thema, denn an einem bestimmten Punkt unseres Lebens sind wir alle schon mal verraten worden.“


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